....die Vergangenheit holte sie ein...

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Ich erwachte bei den Auf und Abs der Wege. Ich wurde entführt, sie hatten bestimmt alles geplant, aber weshalb?Ich fragte mich, ob ich nicht doch alles geträumt hatte, immerhin besaß ich eine ausgefallene Fantasie seit meiner Kindheit. Ich knallte mit dem Kopf gegen eine Türschwelle, die Benebelung trat ein und ich blickte verwirrt und verschwommen durch die Gegend. Ich war in einem Haus, wenn mich nicht alles trug. Ein Rustikales, ich hörte ein monoton gleichklingendes Klappern. ,,Ich bin zurück!'', erklommen Laute an mein Ohr. Sie waren sicher nicht an mich gerichtet, ich war schließlich nicht ganz bei klarem Verstand. Das Klappern hörte kurz auf und eine weit entfernte Stimme, wahrscheinlich aus dem Nebenzimmer, antwortete, sie gehörte einer Frau: ,,Hast du sie, Junge?'' Es räusperte sich der Mann oder Knabe: ,,Ja, Stiefmutter.'' Ich wurde auf ein staubiges, abgewetztes Sofa abgeladen, wie ein Sack von der Hänsel und Gretel GmbH. Sie produzierten Mehl und Backhefe. Die Rezepte hatten sie von einer Adoptivmutter, dessen Aufgabe es war, sie zu knechten. Sie nahmen wenig Geld ein, in der Bäckerei, welche der Mutter gehörte, weswegen die Stiefmutter anfing die Kinder zu mesten, um sie zu verzehren, aus Not. Hänsel entkam den Fängen dieser Hexe, nur die arme, kleine Gretel fand den Tod zu früh und verschwand im Nichts. Zu ehren gründete Hänsel die Hänsel und Gretel GmbH, diese Firma und der Betrieb sollte ein Zeichen setzten, dass alles aus Einem werden kann, selbst in den schlimmsten Zeiten des Lebens.

Nach einer Weile öffnete ich die Augen wieder und erblickte einen großen Spiegel. Er nahm fast den gesamten Raum ein und strahlte eine unangenehme Aura aus. Ich erspähte eine Frau in einem dunklen Gewand, sie spinnte auf einem Spinnrad. Ohne Unterlass, so als wäre sie gefesselt. ,,Was macht sie da?'', flüsterte ich leise, meine Stimme war noch angeschlagen und kam so krächzend hervor. ,,Sie ist gefangen im Spiegel, weil sie eifersüchtig war auf eine kleine Prinzessin.'', er hatte mir geantwortet. ,,Und wie lange spinnte sie schon so vor sich hin?'', ich setzte mich auf und und schreckte zurück, etwas hatte mich gestochen. Meine Hände griffen panisch nach hinten, warme Flüssigkeit tropfte aus meinem Rücken. Ich zog eine Nadel aus mir. In der Hand hielt ich eine blutverschmierte, goldene Spindel. Es war mein Blut, ich schrie auf und warf sie von mir, der Schmerz wurde größer, als ich rasch aufstand. ,,Sie spinnt schon seit Jahren, sie näht diese Kleider für ihre Schwester Valentina Snowfrost oder auch Goldmary genannt.'' ,,Aber sie ist doch tot, wieso tut sie es immer noch?'', ich versuchte mich abzulenken. ,,Sie waren bei einer Schicksalsfee, die nannte sich Fräulein Holle. Sie sollte prüfen, ob sie reinen Herzens waren und herrschen könnten. Wie es sich erklärt war dem bei meiner Stiefmutter nicht so. Aus Eifersucht versuchte sie Mary zu töten und weil Goldmary schöner war als sie und ,jetzt, zur Strafe muss sie bis an ihr Lebensende spinnen und nähen.'' Er warf einen Blick in den Spiegel. Ich hatte von ihr gehört, ich vermutete, sie hieß Blackmary. Sie war laut der Mehrheit die böse Schwester, Stiefmutter. Was mir noch nicht ganz einleuchten wollte, war, welchen Teil ich jetzt spielen sollte? Er war Jäger, dies konnte ich an seinem Gewand und seinem Dolch feststellen. Beides zogen sich geschmeidig über seine Statur. Er hatte wohl viel trainiert, aber dies war nur eine Information am Rande für mich. ,,Stiefmutter, ich habe dir etwas mitgebracht.'', räusperte er sich erneut und schob mich ohne das ihm das Blut an meinen Händen etwas auszumachen schien, gegen den Spiegel. Sie hörte nicht auf zu weben, ich meinte Blackmary. Aber dennoch hatte ich das Gefühl beobachtet zu werden, ich drehte mich um und bemerkte große Schlangenaugen an der anderen Wand, sie waren ebenfalls in einen Spiegel getaucht. ,,Du kennst meine gute Freundin bereits, Auriellé!'' Ich wandte mich erneut an Blackmary, in diesem Augenblick vergaß ich ganz zu hinterfragen, warum sie meinen Namen kannte. Die Augen stachen mir, mit ihren Blicken, erneut in den Rücken und brachten mich zum Niederknien. Ich hörte ein Zischen und bemerkte ein seidiges Tier in der Nähe von mir. Eine Schlange, die Zunge striff an meinen Arm, sie vermehrten, sich ehe ich einmal blinzeln konnte. Ich wurde erdrückt und rang um mein Leben. Längst hatte ich begriffen, dass mir dieser Jäger nicht helfen würde. Aber wurde ich wirklich bestraft für nichts? ,,Du kannst sie wieder loslassen, Medusa.'', genervt begutachtete Blackmary ihre Stiche bei der Nähmaschine. ,,Bisss du sicherrr....'', eine Schlange mit den gleichen Augen zischte nahe an meinem Ohr. Ich vermutete, sie war es persönlich und hatte die Kontrolle über diese Tiere aus Schuppen und Gift. Sie zogen sich nach einer Zeit zurück, verschwanden und wurden zu schwarzer Tinte, die in ein Loch im Boden heruntertropfte. Medusa, so hieß sie also. Die Frau mit den Schlangen auf den Köpfen, sie war auch einst die Schönste im ganzen Reich, bis sie von Valentina abgelöst wurde. Irgendwie kam mir in den Sinn, das fast alle Frauen Hass gegen sie hegten, weil sie schöner war. Etwas dran war nicht recht, mir kam es nur nicht in den Sinn. ,,Ich bin mir sicher, sie hat dir schließlich nur ihren Sohn genommen, mehr nicht.'' ,,Ach, er wäre so ein guter Fang gewesen, ich hatte ihn für mein Elixir benötigt, aber sie musste mir ja die Haare abscheinden, das Biest!'' Sie war also die Hexe auf der Lichtung mit der Schönheitsfarm. ,,Was habe ich mit all dem zutun, ich sehe den Sinn nicht dahinter.'', mein Gesicht verzog sich zu einer fragwürdigen Mine. ,,Du sollst und beitreten Auriellé, dem B&B!'', erwiderte Blackmary. Ich riss die Augen auf: ,,Ich trete sicher nicht dem Bösewicht und Bruder Verbund bei, wie würde das denn in meinem Lebenslauf aussehen!'', schrie ich entsetzt auf. Zudem kam noch, dass zu einem Bösewicht eine wichtige Eigenschaft gehörte, das Böse selbst. Ich war nicht rein in meiner Unschlud, aber ich war nicht böse. ,,Du bist aber schon längst dabei, in dem Moment, wo Entaktus eingetreten ist, du bist die Überlebende von vielen, du hast dieses Gen, das zu besiegen, was sowohl Gut und Böse schadet.'', die Spinnerin ließ sich nicht durch mich verunsichern, wieso sollte sie, sie war böse. Der B&B Verbund war ein Zusammenschluss von professionellen Bösewichten, die sich in die Gesellschaft etabliert hatten. Ihre Hauptbeschäftigungen waren die Missetaten in ihrem Magazin B&B zu veröffentlichen. Sie hatten sogar eine Bank gegründet, sie nannte sich b&B, was soviel hieß wie böse Bank. Es wurde generell nicht viel auf diese Menschen oder Wesen gegeben. Aber dieses Wort kannte ich, Entaktus, hieß dies nicht soviel wie aus dem Gleichgewicht, aber aus dem Gleichgewicht von was? ,,Und was passiert wenn Entaktus eintritt?'' ,,Es gibt eine Störrung im System.'' Ich seufzte tief, ich konnte natürlich noch weitergraben, aber wozu sollte ich, sie würde mir eine genauso schwammige Antwort geben. ,,Du hast es schon erlebt, in der Miene und in der Taverne, Zerstörung.'', obwohl ich schon seit einer Minute nichts argumentiert hatte, fuhr sie fort, ,,Es werden Menschen gestohlen, ob gut oder böse und in ihre Welt gebracht, aber es entstehen dadurch Lücken in der Geschichte, zuviele Lücken sorgen für ein Ungleichgewicht. Dies bewirkt, dass wir irgendwann aufhören werden zu existieren, weil die Welt sich selbst verzehrt. Aber die guten Helden sehen diese Gefahr nicht, weswegen wir, die Bösen, gezwungen sind, uns zu retten.'' Ich zog nur eine Augenbraue fragend nach oben, weil ich durch Worteinfluss erst einmal meine Gedanken ordnen musste. ,,Wer ist sie, und wieso entführt sie Menschen?'', stammelte ich. ,,Um ihr Reich zu vergrößern natürlich, um ihre Macht nicht sterben zulassen!'', betonte sie scharf, als wäre es eine Selbstverständlichkeit, vielleicht war es das auch für einen professionellen Bösewicht. ,,Ich nehme an, ich soll helfen unsere Menschen zurückzuholen, richtig?'', fragte ich rethorisch. ,,Was denn sonst, meinst du ich mache Dinge nur zum Spaß, wie diese bescheurten Kleider zu nähen, für jemanden der längst tot ist?'' ,,Oder glaubst du allen ernstes, ich habe gefallen daran meinen Körper preißzugeben, nur damit ich dann mich an dem Jugendelixir nähren kann, nein, aber es ist meine Aufgabe so wie es deine ist gut und böse zu sein und die Welt zu retten!'', zischte Medusa auf der anderen Seite des Spiegels. ,,Wir sind beide an einen Fluch gebunden, nur wegen zwei Frauen und ihrer Schönheit. Wir wurden für unsere Natur bestraft. Wegen Mordanschlägen verurteilt. Es ist unsere Bestimmung die Welt schlechter zu machen!'', sprach Blackmary weiter. Des weiteren erfuhr ich noch, dass sie endlich Gerechtigkeit wollten und diese würden sie nur erreichen und bekommen wenn unsere Welt wieder im Gleichgewicht war. Aber die Rettung der Menschen war schwerer als gedacht. ,,Sie haben kein Herz, sondern bestehen nur aus Eis und Wasser.''

Im Schatten der Königin #PlatinAward2018#iceSplinters18Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt