Ein wiederkehrendes Ereignis.

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Weey saß auf ihrem Thron und spielte mit den Sonnenreflexen in ihrer Hand. In der Sonne leuchtete sie immer eisblau, so als bestünde sie aus Eis. Vielleicht bestand sie auch daraus, aber wer konnte dies schon wissen, sie hatte schon lange nicht mehr mit Menschen zutun gehabt, oder wie sie sie nannte, Blutmenschen. Plötzlich wurde ihre Stille von einer Person unterbrochen, welche sich in ihrem Saal aus Eis und Frost hineinwagte. ,,Johann, warum stört Ihr mich, ich habe doch gesagt ich möchte meine Ruhe!'', zischte sie kühl. Ach warum hatte sie nochmal diese schrecklichen Blutmenschen in ihr Reich gelassen? Ja die Langeweile war es gewesen und die Einsamkeit. Die ersten Menschen, welche sie entführen ließ, starben sofort an der Grenze, sie sind erfrohren. Es hatte sie viel Mühe und Energie gekostet, herauszufinden wie diese Wesen leben konnten ohne zu Leben. Sie haben kein Herz mehr sondern nur ein Forststück. Sie waren wie Weey nur halb noch lebend. Anfangs waren es 10 von ihnen, sie gab ihnen den Namen Eisblüynsky. Sie nannte sich einst selbst so, sie hatte sich alles alleine aufgebaut, besser gesagt, sie hatte all das hier gefunden. Sie flüchtete sich in den kalten Norden, war geflohen von ihrem Geliebter, Reet. Sie war ein Monster, aber im Laufe der Jahre war sie doch sehr einsam, sie sehnte sich zurück nach der Zweisamkeit. ,,Es ist wichtig Könign Eyew, ein gewisser Peter ist hier, er möchte mit Euch sprechen!'', antwortete er aus der Puste. Sie betrachtete ihre Nägel: ,,Ich möchte aber nicht mit ihm sprechen, dafür haben wir den Bürgermeister!'' Gelangweilt blickte sie zu ihm, Johann, er war ihr erster Versuch der geklappt hatte, aber er war auch der Einzige bei dem sie es verzieh, dass er mit ihr sprach. Er nickte und schloss die Türe wieder. Sie stand von ihrem Eisenthron auf. Als sie sich erhob bildete sich ein Eisfilm auf ihm und verlieh ihm einen Glanz. An jenen Tag, als sie hier ankam in diesem verlassenen Schloss, dort war alles so wie sie es gebaut hätte. Ein Wirbelstrum stob auf und trat auf die Königin zu, er trug einen Bart. ,,Reet!'', stieß Weey hervor, sie wäre umgefallen, wenn sie nicht bei einer Eisenmauer gestanden hätte. Sie hatte geglaubt er wäre tot, aber sie hatte ihn auch schon seit Ewigkeiten nicht mehr wiedergesehen. Er hatte eine Hand an der Mauer abgestützt: ,,Du bist noch genauso schön wie eh und je!'' Sie errötete nicht, aber sie wollte so gerne. Sie liebte ihn immer noch. Sie griff nach seinem Nacken und ließ ihre Finger dort verharren. Er fühlte einen leichten Schauer, aber er war es schon gewohnt. Jetzt wo er sie endlich wieder ansehen konnte, kam in ihm der Schmerz hoch. Sie hatte Reet wegetan, wollte ohne ihn leben und hatte sich eine Welt aufgebaut, alles ohne ihm. Er konnte nicht mehr in sich halten und presste ungestühm seinen Lippen gegen Ihre. Sie schmeckten so süß wie damals, er umschloss sie in sich und wollte sie nicht mehr gehen lassen. Sie löste sich kurz von Reet: ,,Bitte, tue das nicht, ich bringe dich um!'' Sie keuchte, sie hatte keine Gefühle mehr empfunden, sie waren gestorben wie sie, allein Reet vollbrachte es, sich wie ein Mensch zu fühlen. Bei ihm war es ihr auch egal, dass sie fast verbrannte. Aber sie war schon so lange in der Kälte gefangen, es war bei ihr sowieso alles abgestorben. Er wanderte ihren Hals hinauf und wieder ab, sie konnte sich nicht mehr an all die Emotionen erinnern, bei ihm erwachte sie zum Leben.

Eng umschlungen lag sie bei ihm in ihrem Bett, einzig das Laken trennte sie von der Kälte, aber Kälte brauchte Weey so wie er das Atmen brauchte. Reet hatte sich verändert, nicht nur der Name, sondern auch sein aussehen. Er hatte von ihrer Methode gehört, das Herz aus sich genommen und den Pfeil hineingestoßen. Er hatte lieber einen Trank getrunken, welchen ihn sterben ließ. Er war jetzt auch lebend untot, aber nicht auf diese Weise. Er hatte sich für sie geopfert, so dachte sie jedenfalls. Im Laufe der Jahre hatte er es sich zur Aufgabe gemacht, Herzen von Frauen zu erobern, sie darauf zu brechen und weiter zu ziehen. Reet war aus dem einzigen Grund bei ihr, weil endlich mit Weey abschließen wollte. Sie strahlte im Licht und hüllte den Raum in eine kristallische Atmosphere. Er liebte sie nicht mehr, das war ihm jetzt bewusst, und dieser Gedanke zog sich die ganze Nacht lang durch. Weey erwachte wieder und glaubte sich in Sicherheit, doch dann erkannte sie das sie allein war. Sie stand unter Schock, sie dachte er wäre zu Eis gefroren, aber das war es nicht mal im Geringsten. Reet, der sich jetzt Peter Fischer nannte, hatte sie verlassen, diesmal für immer. Er war zurück zu seiner Frau gegangen, Carbonnita. Aber von all den Dingen, welche sich im Schatten der Königin zutrugen, wusste sie nichts. Weey zog ihr Laken an ihren Körper, es passte zu ihr, wie ihre bläuliche Haut. Sie zuckte und verkrallte sich in dem Tuch. Es war so etwas wie Schmerz, aber schlimmer, hätte Weey ein Herz gehabt, dann könnte sie es auf Liebeskummer deuten, aber diesen verspürte sie keineswegs, oder doch?

Sie kauerte gegen die Eisscheibe, seit jenem Tag, am dem sie Reet wiedergesehen hatte wachte sie immer wieder auf und fühlte sich so zerbrechlich, vielleicht war es auch das was ihre Seele war, zerbrechlich. Jede Statur konnte man erspähen, wenn eine Person durch das Fenster gesehen hätte. Er hatte eine neue Frau, sie war nicht mehr die Einzige. Sie war sich dieser Offenheit, von ihre Persönlichkeit, durchaus bewusst, dennoch sie konnte es nicht in sich halten. Schneeflocken stiegen aus ihren Augen, ihr wäre es lieber gewesen sie hätte geweint, es wären Tränen geflossen. Seit sie diesen Fluch hatte, verwandelte sie sich immer mehr zu Eis, irgendwann, dass wusste sie, würde sie nur noch aus Frost bestehen. Aber jenen Tag, welcher sich in einem Jahrzehnt zutragen würde, war noch weit entfernt. Weey war unsterblich, sie hatte sich dem Forst und dem weißen Tod verschrieben. Früher, bevor sie Reet kennengelernt hatte, da war sie sehr krank gewesen, allein die Medizin, besser gesagt die Ermordung ihres Selbst führte zu einer Heilung. Im Nachhinein bereute sie es allmähnlich, andererseits hätte sie auch nie Reet kennengelernt, obwohl er ja im echten Namen Furgus Email hieß. Eines Tages lief sie ihm über den Weg, von da an hatten beide keine Ahnung mehr wielange sie sich schon kannten. Eine Geschichte, welche sich in ein einziges Drama verwandelt hatte. Sie war zerbrochen, eine Skulptur aus Glas des Todes. Sie hielt den roten Handschuh in ihrer Hand fest, den anderen Teil hatte Reet, sie hatte ihn für ihn fallen lassen. Er gab ihn ihr niewieder, dieses Gefühl war entsetzlich. Er war fort, sie ballte ihre Faust und frohr den Handschuh zu, als sie ihre Hand wieder aufschloss, zerfiel er zu Staub, wie einst ihr Herz. Sie blickte nicht mehr auf ihre Vergangenheit, sondern in die Zukunft, ihrem Ende.

Im Schatten der Königin #PlatinAward2018#iceSplinters18Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt