So fangen alle Märchen an, doch meines hatte gerade erst begonnen.
Sidonie, flüsterten die zierlichen Stimmchen, der leuchtenden Wesen die um die schwarzen, dürren, Bäume schwebten und wie immer aufgeregt in meiner Nähe herumschwirrten.
Eine kleine Leuchtelfe nach der anderen flüsterte aufgeregt meinen Namen und, ab und an traute sich auch eine Mutige von ihnen neben mir her zu schwirren. Doch dann verschwand sie auch schon wieder schnell hinter die schützenden Äste, der schwarzen Bäume. Ich ging weiter, mit jedem Schritt den ich tat bemerkte ich, dass die Stimmen immer leiser wurden. Ich hatte das Gefühl, als würde der Wald immer dunkler und düsterer werden. Ich tat noch einen Schritt und fuhr erschrocken zusammen. Ich hörte ein Rascheln und sah mich ängstlich um, weit und breit war nichts zu sehen. Plötzlich prasselte eine braune Flüssigkeit von den Baumkronen. Ein Tropfen landete auf meiner Hand, Kaffee!? Was hatte Kaffee in meinem Märchen zu suchen. Der Regen wurde immer heftiger, ich konnte der Durchnässung nicht standhalten. Ein Rauschen erklang, das Geräusch kam immer näher. Wie eine Sinnflut kam sie auf mich, der Kaffee. Ich wurde von ihm mitgerissen und in einen Strudel gezogen. Schnappend holte ich nach Luft. Ich wollte nicht ertrunken in einem schwarzen Loch enden, welches sich mitten auf dem Gehweg aufgetan hatte. Ich krallte mich an einer Wruzel, des Karamellbaumes fest. Meine Fingernägel schmerzten, als sich die raue Oberfläche in meine Finger brannte. Ich sah über die tosenden Wassermassen hinweg und mein Atem stockte. Mir stand eines der gefährlichsten Kreaturen des Waldes gegenüber, es war der böse Wolf. Ich hatte schon viel von ihm gehört, jedoch das was ich gehört hatte, war keinesfalls etwas Gutes. Er thronte auf einem Felsen und blickte mich durch seine Rubinaugen an. Das Braune klatschte an ihm vorbei. Es kümmerte ihn nicht, er hatte seine Beute im Visier, leider war das ich. Vor kurzem wollte er einer Mutter ihre sieben Geißlein wegfressen, deshalb wurde er des Todes verurteilt. Keiner hatte je geglaubt das er noch lebte, bis jetzt. Er blickte mich mit seinen eiskalten Augen in mein Gesicht, ich sah wie Blut aus seinem Maul tropfte, seine schneeweißen Zähne blitzen aus seinem ebenfalls blutrot verschmierten Maul hervor. Ich war starr vor Schreck, was wäre wenn er jetzt angriff? Was war qualvoller, in Kaffee zu ertrinken oder von einem Wolf in Kaffee getötet zu werden. Wenn ich eine unüberlegte Handlung machte, drohte mir der Tod. Ich hatte das Gefühl, als würde der Wald immer dunkler und düsterer werden.
Der große Wolf hob seine riesige Pfote, zwischen deren Haaren scharfe Krallen hervorblitzen und ich sah keinen anderen Ausweg mehr.
Mein Herzschlag hämmerte in meinen Ohren, es pochte mir gegen die Brust, so als wollte es ausbrechen, sich selbst retten. Das war richtig selbstsüchtig von ihm.
Ich hatte die Augen geschlossen. Stille. Nur meinen schnellen Atem konnte ich hören. Ich dachte ich hätte mich in Sicherheit gewogen, doch als ich die Augen wieder öffnete, war der Wolf direkt vor meinem Gesicht. Er leckte sich die Zähne: ,,Für meine Mahlzeit tue ich alles!'' Und dann die ersten Stimmen, die leise meinen Namen flüsterten. Sidonie... Sidonie...
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Im Schatten der Königin #PlatinAward2018#iceSplinters18
Historical FictionEin Königreich verborgen unter Schnee und Eis, keiner kann hinein oder hinaus. Alles scheint wie im Märchen, doch dann ändert sich alles und es wird ein Kampf um die Wirklichkeit. 2 Platz Blütenaward
