Ich hörte ein lautes Gekreische und verharte, es erklang noch einmal und ich rannte in die Richtung, von der es kam. Ich war so schnell, dass ich meinen Korb fallen ließ. Die schönen Einkäufe, aber ich konnte sie ja nacher immer noch holen. Es kam aus meinen Haus, dass wusste ich, denn niemand konnte so schreien wie meine dritte Tante Adél. Unser Bauernhaus stand auf einer Lichtung, sie hatten es extra nicht in den Wald gehext, sonst wären wir schneller aufgeflogen, und so konnte uns kein Jäger sagen wir wären Hexen. Offiziel waren wir nur Hinterwälder mit Niveau. Ich hatte auch das Vergnügen keine Schule zu besuchen, ich wurde zu Hause unterrichtet. Somit war ich gänzlich von allen Aktivitäten von Jugendlichen ausgeschlossen.
So schnell ich konnte sauste ich die Treppen herauf und riss die Tür auf. Völlig außer Atem sah ich wie meine Tante Adél in einem Fass steckte. Ich hatte Recht behalten, sie war es gewesen. Meine andere Tante Rose hielt ihre Hand, während Tante Auguste sie versuchte aus dem Fass zu befreien. Adél sah aus, als würde sie gleich aus dem Fass platzen. ,,Adél, was hast jetzt schon wieder gemacht, ich dachte euch ist etwas Schlimmes passiert!", sagte ich ganz aus der Puste. Wenn das Fass tatsächlich nachgab, müsste ich neues Wasser aus dem Bach schöpfen, was für eine Arbeit. ,,Es tut mir leid Liebes, aber dein kluges Tantchen hat sich in einen Fisch verwandelt und den Rückspruch vergessen. Jetzt musste sie warten, bis sie wieder normal groß wurde!", mit einem strengen Blick sah sie, die im Fass Steckende an. Rose erwiderte: ,,Sei nicht so hart zu ihr, sie ist schließlich unsere Schwester!" Rose war die sensibelste der Dreien und versuchte immer alles und jeden zu verteidigen. „Und wie willst du da jetzt wieder rauskommen?", erkundigte ich mich. Meine Augen waren fixiert auf der Tatsache, das es bald eine Überflutung geben würde. Meine Tante seufzte tief, was sich durch das Fass echt witzig anhörte: „Liebes... das weiß ich selbst noch nicht." ,,Sie wird warten müssen, bis sie wieder normal wird!", sagte Auguste in ihrem strengem Lehrerton, den sie immer aufsetzte, wenn etwas nicht nach ihrem Plan lief, was nebenbei bemerkt, jeden Tag passierte. Plötzlich wechselte Rose das Thema: ,,Und Liebes, wie war es in der der Stadt, hast du alles gekauft, was wir für unsere heutige Lektion brauchen?" Beschämt biss ich mir auf die Unterlippe: ,,Nun ja, ich wollte es, aber ...!" Adél beendete meinen Satz: ,,Du hast es vergessen!", danach hörte man wieder ein Blubbern. ,,Wie soll aus dir je eine gute Hexe werden, wenn du täglich vergisst zu Lernen und die Zutaten nicht einkaufst!", seufzte Auguste tief. ,,Aber wenn ihr mir zuhören würdet, ich habe es nicht vergessen, ich hab den Korb fallen gelassen, weil ich dachte hier würde der Weltuntergang toben!'', ich war genervt. Bis Dato wusste ich noch nicht, dass ich mit dieser Aussage Recht behielt. Sie sagte: ,,Das wird heute sowieso nichts mehr mit dem Unterricht, du hast frei, aber du musst zur Strafe den Zwergen unseren Nachbarn im Garten helfen!'' Ich begann innerlich zu murren. Ich hasste diese Zwerge, sie waren immer laut und nervig, ständig kamen sie zu uns in den Garten. Sie hackten mit ihren kleinen Spitzhacken den Rasen kaputt, weil sie glaubten nur weil wir zaubern konnten, hätten wir natürlich auch Edelsteine unter der Erde. Ganz ehrlich, sie waren nicht gerade die Hellsten. Wie dem auch sei, Auguste ließ mich nicht erwidern und hexte mich vor die Haustür der Zwerge. Ich versuchte mich zu bewegen, doch ich war mit einem Gehorsamkeitsspruch belegt worden und musste nun das tun was, man mir aufgetragen hatte. Ich klingelte, und sofort ertönte, das von mir schon verhasste, Lied: ,,Guten Tag wir sind die Zwerge, guten Tag was darf es sein, kommen sie doch nur in unsere Stübchen rein. Wir haben von Montag bis Samstag von 6:00 bis 18:00 für Sie geöffnet. Sonntag ist Ruhetag!" Nach dem Piepen der Freisprechanlage krächzte eine Stimme: ,,Wer stört hier, es ist Mittag, wir wollten gerade Essen, für Werbungen sind wir nicht zu haben, Guten Tag!" Ohne das ich auch nur etwas sagen konnte hatte dieser blöde Zwerg aufgelegt. Ich verdrehte die Augen, kein einziger Mensch traute sich hierher, nichtmal ein Postbote. Ich probierte es noch einmal, wieder erklang das dumme Lied. Es wurde unterbrochen und sofort schrie jemand: ,,Was wollen Sie?" Ich antwortete so schnell ich konnte: ,,Ich bin es, Auriellé!" Die Antwort kam prompt: ,,Wer, ich kenne keine Auriellé!" Das konnte doch wohl nicht wahr sein, er kannte mich seitdem ich geboren war: ,,Ich wohne neben an, ich bin Ihre Nachbarin!" Getuschel war auf der anderen Seite zu vernehmen, ein paar Mal wurde mein Name erwähnt, dann wandte er sich an mich: ,,Ach du bist es, die Nachbarin mit den Edelsteinen, komm nur herein!" Im nächsten Augenblick war ein Zirren zu hören, dann ein Klicken und schließlich wurde die Haustüre geöffnet. Ich trat herein und musste mich zuerst an das kleine Häuschen gewöhnen. Einer der Zwerge rief: ,,Bringst du uns Edelsteine?" Ich stieß gegen die Zimmerdecke, ein bisschen Putz bröckelte herunter. Ich könnte fast sterben oder mein Häuschen würde abbrennen, und alles was diese Zwerge interesieren würde, wären die nicht vorhanden Edelsteine, das nennt man doch echte Nachbarschaft. Während ich mir den Kopf rieb, ging ich auf seine Frage ein: ,,Nein, tut mir leid! Meine Tanten haben gesagt, ich soll euch im Garten helfen!" Alle Gesichter der kleinen Männer verfielen in großes Schmollen. Der Älteste trat aus der Masse heraus: ,,Dann lasst uns einmal in den Garten gehen!" Die Anderen hörten auf ihn wie aufs Wort und trotteten, wie die Gänse durch die Terassentüre. Was sich mir im Garten bot, waren nicht Blumen oder gar Gras, nein nur Erdhaufen. Das ganze wirkte wie eine Mine, ich musste anscheinend schon sehr lange nicht mehr hier gewesen sein, denn das letzte Mal war hier alles noch grün.
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Im Schatten der Königin #PlatinAward2018#iceSplinters18
Historical FictionEin Königreich verborgen unter Schnee und Eis, keiner kann hinein oder hinaus. Alles scheint wie im Märchen, doch dann ändert sich alles und es wird ein Kampf um die Wirklichkeit. 2 Platz Blütenaward
