Kapitel 19.

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Ich war über die Hügel gerannt, aus dessen Richtung ich die Hilferufe vernahm. Zwischen zwei Eisbäumen war ich stehen geblieben. Rosalie bäumte auf und zog kläglich, bei dem Versuch sich aus der den Zügeln zu reißen. Mein Blick war angespannt zwischen Panik und Ungewissheit, mein Verstand riet mir zwar die Sache nicht zu überstürtzen, jedoch reagierte ich schneller, als mir lieb war. Ich hörte zwar das Gebelle und spürte die Versuche, seitens Magnus, der an meiner Schleppe zog und mich aufhalten wollte. Diese Schleppe ließ ich anfertigen, sie war mit einem Ulster aus Eisbärfell genäht worden und umschmiegte meinen sinnlichen Körper, wenn auch fast kurvenlos. Ich liebte diese Schleppe, sie war wertvoll. ,,Magnus!'', rief ich wutenbrannt und griff an meiner Schleppe. Ich starkste etwas vorsichtig über den Eisschollenstpapel, Erstens hatte ich hochhackige Schuhe an und Zweitens, wäre die Tatsache schlecht, wenn ich die Arbeit der Schollenschneider zerstörte. Sie waren in einer Vertiefung, ich rustschte den Abhang hinunter, mir war gleich, och ich Geräusche machte oder nicht. Sie hatte schon eine ganz weiße Schnauze, ihre Nüstern stiegen nach oben, wurden spitz wie Pyramiden. Ich richtete mich auf und brannte nach Verlangen diesem Mann etwas anzutun. Er zog wieder und wieder an an ihrem Zügeln, drängte sie in eine bestimmte Richtung. Ich konnte sein Gesicht immer noch niht erkennen, ich wusste nur, dass es männlich war. ,,Lasst mein Pferd in Frieden!'', schrie ich vollkommen verzweifelnd, ich hätte Haltung wahren sollen. Der Mann wand sich zu mir und grinste als hätte er gerade die Wohltat in meinen Augen gelesen. Ich erkannte ihn, zumindest glaubte ich ihn zukennen, wortwörtlich. ,,Johann...'', meine Stimme wollte versagen. Johann der Stallbrusche aus meinem Elternhaus, was machte er nur hier, vorallem, was tat er mit Rosalie. Ich riss der Person, dessen Bedeutung mir gleich viel erschkender vorkommen würde, die Zügel aus der Hand: ,,Was um alles in Welt.'' Es war jener männliche Arm, der sogleich nach vorne schnappte und mich mit einem Kraftschwall in die Luft hob und mich gegen die reihe an Eisbäumen prallen ließ. Ich rutschte den Abhang erneut hinunter, nur jetzt halb bewusstlos, ich hatte damit nicht gerechnet. Rosalie traff mich mit einigen Hieben, ich war ihr nicht böse, sie hatte Angst. Dieser Schmerz war unfassbar tötlich für mein Gesicht, ich musste gestehen, das ich in diesem Moment meine Schwäche ganz offen legte, und damit keinerlei Probleme hatte. Mir lief das Blut über die Wange umd tropfe an meinem Wangenknochen gerade hinunter und vereinte den Schnee. ,,Blut für Blut. Frost für Frost. Tod für Tod.'', Johanns Stimme war leise, dennoch fest. Ich blickte auf und öffnete meinem Mund, eine Schneeflocke flog aus meinem Mund mit restlichen Blutresten. Ich hatte mir wohl die Rippen gebrochen, aber da ich nie starb und ich aber auch nicht lebte, wusste ich, das es außer ein Ziehen keine Bedeutung für mich hatte. ,,Was machst du hier, Johann?'', seine Augen waren so tief schwarz, letztes Mal waren sie heller gewesen. ,,Ich habe den Auftrag unsere Königin zu schützen, und alle Mordversuche an ihr aus dem Weg zuräumen, dazu zählst auch du Isabella.'' Ich wischte mir über meine Lippen und antwortete recht unbeeindruck, gar zynisch: ,,Wie sollte ich ein Gefahrenbild der Königin sein?'' ,,Du bist dir direkte Nachfahrin der Hymijadynastie, eigentlich gebührt dir der Thron.'' ,,Du weißt davon, aber woher?'', ich war leicht erstaunt. Er lachte auf und blickte auf mich herab: ,,Hast du dich denn nie gefragt, wie es dir gelang aus deinem Elternhaus zufliehen, kam es dir nicht zu leicht vor oder warum sie niemand wunderte als du hier ankamst?'' Nein, das hatte ich allein geschafft, tatsächlich war da aber eine Tatsache. ,,Die Kukkustaube, damals beim See!'', stieß ich hervor. ,,Ganz recht, die habe ich geschickt, gleich nachdem die geflohen bist.'', er schnalzte mit der Zunge und Rosalie war wieder Herrin ihrer selbst, ,,Ich habe es dir auch ermöglicht ungestört davonzureiten, ich ließ das Tor des Stalls offen, gab allen im Haus Mittel, die sie zum einschlafen brachten.'' Er hatte das Tor offengelassen, deswegen konnte ich unbeirrt fliehen, aber warum griff er mich an und half mir gleichzeitig? ,,Warum Johann?'', ich richtete mich jetzt auf war mit ihm fast auf Augrnhöhe. ,,Wusstest du das es nie eine Revolution gab, das deine Eltern von der Abstammung wussten, das sie dich vor allem beschützen wollten, sie wolltem dich abschotten vor der Königin, sie wollte deinen Tod, ihr seid aus diesem Grund auf das Lang gezogen und du solltest das Haus nicht verlassen. Genauso war die Wärmewolke eine Lüge, alles Vorwände.'' Jetzt formte sich alles zusammen, warum meine Großvater wollte, dass ich den Eiszauber erlernte, weshalb mich meine Eltern keinen Augenblick aus den Augen lassen wollten. ,,Aber wenn die Königin mich umbringen möchte, weswegen hat sie mich dann bei sich aufgenommen?'', ich legte triumphirend den Kopf schief und schürpfte süfisant meine Lippen. Aber darauf wusste Johann leider auch eine gute Antwort: ,,Isabella, es ist soviel leichter seine Feinde um sich zu haben, als sie in der Ferne zu wissen.'' Dies würde erklären, weshalb ich es so leicht hatte am Anfang, warum sie mir so ziemlich den breitesten Freiraum ließ. Aber woher sollte sie wissen das ich kommen würde, das musste sie doch unvorbereitet getroffen haben, aber so hatte sie nicht wirklich gewirkt. Plötzlich fiehl es mir wie Tau von einer Eisschicht von den Augen: ,,Du warst ihr Spion, über all die Jahre an unseren Hof, sie wollte ein Auge auf mich haben, richtig?'' ,,Ach, Isabella, so ein kluges Köpfchen, aber doch so schwer von Begriff.'' Machte er sich gerade wirklich lustig über mich? ,,Aber mal davon abgesehen, es war mir eine Ehre dich gekannt zuhaben.'' Ich verzog das Gesicht, er wollte mich jetzt umbringen, hier. Ich trat einen Schritt zurück und wählte eine Fluchtmöglichkeit. Er trug keine Waffe bei sich, dies war schon einmal gut, im nächsten Moment schnaltzte Johann mit der Zunge und Rosalies Augen traffen meine, doch sie waren nicht die selben Augen. Sie scharbte mit der ihrem Huf und blähte ihre Nüstern auf. Sie wollte mich umbringen, ich wusste es. Ich konnte nicht aus, ich hatte keine Chance, sir würde mich so oder so erwischen. Sie war nicht mehr meine Freundin, Rosalie ist verschwunden. Ich hörte meine restlichen Knochen brechen als sie mich anrempelte. Ich stürtze zu Boden, verlor meine Sinne. Wie lächerlich und doch so befreiend von dem eigenen Pferd niedergetreten zu werden. Ich starb so wie ich es mir wünschte, unter dem Himmel in meinem eisigen Freund.

Blut zu Blut. Frost zu Frost. Tod zu Tod.

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⏰ Letzte Aktualisierung: May 10, 2018 ⏰

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