Ich benehme mich Kindisch. Eindeutig. Seit Harry und ich in seinem Zimmer "geredet" haben gehe ich ihm aus den Weg. Ich hatte mich bei Gemma entschuldigt, auch wenn sie es für überflüssig hielt, bevor wir in einen netten Plausch über dies und das gefallen sind. Als Anne mit ihrem Mann nach Hause kam, haben wir drei Mädels uns ums Essen gekümmert, während Harry mit seinem Stiefvater ins Wohnzimmer verschwunden ist.
Ich habe mich mit den beiden Styles Frauen wirklich super verstanden und bin immer ich tierisch überwältigt von der Herzlichkeit mit der ich hier empfangen wurde und wie selbstverständlich mich hier alle aufgenommen haben.
Während ich mich beim Essen neben Harrys Schwester gesetzt habe, dafür seltsame Blicke erhaschen habe, haben mich die anderen mit Geschichten aus der Kindheit meines Freundes versorgt. Bevor Harry seinen lieben Fotos aus Südamerika gezeigt hat, habe ich schnell gemeinsam mit Gemma abgeräumt und die Küche aufgeräumt.
Mittlerweile sitzen nur noch Gemma, mein Freund und ich im Wohnzimmer. Während das Geschwisterpaar auf der Couch sitzt, habe ich es mir gegenüber auf den Sessel gemütlich gemacht. „Ich geh hoch, ins Bett.“, durchbreche ich das gequetsche der beiden. Es ist nicht so, dass ich das Gefühl habe als würden die beiden mich ausschließen, ganz im Gegenteil schon den ganzen Abend wurde alles dafür getan, dass ich mich wohl fühle, allerdings würde ich grade viel lieber alleine sein. Bloß ein bisschen. „Hast du immer noch Kopfschmerzen?“, will Gemma von mir wissen. „Es bisschen, aber es geht schon.“, antworte ich ihr. „Mum hat sicherlich noch Schmerzmittel da.“ Ich schüttel mit den Kopf. „Nein ich denke das geht schon. Ich brauch einfach bloß etwas schlaf. Gute Nacht.“, gebe ich noch von mir ehe ich nach oben verschwinde.
Ich geh als erstes ins Badezimmer, bevor ich mich in Harrys Zimmer begebe, mich rasch umziehe und dann ins Bett schlüpfe.
Ich bin ein wenig hin und her gerissen. Auf der einen Seite, will ich morgen einfach nur nach Hause fahren. Das mit Harry heute Mittag hat mir einfach gereicht um über die ganze Beziehungssache noch mal nach zu denken. Ich mag ihn, keine Frage. Ich habe ihn sogar sehr, sehr gern, aber wenn es dauerhaft so läuft, wie heute, dann bin ich einfach nicht die richtige für den Lockenkopf – besser wir finden es jetzt raus als später. Obwohl ich am liebsten wieder zurück zu meinen Mädels will, tut es mir andererseits wirklich Leid, denn Harrys Familie hat mich echt liebevoll aufgenommen.
Einen Augenblick überlege ich, Juls oder Jen anzurufen, entscheide mich allerdings dagegen, erstens ist es schon ziemlich spät, zweitens
würde es wahrscheinlich viel zu lange dauern, überhaupt etwas Verständnis von ihnen zu bekommen und drittens, will ich ungern von Harry dabei erwischt werden.
Ich seufze, schließe die Augen und will einfach nochmal eine Nacht drüber schlafen - vielleicht sieht die Welt morgen schon wieder ganz anders aus.
Eine Weile liege ich dort und welse mich von der einen zur anderen Seite. Es kann doch echt nicht sein. Ich will wirklich grade einfach nur schlafen, bekomme aber kein Auge zu. Zu allem Überfluss höre ich auch noch die Stufe knatschen, die mich heute Morgen auch schon verraten hat. Kommt Harry etwa schon ins Bett? Oder geht einer von den beiden bloß aufs Klo? Ich bekomme die Antwort, als sich die Zimmertür öffnet und ich Harry in dem Lichtkegel vom Flur erkenne. Einen Augenblick schauen wir uns an, bevor ich mich mit den Rücken zu ihm umdrehe. Kurzezeit später schaltet er das Licht im Flur aus und schließt die Tür hinter sich. Nach dem Rascheln zu urteilen, zieht er sich grade sicherlich um.
Ich merke wie Harry sich ins Bett legt. Beide schweigen wir, aber was hatte ich auch erwartet?
Als ich grade doch dabei bin einzuschlafen spüre ich die Präsens meines Freundes hinter mir. Er streckt ein Arm über mir hinweg, während er den anderen um mich legt bevor ich seine Lippen auf meine Schultern spüre. „Wenn ich dir sage, dass es mir leid tut, glaubst du mir dann?“, höre ich ihn leise Fragen. „Muss ich ja, oder?“ Er seufzt. „Wahrscheinlich habe ich etwas über die strenge geschlagen, in jederlei Hinsicht.“, gibt er von sich. „Jor, stimmt wohl.“
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Everything started with colorful Bubblegum
Fanfiction#36. Einhundert runde, bunte Kaugummis aus dem Automaten ziehen. «Wofür soll ich das denn machen?» - «Ich habe gedacht, wir sind uns einig, dass nicht alles was hier drauf steht einen Sinn hat.» «Und was soll ich mit den einhundert Kaugummis machen...
