Ein neues Kapitel beginnt....

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Ich und meine, nennen wir es Verbündeten, hatten ein Lager für die Nacht aufgeschlagen. Sidonie mied mich, aus welchem mir unerklärlichen Grund auch immer.

Unser Held der Stunde bestand darauf die Decke uns zu schenken, welche in dem Notfallpaket für kurze Übernachtungen steckten. Die Decke kratze mich, um Mitternacht stand ich auf, da ich nicht mehr so liegen konnte. Die Erde drehte sich wie eine Scheibe, nur das in meiner Welt die Stunde stehen blieb, bildlich gesprochen. Ich wusste weder wo ich mich befand, noch wie ich von meinen Aufgaben in der Welt lernen sollte. Ich war allein, ich fragte mich was mich dazu trieb, mich zu freuen meinen drei Tanten entwischt zu sein. Eigentlich war es nur die Schuld der Gnome gewesen, hätte einer von ihnen nicht seine Spitzhacke verloren, dann wäre diese sehr instabile Mine nie eingestürtzt und hätte uns begraben. Es war sehr waghalsig von mir mich in das dunkle Loch hinein zu trauen. Vielleicht bin ich durch eine Paralellsichel gefallen. Was, wenn dies garantiert nicht meine Dimension war? Alles Gedanken, welche mich durch den Tag und die Nacht der Ruhe trugen. Sidonie und der Ritter, dessen Namen ich vergaß, bestimmt weil er mir nicht als wichtig erschien, sprachen kein Wort mit mir, sie fanden mich sonderbar, nur weil ich eine Nachfahrin von einer Generation von Zauberern war, ja eigentlich sollte es mir einen Grund zur Freude geben, jedoch ist es eher eine Last als Stolz, welchen ich mit mir trage. Obwohl ich bei meinen drei Patentanten aufgewachsen war, weiß ich sogut über meine Vergangenheit bescheit, als hätte ich sie selbst verfasst. Ich bin eine Adelige, aber ein Fluch, welcher auf meiner Familie lastetete, und nebenbei mein Reich und alle Bewohner vernichtet hatte, ist daran Schuld, das ich alles verlor. Mir hatte kein Buch oder einer meiner Tanten erzählt, was für ein Fluch es war. Meine Zukunft und Vergangenheit ausgelöscht, doch meine Vergangenheit schreibe ich jetzt. Ich weiß nicht ob mich das trauig stimmen sollte, ich war zu jung um mich als Prinzessin zu fühlen. Etwas stupste mich an der Schulter, ich zuckte kurz und öffnete die Augen. ,,Wir reiten weiter holde Maid!'', der Ritter half mir hoch. ,,Wie lautet eigentlich Euer Name?'', fragte ich als mich meine müden Beine leicht in die Knie zwangen. ,,Ist Euch das Wort Edelritter zu wenig, nun wenn Ihr es so wünscht, mein Name ist Furgus Email!'' Ich kniff die Augen zusammen: ,,Ich kenne Euch, seid Ihr nicht der Weggefährte von Valentina Snowfrost?'' Er seufzte: ,,In Eurem Anschein mögt Ihr recht behalten, doch eigentlich bin ich Frugus Sohn, mein Vater hasste diesen Namen, er nannte sich selbst Reet. Ein Herumtreiber, er verließ mich und meine Mutter nach der Geburt, um seine wahre Liebe Weey zu finden, Gott weiß ob er sie jemals fand, meine Mutter starb nachdem er verschwand, sie hatte diesen Verlust nicht verkraftet!'' Er endete, es schien als hätte er sich dies alles einmal von der Seele reden wollen. Da er mir leid tat, hielt ich meinen Mund. Ein knappes Stöhnen von Sidonie ließ uns beide in ihre Richtung blicken. In dem Moment, als ich so wie sie auf das Pferd stieg, erkannte ich sie. Sie war nicht nur eine Hexe sondern meine Feindin seit dem Waldausflug in meiner Kindheit. Ich wollte nicht bei ihr sitzen, ich ging lieber zu Fuß. Wir mussten uns damals gegen einnander behaupten. Aus welchem Grund auch immer, sollten wir ein Duell von unseren Tanten aus abhalten. Ich verlor kläglich. Ihre Tanten nannten sie immer die eiserne Elfe, eisern war sie, ja aber nicht elfengleich. Ich war die, die wie eine Elfe aussah, dies verletzte mich so sehr in meinem Stolz, das ich sie niewieder sehen wollte. Vielleicht konnte ich damals mein Verhalten nachvollziehen, aber jetzt war ich erwachsen. Dennoch lebte ich jetzt schon solange mit diesem Groll und Hass, ich wollte ihn nicht aufgeben. Wir kamen an einen Bach, er plätscherte laut. Warum sie eigentlich auf diesem Gaul saß wusste ich nicht. Ich strich mir eine Strähne aus meinem Gesicht.

Plötzlich knurrte etwas dicht an mir. Im nächsten Augenblick fühlte ich Nässe an meinem Bein in Rinnsalen hinunterlaufen. Soll ich jetzt hinuter sehen, aber was wenn mich der Horror selbst grüßte? Ich wurde irgendwie panisch und ruhig zugleich, eine eigenartige Kombination. Ich verlor den Halt und geriet ins Wanken. Das Wasser rief mich, ich stieg hinein und stürtze ins klare Nass, es färbte sich blau. Ich wurde mit einem schweren Gewicht gegen einen Bachstein gedrückt. Fell spürte ich an meinem Nacken, es war verfiltzt und rau. Zähne bissen mich, all dies würden meine Fähigkeiten nicht heilen können. Ich schüttelte mich, eine erneute Vision. Als ich wieder klar denken konnte blitzten mir auf der anderen Seite blutunterelaufenden Augen entgegen. Es war Magnus, der böse Wolf. Ich hörte nur ein Zischen oberhalb des Pferdes, Sidonie, sie erkannte ihn. Meine Blicke trafen ihre. Wir wussten in dem Moment das Selbe, wir würden ihn töten. Ich zählte innerlich bis drei und wir stürmten auf ihn los. Doch mitten im Sprung wurde ich zurückgerissen. Und der einzig normale Mensch den ich kannte verschwand hinter den Büschen mit dem Wolf. Nein, schrie ich innerlich, sie waren fort. ,,Wie konntet Ihr nur?'', schrie ich Furgus an. ,,Sie war uns nur eine Last, Ihr müsst mir jetzt helfen, ohne Euren Interlekt schaffe ich es nicht meine wahre Liebe zu finden!'', stammelte er. ,,Was hat das damit zutun?'', ich kochte. ,,Helft mir bitte, dann lasse ich Euch auch in Frieden!'', flehte er, der Beweiß, das er entgültig einem Sprung in der Schüssel hatte. ,,Sie wird es alleine schaffen, da bin ich mir sicher!'', sagte er voller Euphorie. Genau in diesem Moment fiel ein Sonnenstrahl auf sein Gesicht und er nahm mich in die Arme. ,,Mein Tag ist gekommen, um endlich eine Maid zu finden und zu heiraten, ich will nicht nur für Geld Liebe erschaffen, sondern sie richtig erleben. Dann warf er mich über die Schulter und wir streiften durch den Wald. Ich war so perplex über die Tatsache, wie absurd mir alles erschien, das ich schlichtweg aufgab und mich einfach nur tragen ließ.

Wir hielten an einer Weggabelung. ,,Soll ich es wagen und den rechten Weg einschlagen?'' ,,Nehmt einfach irgendeinen Weg!'', maulte ich. Er erwiederte nichts und wir gingen solange weiter, bis er mich fallen ließ. Ich kam nicht dazu mich zu beschweren, weil ich nämlich erst einmal schlucken musste. Vor uns war eine kleine Hütte und ein Türmchen auf einem Hügel. Außer ein paar Fichten wuchs hier nichts. Groß auf einem Schild mit Leuchtbuchstaben stand. ,,Grisildas Schönheitsfarm, Haarverlängerungen, Lebkuchen und mehr, im Shop sowie offline vor Ort erhältlich. ,,Ach du liebes bisschen, was ist das?'', raunte ich Furgus zu. Jedoch er war schon ganz fernab in seiner Welt. Eine liebliche Stimme mit honigblodem Haar und einem Aussehen, welches viel zu schön war für diese Welt trällerte aus dem Turm ein Lied. Sie konnte uns nicht sehen, sie war viel zu weit oben. Mein Mitstreiter sank mit den Knien ins Gras. ,,Die und keine andere!'', seuselte er. Wie durch ein Wunder winkte sie ihn zu sich. Er wurde von ihr förmlich angezogen, aber mein Gewissen meldete sich. ,,Halt, ich habe ein komisches Gefühl!'' Er überhörte mich und vernahm nur ihre Laute: ,,Komm zu mir, in meinem Shop und befreie mich!'' Sie erinnerte mich irgendwie an eine Sirene, das war nicht gut. Furgus ließ es sich nicht nehmen und sprintete in den Shop. Ich hechtete ihm hinterher. Völlig außer Atem stieß ich die Ladentüre auf. Ich fand die Frau, mit ihren extrem langen Haaren, mitten in einem Verhandlungsgespräch wieder. Definitive war sie eine Zauberin. Ich blickte mich um, kleine Fläschchen und Mixturen wurden hier feil gesprochen. Ich kam an die Theke, eine Vitrine mit Kröteneiern und Einhornköpfen darin, ließ mich zurückfahren. ,,Keine Sorge Liebes, es gibt hier für Jeden etwas. Etwas hörte sich an wie eine Schlange, bitte alles nur keine Schlange. Ich war kurz abglenkt gewesen. ,,Sagt mir mal, was hat das alles mit Schönheit zutun?'' Ich griff vorsichthalber nach meinem Messer im Bund. Ich erschrak als ich wieder zur Theke sah. Furgus war eingewickelt in ihr Haar. Ihre Augen hatten sich in Schlangenaugen verwandelt und ihr Zunge spaltete sich und schnellte immer wieder hervor. ,,Nanana, wer wird denn gleich!'', zischelte sie. Eine Haarsträhne schnellte in meine Richtung und zog mich an die Theke, es rumste. ,,Gleich zwei mal, Jamjam!'', sie lachte. Der Druck in meiner Hand wurde immer größer und das Messer drohte mir aus der Hand zu rutschen. Ein blödere Tod als den unter einer Edelsteinmine begraben zu werden gab es nicht. Ich entriss mich mit aller Kraft und zerschnitt alles was sich nur als Haar mir näher traute. Die Angst zu ersticken war viel zu groß, als die, ich könnte mir selbst wehtun. Sie schrie auf, das würde ich an ihrer Stelle auch. Ich befreite den Ritter und verpasste der hässlichen Hexe auch noch einen Kurzhaarschnitt. Binnen Sekunden wurde sie schrumpelig, hässlich und alt. Ich packte Furgus und stolperte mit ihm durch den Laden hinaus ins Freie auf den Hügel. Sie tobte und schrie: ,,Das kostet mich jetzt wieder Jahrtausende meine Haare wachsen zu lassen, du Monster!'' ,,Los lass uns verschwinden!'', forderte ich ihn auf. Als wir in sichere Entfernung waren, sank ich erschöpft gegen einen Baumstamm: ,,Es ist nicht alles Prinzessin was glänzt, merke dir das!'' Er schwieg, das war mal was Neues, nach einer Weile räusperte er sich: ,,Danke!'' ,,Seht sogar ich kann Euch retten, das Mädchen ohne Namen!'', ich warf das Messer in den Baum vor mir, es blieb stecken. ,,Für wahr, für wahr!''

Im Schatten der Königin #PlatinAward2018#iceSplinters18Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt