Part 65 - Inked skin

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Part 65 – Inked skin

(dt. eingefärbte Haut)

Zu Harry nach Hause.

Das ist alles, was ich denken kann.

Ich kann mir rein gar nichts darunter vorstellen: kleine Hütte, Riesenvilla? Es könnte alles sein. Ich würde ihm mittlerweile alles zutrauen.

„Ok“, schüchtern nicke ich, plötzlich etwas nervös.

Werden wir alleine sein? Oder sind da mehr Leute? Leute, die ich nicht kenne?

Die Wahrheit ist, ich komme einfach nicht gut mit klar mit Fremden.

Wir fahren dieses Mal am See vorbei und ich sehe, wie er in der Ferne verschwindet, immer kleiner wird. Irgendwann nicht größer als ein gefallener Regentropfen ist.

Es geht weiter durch den Wald, immer tiefer hinein und weiter von der Realität weg. Ja, so kommt es mir vor. All das scheint so unwirklich.

„Wurde es noch nie gefunden? Dein Zuhause? Sucht die Polizei nicht danach?“, wage ich mich zu fragen.

Harry grinst. „Gut, wenn man von diesen Kontrollen rechtzeitig erfährt und verschwindet und alle seine Sachen mitnimmt.“

Natürlich haben sie die Polizei auch irgendwie infiltriert.

Von der Seite betrachte ich Harry, weiterhin still.

Ist er ein Mörder? Hat er irgendwann einmal abgedrückt? Ein Leben ausgelöscht?

Du willst es doch gar nicht wissen, Lauren, wispert mir eine Stimme in meinem Kopf zu.

Und gleichzeitig brennt das Verlangen, es zu erfahren so stark.

Doch ich belasse es dabei.

Hebe meinen Blick und sehe es. Harrys Zuhause.

„Willkommen in der Gang“, murmelt er und hebt einen Mundwinkel an, um schief zu lächeln.

Vor mir steht ein großes Haus. Es ist alt, einige Kletterpflanzen hangeln sich an ihm hinauf.

Aber überraschenderweise sieht es trotzdem gepflegt aus.

Rundherum steht ein Zaun, recht hoch, mit einem riesigen Tor direkt vor uns.

Im Hof stehen noch einige kleinere Hütten, ein paar Bäume und Pflanzen.

Und natürlich die ganzen Fahrzeuge.

Das Gelände ist wirklich riesig, denn da stehen sicher um die zwanzig Autos und Motorräder.

Ist ja klar gewesen, dass die fünf nicht alleine eine Gang bilden.

Es ist so viel zum Aufnehmen, zum Begreifen.

Harry fährt durch das offene Tor, kommt dann zum Halten. Staunend steige ich aus.

Wie unglaublich ärgerlich es sein muss, all das hier leer zu räumen, wenn die Polizei den Ort kontrolliert.

Und sofort danach bemerke ich die anderen.

Harry stellt sich automatisch dichter neben mich und auch ich bemerke, wie ich seine Nähe suche, mich daran festhalten möchte.

So viele fremde Gesichter, die innehalten bei dem, was sie gerade tun.

Der größte Teil ist männlich, die meisten schätzungsweise noch unter dreißig.

Ihre Blicke zeigen kaum Emotion. Sie sind weder freundlich, noch abweisend. Einige neugierig. Anderen scheint es eigentlich egal zu sein, denn sie nehmen ihre Arbeit wieder auf, reden weiter mit ihren Freunden.

Der Boden unter mir ist plötzlich interessant geworden und ich vermeide alle Blicke, starre stur geradeaus nach unten.

„Lauren, du musst keine Angst haben“, Harry lacht kurz.

Es ist nicht mal direkt Angst, es ist einfach Unsicherheit.

Ich schiele kurz zu ihm rüber.

„Na komm, es wird Zeit, dass du die anderen mal richtig kennenlernst“, Harry geht voran, zieht mich am Handgelenk mit sich. Allerdings nicht einsperrend oder drängend, sondern ermutigend.

Die anderen?

Wir laufen zwischen Gruppen von Leuten vorbei. Insgesamt stehen vielleicht fünfzehn Menschen hier draußen, wovon zwei weiblich sind.

Noch kehren sie mir den Rücken zu, doch als sie sich umdrehen, mich unverhohlen mustern, erkenne ich sie.

Meredith. Und das Mädchen aus dem Bus, das ihr so ähnlich gesehen hat.

„Harry? Wer ist das?“, unterbreche ich unseren Lauf.

Er schaut in die Richtung, die ich andeute.

„Meredith und ihre Schwester Caitlin“, antwortet er knapp. Sowas wie Abscheu spricht aus seiner Stimme. Sie scheinen wohl nicht nur mir unsympathisch vorzukommen.

Und meine Vermutung hat sich bestätigt: Sie sind tatsächlich verwandt.

Ein paar nicken Harry zu und ich frage mich, was für eine Rolle er wohl einnimmt. Wie hochgestellt er ist. Ob hier alles so brutal zugeht, dass keiner einem anderen trauen kann. Allerdings wirkt alles friedlich. Auf den ersten Blick so gar nicht, wie ich mir eine Gang und ihr Lager vorgestellt habe.

Dennoch fühle ich mich nicht wohl. Etwas fehl am Platz, wie ein Eindringling.

Wir nähern uns dem großen Gebäude und ich bin gespannt, was mich dort drinnen erwarten wird.

Noch mehr Leute? Noch mehr unbekannte Gesichter?

Wir laufen um ein kleines Holzhäuschen herum und ich sehe ihn. Mehr durch Zufall, aus dem Augenwinkel heraus.

Zayn, nur mit einer schwarzen Sporthose, die ihm bis zu den Knien reicht, bekleidet.

Mein Blick bleibt automatisch an ihm hängen.

Er wirkt schmaler als Harry, hat dennoch sichtbare Bauchmuskeln. Allem Anschein nach hat er gerade trainiert.

Er zieht an seiner Zigarette. Ein Anblick, der mittlerweile Alltag geworden ist.

Schaut direkt in meine Richtung.

Ich kann mich nicht ganz losreißen. Seine mit Tinte getränkte Haut sticht hervor, blitzt mir entgegnen. Zwei Flügel unter seinem Schlüsselbein, ein Herz an seiner Hüfte.

Er wirft seine Zigarette auf den Boden, tritt sie aus. Kommt auf uns zu.

Harry stöhnt genervt.

„Komm“, er zieht an meinem Arm, weiter in Richtung Haus.

Ich drehe mich noch einmal um und sehe, dass Zayn stehen geblieben ist.

Ein paar Wörter mit seinem Mund formt, aber ich kann sie glücklicherweise von seinen Lippen ablesen.

Wir sehen uns später. 

Toxic Love (Harry Styles/Zayn Malik FF; AU)Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt