Ich schlich mich aus dem Raume und ging ihr nach. Sie konnte mir nicht entkommen, ich werde sie aufhalten. Meine Schuhe waren leise, ich hatte sie mit Federn austatten lassen, damit sie meine Bewegungen ausbalanceirten. Ins Turmzimmer, sie wollte ins Turmzimmer. Wie ich es mir schon dachte, die Königin wohnte am höchsten Punkt, natürlich, sie wsr das Höchste, aber ich war größer als sie um zwei Centimeter überlegen, hah. Ich öffnete die Türe zu ihrem Gemach und erschrack. Die gewaltigen Eiszapfen, welche wie Mikados aus alles Ecken sproßen. So leuchtend, so spitz und so erfuhrchtsvoll. Der Boden war nur von Schnee bedeckt, es fiel sogar welcher. Er setzte sich auf mir ab, da ich solange stand und nichts tat. Ich wand meinen Blick nach Rechts und er rieselte mir in mein Korstett. Kein Schauder, kein Zucken durchfuhr mich. Ich hatte früher ein Gefühl der Kälte empfunden, aber ich war kalt geworden. Es knackste leicht an der Stelle, wo er sich festfras, wie eine Frostbeule. Ich raffte mein Kleid und folgte den Fußspuren im Schnee.
Ich fand die Königin schlafend in ihrem Bett vor, sie war jetzt ganz unschuldig, ihre Lider schwangen bei dem Wind, der hier herschte auf und nieder. Selbst in ihrem Schlaf behielt sie ihre Aroganz und Grazie, dies ergärte mich. Ich fand einen Dolch auf ihrem Nachtisch vor, er blitze mich so verführerisch an. Nimm mich, flüsterte er mir ins Ohr, töte sie, töte sie... Es war eine Gelegentheit, die sich vielleicht nicht nocheimal ergeben würde. Das Adrenalin schoß durch mich hindurch wie kleine Akupunkturstiche, meine Lungr verkrampfte sich und ich musste Luft ausstoßen. Ich fühlte mich mit einem mal lebend, nein, das durfte nicht sein. Meine Finger zitterten, ich packe meine Fesseln und drückte zu, damit sich das Blut nicht durch meinen Körper ausbreitete. Mit entsetzten musste ich mitansehen wie sich meine Haut rosa färbte, nein, ich wollte nicht leben. Es knackste in mir, alle Aderen sprengten sich selbst und wurden durch die Wärme des Blutes gefüllt. Es brach etwas in mir, es war groß und versuchte bei mir schmerzten zuerzeugen. Ich hielt mir meine Hände vor die Brust und musste mich auf den Boden knien vor Schmerzen und Pein. Der Druck wurde immer stärker, ich fing an mich ihm hinzugeben, mich ihm zu beugen. Ich sackte zur Seite, der Freund der mich immer so lieb streichelte, war jetzt kalt und eisig, gar garstig zu mir. Ich hustete und ringte nach Luft, aber sie war mir wie zugeschnürrt. Ich ertrank förmlich an meinem eigenen Selbst. Meine Augen wurden schwer, die Lider schlossen sich zu einer kleinen Spallte. Ich öffnete meinen Mund, eine Flüssigkeit, sie sickerte zu Boden und färbte den Schnee in Rosa und Rottönen. Sie formten ein Wort, ich kannte es nur zugut. Entaktus.
Ich schrie auf, als ich aus meinem Alptraum hochfuhr, die Finger fest verkrampft in meinen Leintuch und Bettdecke. Diese Träume sie kamen immer häufiger, ich hatte Angst vor ihnen. In jeder Version würde ich sterben, jedes Mal das Wort Entaktus. Ich hielt das nicht mehr aus, das Blut war von meiner Wand gewischt worden, ebenso von meiner Decke und Fensterscheibe. Aber ich sehe es jedes Mal wieder wenn ich aufwache, so wie Heute. Ich warf meine Bettdecke nach Vorn und trat auf den Boden aus Ebenholz. Er war der einzige im Schloss der nicht knartzste, was mich sehr beunruhigte, den so wusste ich nie wer eintrat oder ging. Das Fenster traute ich mich heute Nacht nicht zuöffnen. Nach meinen Horrorvorstellungen konnte ich meinen weißen Freund nicht mehr sehen. Entaktus war immer an den Unsterschiedlichsten Stellen zufinden, einmal in meiner Komode, das andere Mal an meinem Kasten. Diesmal war der Spiegel betroffen, ich hatte versucht zuergründen, ob ich nicht eine Schrift erkannte, oder die Art der Schwingung der Buchstaben, aber vergebens. Es war auch kein Eisbärblut wie ich am Anfang vermutete. Eisbärblut war dünkler, außerdem veränderte es die Farbe wenn es an Oberflächen aufkam. So wurde es auf Pergament leicht schwärzlich und bei Metal oder Spiegelflächen leicht gelblich. Ich hob meine Finger und ließ kleine Schneflocken an den Spiegel haften und zog die Eisschicht dann bis zur Schrift. Im nächsten Moment schnippste ich mit meiner Linken Hand und die Eisschicht samt der Schrift zerfielen und brachen zu Boden. Ich hatte es zuviele Male gemacht, das es für mich zur Routine wurde. Ich blickte mich in meiner Kammer um. Magnuns hatte sich an meiner Tür einen Schlafplatz gesucht, er sagte, so könnte er mich besser beschützen. Jedoch jetzt konnte ich nicht mehr alleine sein. Ich schritt zu ihm und streichte über sein Fell. Es waren jetzt schon drei Monate her, seit ich hier ankam, meine Eltern hatten nicht versucht mich zurückzuholen, weil sie nicht wussten wo ich war, aber sie hätten es wissen müssen, da eine Kuckustaube in die andere Richtung geflogen war, als ich mit Rosalie floh. Störte es mich, dass sie so wenig für mich empfanden? Nein, jetzt wollte ich nicht darüber nachdenken, wenn ich einmal Königin geworden bin, könnem sie mich erst recht nicht nach Hause bringen. Rosalie habe ich seit einer Woche nicht mehr besucht, ich fühlte mich leicht schuldig.
Sobald die Sonne hereinbrach und es sich für mich sicher fühlte mein Gemach und somit meine Sicherheit zuverlassen, flüchteten Magnus und ich in den Stall zu Rosalie. Magnus blieb draußen, da meine Frrundin immer noch scheu auf ihn reagierte. Als ich an ihrer Box ankam hatte sie mir den Rücken zugewandt, dies konnte ich ihr nicht verübelen. ,,Rosalie, ich bins, Isabella.'', flüsterte ich. Sie gab als Antwort nur ein Schnauben von sich, sie konnte doch nicht von mir verlangen, dass bei großer Angst mit ihr ausritt. Nein, Isabella, sie hat keine Ahnung von deinen Gefühlen, lass sie es wissen. Ich räusperte mich und erklärte ihr den Grund meines Fernbleibens: ,,Ich habe Alpträume, sie sind brutal und ich traute mich nicht mehr mein Zimmer zu verlassen. Sie verfolgen mich sogar bis in die Gegenwart. Jemand ist hinter mir her.'' Wenn sie es nicht verstand, dann würde das mir meinen Tritt in die Magengrube verpassen. Sie stand nach einer Minute genau in der gleichen Position. Ich ließ meine Hände von ihrer Türe los: ,,Ich dachte wir wären Freunde, Rose.'' Jetzt drehte sich das Pferd um, ich erschrack, das war nicht Rosalie. Wo ist sie? Was macht dieses fremde Tier in ihrer Box? Ich vernahm ein gequältes Wiehern von Draußen und stürmte an Magnus vorbei.
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Im Schatten der Königin #PlatinAward2018#iceSplinters18
Historical FictionEin Königreich verborgen unter Schnee und Eis, keiner kann hinein oder hinaus. Alles scheint wie im Märchen, doch dann ändert sich alles und es wird ein Kampf um die Wirklichkeit. 2 Platz Blütenaward
