Kapitel 5.

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Ich starkste im Dunkeln über den Hof, eine Hand auf den Schnee gerichtet, damit meine Spuren verschwanden. Der Schnee peitschte mir ins Gesicht, aber das kümmerte mich nicht weiter. Ich wollte zum Stall, um meine Rosalie zu holen und mit ihr abhauen. In meiner Unwissenheit hatte ich glatt vergessen, dass der Bote zurück kommen könnte, dann würden sie mich aufspüren und finden. Aber dann werde ich nicht zurückkehren. Meine Schritte wurden schneller, ich öffnete mit meinen Handschuhen die sperrige alte Holztüre. Rosalie schnaubte als der Wind hineinwehte. Rosalie war ein besonderes Tier, sie hatte die Fähigkeit sich an die Temperatur anzupassen. Ich ging zu ihr und streichelte sie. ,,Wir gehen mein Mädchen, entgültig!'' Es wehten mir kleine Schneeflocken entgegen. ,,So ist es brav!'', ich lächelte und bestäubte leicht ihre Schnauze. Geschwind holte ich ihren Sattel, ihre Hufe klapperten auf dem Steinboden. Ich vermutete, dass ich nicht gerade leise war, aber das war mir egal, ich wollte nur fort. Ich schwang mich auf Rosalie und hob meine Hand. Ein Sturm zog auf, direkt vor der Türe und mir. Ich ließ den Schnee meine Türe öffnen. Sofort nachdem sie aufgefolgen war, sprinnte ich hindurch, in den weißen Tod. Er konnte mir nichts anhaben, aber er war ein Möder für Lebende. Als ob Rosalie wüsste, dass wir kein Zeitfenster hatten, galopierte sie los in den Kontrast von Weiß und Schwarz.

Das Schnauben meines Atem und die Stille folgten uns bis wir bereits in den Morgen ritten. Völlig verausgabt machten wir Rast an einem See, dieser war aber nicht zugefroren, natürlich nicht. Ich blickte mich um. Wie hoch war die Wahrscheinlichkeit, einen Fremden zu treffen? Gleich nicht. Ich war leicht entkräftet und musste mich stärken. Das kalte Nass würde meine Haut schön umschließen, und jegliche Wärme aus mir vertreiben. Ich band Rosalie schnell an einem toten Baum fest, dessen Geäst mir fast meine Augen ausstarchen. ,,Sei brav und warte hier auf mich!'' Ich schritt über den gefrorenen Boden direkt auf den See zu. Meine Finger freuten sich auf die Klarheit des Wassers. Ich ließ meine Hüllen fallen und stieg in ihn hinein. Treibend über das Leben philosophierend, dachte ich nach. Ich war hier allein, entblößt, nur ein Wasser zum Schutz. Meine blonden Haare gingen mir bis unter die Knie, ich durfte sie mir ja nicht abschneiden, weil es unnötig Geld verschwendete, in Unbelebtes zu investieren. Den Kopf gen Himmel gerichtet, bewunderte ich die Wolken und ihre Gesellen. Vögel, wie Raben, Krähen und Kuckukstauben...., Moment, Kuckukstauben. Ich riss meine Augen auf, durch den Schwung sank ich kurz unter Wasser. So schnell kam die Antwort? Ein Zeichen für mich weiter zu ziehen. Ich tauchte aus der schwarzen Flüssigkeit auf und rannte aus dem Wasser. Ich schlüpfte in meine nassen Gewänder, diese frohren sofort das Wasser zu, welches jetzt von mir abprallte wie Staub. Ich hiefte mich in den Sattel und flüsterte: ,,Komm mein Mädchen, auf gehts!'' Ich gab ihr die Sporen. Wir ritten weiter, bis uns aus der Ferne etwas Schwarzes entgegenstrahlte. Es vibrierte, aber ich wusste nicht was es war. Durchreiten oder umkehren? Ganz klar, durchreiten. Ich trieb meine Freundin weiter an und wir brausten durch den Nebel durch. Es roch nach Rauch und Verbranntem, allerdings für mich undefinierbar. Ich hustete, meine Lunge zog sich zusammen und verkrampfte sich. Wir waren hindurch. Was war dieses Monster gewesen? Als ich atmete kamen leichte rote Trofen aus meinem Mund. Ich hielt meine Hand auf und spürte, wie es auf Meiner abtropfte. Kurz zitterte es, bis sich das Rote in eine rosafarbene Schneeflocke verwandelte. Was geschah mit mir?

Blut die Farbe von Leben, Eis die Stärke der Macht, ohne es zu wissen ist sie ensprungen am See, ohne es zu wissen kam sie zu uns und trieb das Bisherige fort!

Ein Zitat, von dem jungen Dichter Heinrich von Eschenbach, aus dem Gedicht ,,Welche Welt!''.

Im Schatten der Königin #PlatinAward2018#iceSplinters18Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt