Kapitel 15.

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Magie, ein Märchen und ein kleines Mädchen, was braucht es nicht mehr, um einer Gesichte die richtige Würze zu verleihen? So, und nicht anders wurde von Maja und den Klängen des Windes berichtet. Sie war geboren um sie wieder zu vereinen. 
Ein Zeitzeuge der Geschichte von Quist, inspieriet von Gnoboli, ihrem Helfer.

Wir kamen im Palast an und stiegen eine Betontreppe mit kleinen Muscheln empor, gelangten zu einer Dachterrasse und wurden von den Mönchen empfangen. Überall roch ich dieses Meer und trat auf Sand. Er kratzte an meinen Füßen und rieb mir Wunden. Der Palast erschien mir wenig spektakulär, ein Betonklotz mit hier und da Muscheln und Schnecken eingelassen. Eine kleine Rede, die üblichen Austauschungen und der Einlass war gewährt. Sogleich war es kühler in dem Gebäude und eine Perlmutdecke mit einem gläsernen Luster sprangen mir ins Auge. Die Wände waren ebenfalls aus Perlmut. Ich gestehe, ich hätte nicht solch schöne Kulissen erwartet. Meine Finger glitten an der Leine entlang und ich musste mich zusammenreißen. Etwas in mir regte sich wie bei einem Vulkan. Vor mir standen drei Gestalten, ein Mädchen, ein Junge und ein Mann, ihre Augen beschriftet mit Zahlen. Sie waren jene, welche ich in meiner Vision erblickt hatte. Plötzlich stubste mich jemand an die Schulter. Ich fuhr herum und erkannte Lady Alischa neben mir: ,,Kommen Sie Isabella, die Herren möchten eine Ansprache halten.'' Sie warf ihre Haare nach hinten und stolzierte in einen Ballsaal, er schimmerte in Gold und Perlmut. Ich warf meinen Blick erneut auf die Gruppe, sie waren wieder normal. Ich vermutete die Sonne bekam mir nicht. Ich drehte mich zu dem Ballsaal um, seine Öffnung glich mir einer Muschel. Noch eine Ansprache, Himmel, wie viele wurden denn noch abgehalten? Da erinnerte ich mich an die Worte von Magnus, zu Ehren der vier Winde werden in jedem Raum vier Reden abgehalten. Eine hatten wir schon hinter uns, oder war das die Willkommensoirée gewesen? Magnus, der brave Wolf hechelte neben mir und sah mich an als wäre ich die Herrin. Ich zuckte mit den Schultern als er mich ansah und schritt nach vorne in Richtung Ballsaal. Seine Pfoten tapsten im Gleichklang auf dem Boden, ich erkannte eine Spiegelung in den Fliesen. Durch die Perlmutfarbe war ich fast unsichtbar, nur meine Augen, sie leuchteten grün. Grün wie die Farbe von Leben, aber ich habe nie gelebt. Ich trat ein und wurde bestrahlt von Glas. Alle hatten sich in der Runde, in der Mitte des Raumes, einbefunden und ich huschte schnell hinzu. Sie waren mitten in ihrer Rede. Der Mönch trug ein schütteres Haar und eine Kutte in der Farbe Beige, oder vielleicht war es auch weiß, aber durch den Lichteinfall auf die goldenen Wände schmimmerte es dünkler, bräunlicher. Die Königin ging förmlich unter, sie verschwand in dem Gold und erweckte den Eindruck, sie wäre eine Statue aus einem Edelmaterial. Während der andere Raum kühl und frisch gewirkt hatte, so war dieser heiß und viel zu beladen. Ich bemerkte wie es mir schlechter erging. Eine Gänsehaut auf der Kopfhaut und eine Flüssigkeit, welche mir den Nacken hinunterlief. Ich würde mir jetzt nicht die Blöße geben und ohnmächtig werden, so etwas tat eine Königin nicht. ,,Dies ist der Raum des Westwindes, er wurde zu seinen Ehren errichtet und sollte der herbstlichen Güte nachempfunden werden. Es ist der erste von vier Räumen, unsere geschätzte Retterin Maja Stuart, die Königin des Südwestlandes, wird Ihnen jetzt die Entstehungsgeschichte dieses Landes erzählen. Kommen Sie nur Maja!'' Eine Dame im Alter von 25 Jahren trat an das Rednerpult und faltete ihre Rednerkarten. Sie war damals 10 Jahre gewesen, als dies alles entstand. Ihr Rock bestand aus einem Drahtgestell und darüber in goldenen Plisséefalten gerafft und gelegt. Sie war eine Frau, die sowohl Freunde als auch Feinde verloren hatte. Sie hatte viel erlebt, zuviel für eine 10 Jährige, demnach waren an ihrem Gesicht Falten zu erkennen. Ihre Finger hatte sie über dem Pult gebeugt und verkrampfte sie. ,,Vielen dank, dass Sie alle zu unserer Feier gekommen sind, genau vor 15 Jahren habe ich meine Hände genommen und die Welt gerettet, ich habe viel verloren, ich habe viel gewonnen. Wir alle haben unsere Schicksale in der Hand, deswegen möchten wir den Frieden von Quist feiern. Und wir möchten bitte die Ehrengäste auf die Tribühnen bitten!'' Ein tosender Beifall erklang und unsere Königin und eine andere Dame, sie trug ein sehr transparentes Kleid an ihrem Körper und hinterließ Goldstaub während des Gehens, traten auf die Tribühne. ,,Wir möchten Ihnen, Königin Eyew und Wisstore einen angenehmen Aufenthalt wünschen. Wir hoffen die Anreise war komfortabel.'', Maja strahlte, aber ich kaufte ihr das Lächeln nicht ab. Wisstore klimmperte mit ihren Wimpern und sofort stob ein Sturm auf, es sammelte sich alles in der Mitte, getränkt in den Farben aus Gold und Glitzer.  Er formte sich zu einem Kelch und bäumte auf, bis es sich selbst in der Luft zerriss und Paradiesvögel über Köpfen der Leute schwebten. Eine Stille und dann ein Lachen, alles gemischt von Menschen neben mir. Ich lachte nicht. ,,Vielen Dank Wisstore, du machst uns jedes Mal eine Freude deiner Künste!'', sie lachte kindlich. Die Vögel kreisten immer noch über uns und flogen anschließend auf ihre Schultern und Arme. Ich warf einen Blick auf die Königin, ihre Misgunst konnte ich nachvollziehen. Solch kindisches Verhalten ziehmte sich nicht. In der Mege wurde getuschelt und selbst bei ein oder anderem gekichert. Nachdem die Rede beendet war und die Musiker die Noten erklingen ließen, wurde in dem Ballsaale zum Tanze aufgerufen. Ich drehte mich herum, mit einem Male erdrückte mich die Masse und die Eindrücke pressten sich in mein Gehirn. Jemand tippte mir an die Schulter, in der Hoffung es wäre nur eine Einbildung drehte ich um und suchte mir einen Weg nach Draußen. Das Tapsen verfolgte mich und erklang mit mir in einem beruhigendem Gleichklang. Ich konnte nicht die Vorahnung loswerden, dass mich jemand beschattete. Ich ging weiter und stolperte fast über meine eigenen Schuhe. Vor mir stand Wisstore, ihr Kleid enganliegend, ich erkannte alles. Wäre ich nicht aus Eis bestanden, so müsste ich rot werden. Auf ihren Schultern trug sie ihren Vogel. Dieser musterte mich mit beiden Augen und legte seinen Kopf schief. Mein Herz schlug schneller, obwohl dies wohl nicht möglich zu sein schien, doch in dieser Szene ließ ich es dabei. ,,Du bist es, nicht wahr?'', Wisstore legte ihren Kopf ebenfalls schief, an der einen Seite fiel Goldstaub herab und wurde zu einer Pyramide am Boden. ,,Verzeihen Sie, aber ich würde jetzt gerne gehen.'', entschuldigte ich mich und stolzierte an ihr vorbei. ,,Wenn ich an deiner Stelle wäre, so würde ich mir zuhören Isabella.'' Sie kannte meinen Namen, ich verkrampfte meine Finger in der Leine und zwang mich weiterzugehen. Sie war mir sehr unheimlich. ,,Ich kannte deinen Großvater Peter Fischer!'' Ich drehte mich um, in ihrer Hand hatte sie etwas Prickelndes in einem Glas. Woher hatte sie dies denn jetzt? Wirklich Isabella, das ist das Einzige was du dich fragst. Sie hatte sich an die ovale Öffnung des Eingangs gelehnt und nippte an ihrem Glas. Der Stoff legte sich in Falten und verdeckte zum Glück fast alles, so konnte ich mich immerhin auf ihre Aussagen konzentieren. ,, So uninteressant bin ich ja wohl doch nicht, oder?'' Ich gab ihr keine Antwort, sie kannte Großvater, aber das war nicht so unmöglich. ,,Ich weiß viel über ihn, auch dunkle Geheimisse!'', sie betonte das Letzte besonders. Ich verschränkte die Arme und seufzte, was genau wollte sie bei mir erreichen, außer das sie mich unmöglich nervte. ,,Wieso sollte mich so etwas interessieren?'', ich biss mir auf die Zähne. Sie lachte und nippte erneut: ,,Weil er der Gebliebte Eurer Königin war!'' Ich ließ die Leine los. In meinem nicht vorhandenen Herzen tat sich ein Spalt auf und ein Fremder trat mich hinein. Ich fiel und fiel, kam am Boden auf und zerbrach in Scherben.

Im Schatten der Königin #PlatinAward2018#iceSplinters18Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt