Kapitel 8.

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Die Köngin führte mich in den Räumen ihrer Herrlichkeit herum. Ich begutachtete ihr Intrieur mit scharfen Blicken. Alles aus Eis, fast nichts aus Holz oder Metall, wie unbequem. ,,Gefällt es Euch hier nicht?'', war das leichte Freude in ihrer Stimme. ,,Nein!'', ich biss ein Lächeln zusammen, ,,Es ist soviel aus Eis, schmilz das nicht im Sommer?'' Ach du meine Güte, ich klang ja sehr naiv. Natürlich gab es bei uns einen Sommer, Frühling, Winter und Herbst, aber jene von der Natur, geschaffene Wunder unterschieden sich nur um drei Grad Calvin. ,,Hat man Euch vergessen zu sagen, das meine Jahreszeiten, sich nur knapp von einander unterscheiden!'', sie kratzte leicht die Oberfläche eines Tisches mit ihrem Nagel auf. Er war spitz, sie schrieb etwas hinein, aber von meinem Winkel aus konnte ich es nicht erkennen. Sie fuhr schnell mit der Hand drüber und vereiste die Fläche erneut. ,,Euch ist doch bewusst, dass ich mächtig bin?'', fragte sie ohne vorigen Context. So mächtig, dass sie nicht einmal einen Namen trug, das hatte mir Großvater immer erzählt. Er war ganz fasziniert von der Königin ohne Namen, denn so etwas hatte es bis Dato noch nie geben. Ich starrte sie nur an, da ich nicht wusste was sie hören wollte. Sie setzte sich auf einen Stuhl, diesem entsprangen sofort Eisspitzen, als sie platznahm. ,,Ich bin es so leid!'', murmelte sie. Es war nicht für mich bestimmt, dies konnte ich in ihren Augen sehen. Sie warf mir einen Blick zu, ihn ihren Augen, konnte ich die Schneeflocken tanzen sehen. Wie lange hatte ich schon geschwiegen? ,,Euer Großvater hat das Schweigen Euch gelehrt!'', es war eine Feststellung, keine Maßnahme. Mein Großvater Peter Fischer, hatte mir so einiges gelehrt. Meine Gabe hatte ich von ihm, besser gesagt, ich musste sie mir antrainieren. Niemals gab er mir eine richtige Antwort, auf die Frage wieso: ,,Du bist etwas besonders Isabella, es wird dir eines Tages noch von Nutzen sein!'' Leider würde er diesen Nutzen nicht mehr erleben, er hatte sich zu nah an die Grenze getraut, sein Herz ist zu Wasser geworden und explodiert, er war augenblicklich tot. ,,Ich habe viel von ihm gelernt, das ist wohl wahr!'', sagte ich knapp. Sie lachte, aber lautlos: ,,Eurer Auftreten habt Ihr von ihm, ebenso wie Euren Humor!'' Sie lächlete, als würde sie in Erinnerungen schwelgen. ,,Sie kannten ihn, richtig!'', antwortete ich ihr. Sie versteifte sich sofort und ward wieder die Königin: ,,Nur flüchtig, nur flüchtig!'' Sie sagte dies trocken. Und dennoch war dort ein Funken Verzweiflung zu erkennen. Sie hatte Angst oder trauerte sie? Sie erwähnte, sie kannte ihn nur flüchtig, aber wie sehr flüchtig? So flüchtig, dass von einer Affäre oder Liebe die Rede war? Sie erhob sich zierlich und elegant, die spitzen Eiskristalle verschwanden, sie ging zur Tür, diese war tatsächlich aus schwarzem Ebenholz. ,,Ich lasse eine Zofe zu Euch kommen, sie wird Euch dann in Euer Gemach führen!'', sie berührte die Klinke, Eis bildete sich auf ihr. Sie verließ den Raum und kehrte nicht wieder. Schnell wie der Wind schritt ich zu dem Tische und ließ meine Hand darüber gleiten. Die Schrift kam wieder. R.T. R.T? Wer war das? Sicher nicht mein Großvater, oder? Ich ließ sie Gravur wieder verschleiern.

Weiß wie Schnee, Lippen so Blau wie Blut, Haare so Schwarz wie Ebenholz an den Rahmen, und weil das Blaue in dem Weißen so schön aussah, ward das Mädchen darauf, Weey genannt!

Im Schatten der Königin #PlatinAward2018#iceSplinters18Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt