„Wo wohnst Du eigentlich", wollte Lilly wissen, als wir zusammen die Straße hinab gingen, die ich vorhin entlang gejoggt war. Nun lief ich natürlich entspannt neben ihr her.
„In der Rose Street", gab ich zurück.
„Ist ja cool, ich wohne im Violet Way (In unser Wohngegend hatten alle Straßennamen einen Blumennamen). Das ist gleich zwei Querstraßen weiter. Sag mal, wohnst Du jetzt in dem kleinen weißen Haus, das erst umgebaut wurde? Wie hieß denn jetzt gleich wieder die ältere Dame, die da drin gewohnt hat?"
„Meinst Du vielleicht Vivian Prescott?"
„Ja genau, so hieß sie."
„Das war meine Großmutter."
„Sie war echt lieb. Hat mir und meiner Schwester immer Schokolade gegeben. Heimlich natürlich."
„Ja, so war sie."
Und leider war sie für mich viel zu früh gestorben, denn ich hatte sie heiß und innig geliebt. Aber so war nun einmal das Leben. Menschen kommen und gehen, manche früher, manche später.
„Und wo kommst Du dann her", fragte Lilly. „Ich habe Dich hier, um ehrlich zu sein, noch nie gesehen und ich wohne jetzt doch schon ein paar Jahre hier."
„Ich komme aus Frankreich, genauer gesagt habe ich in der Nähe von St. Tropez an der Cote d'Azur gewohnt. Meine Mutter ist hier aufgewachsen, aber mein Vater ist Franzose. Tja, und da er einen neuen Job in London bekommen hat, sind wir jetzt hierher gezogen. Leider, wie ich sagen muss. Frankreich ist nämlich wirklich schön, vor allem, wenn man das Meer direkt vor der Haustür hat."
„Das glaube ich Dir gern. Ich liebe das Meer genau so. Und wo bist Du dann zur Schule gegangen?"
„Ich war auf der Beauxbatons-Akademie."
„Echt? Und wie ist es da?"
„Toll. Das Schloss steht direkt auf einer Düne und ist außerdem von Lavendelfeldern umgeben. Und in nicht einmal drei Minuten bist Du am Strand und kannst im Mittelmeer baden. Das haben wir natürlich immer ausgenutzt."
„Und jetzt? Gehst Du immer noch nach Beauxbatons?"
„Nein, jetzt komme ich nach Hogwarts."
Und schon wieder musste ich in Gedanken ein Leider hinzufügen. Ich wäre viel lieber auf meiner alten Schule geblieben, aber das hatten wir ja schon.
„Es wird Dir dort gefallen, glaub mir. Die Umgebung ist schön und die Lehrer und der Unterricht sind auch in Ordnung. Und die Bibliothek erst. Ich persönlich liebe ja Bücher."
„Ich auch. (Toll, unsere erste Gemeinsamkeit) Was habt ihr denn so für Unterrichtsfächer?"
„Ach, das übliche eigentlich. Zauberkunst, Verwandlung, Zaubertränke (WÜRG!), Geschichte der Zauberei, Alte Runen, Arithmantik, Astronomie, Kräuterkunde, Muggelkunde, Verteidigung gegen die Dunklen Künste und Pflege magischer Geschöpfe. In welche Klasse kommst Du denn?"
„In die Fünfte und das obwohl ich schon 16 bin. Ich bin leider 15 Tage zu spät geboren."
Lilly musste lächeln und auch ich grinste sie an. Irgendwie mochte ich sie. Sie war wirklich freundlich. Und hübsch war sie. Sie hatte dunkelrote Haare, die ihr bis auf die Schulterblätter fielen. Ihre Augen waren grün wie meine, wobei ihre eher blattgrün waren, während meine einen Hauch von Türkis hatten. Ihre Nase war gerade und sie hatte schöne geschwungene Lippen.
„In welche Klasse kommst Du", wollte ich von ihr wissen.
„In die Sechste (Oh schade, wäre schön gewesen, schon eine Klassenkammeradin zu haben). Ich bin nicht zu spät geboren."
Wieder lachte sie.
„Hey, dann hast Du ja jetzt erst Deine ZAGs geschrieben. Wie ist es gelaufen?"
„Ganz gut. Bin nur in Geschichte der Zauberei und Astronomie durch gerasselt."
„Dann meinen Glückwunsch. Aber sag mal, Lilly, wie sieht es denn in Hogwarts eigentlich mit den Jungs aus? Gibt es da den einen oder anderen süßen Typen?"
Ich wollte nicht wie eine mannsgeile Tussi herüber kommen, aber es interessierte mich einfach. Man muss ja schließlich wissen, wo man hin kommt und was einen erwartete.
„Das eine oder andere Sahneschnittchen ist schon dabei", meinte Lilly und grinste wieder. Puh, sie hatte meine Frage also nicht falsch interpretiert, Gott sei Dank.
„Bist Du denn mit jemandem zusammen?"
„Nein, bin ich nicht."
„Oh, schade. Darf ich Dir denn noch eine Frage stellen?"
„Klar, nur zu."
„Was war das vorhin für ein Typ? Snake oder wie er hieß."
„Du meinst Severus Snape? Über den brauchst Du nichts zu weiter zu wissen, außer dass er ein riesiges Arschloch ist!"
Oh, das klang aber gar nicht gut. So wie Lilly kuckte, verheimlichte sie mir auch irgendwas. Ich konnte das anderen Menschen an der Nasenspitze ansehen. Aber ich wollte jetzt auch nicht weiter nachhaken, denn dazu kannte ich sie noch nicht gut genug.
„Typisch Slytherin halt", riss sie mich aus meinen Gedanken.
„Typisch was bitte?" Ich verstand nur Bahnhof.
„Slytherin. Das ist eines der vier Schulhäuser. Es gibt Slytherin, Hufflepuff, Ravenclaw und Gryffindor. Da bin ich."
Sie klang sehr stolz, als sie das sagte.
„Aha", gab ich zurück, denn schon wieder hatte ich keinen Plan, wovon sie redete. In Beauxbatons gab es keine unterteilten Häuser. Es gab nur sechs verschiedene Schlafsäle in den Türmen. Drei für Jungen, drei für Mädchen. Aber es war relativ eng. Circa 30 Mädchen in einem Schlafzimmer, die sich zwei Bäder teilen mussten. Mehr brauche ich dazu glaube ich nicht zu sagen. Das war einer der wenigen Nachteile, den meine alte Schule mit sich brachte.
„Du hast überhaupt keine Ahnung, wovon ich spreche, richtig?"
„Nicht wirklich."
„Daran müssen wir dringend etwas ändern. Aber jetzt ist dazu keine Zeit, denn wir sind da. Hast Du Lust, Dich morgen mit mir zu treffen. Sagen wir um zwei Uhr auf dem Spielplatz?"
„Klar, sehr gerne. Aber meinst Du nicht, dass da wieder dieser blöde Idiot auftaucht?"
„Das wagt er nicht, wenn ich da bin."
„Na dann, ist es ja gut. Auf den habe ich nämlich wirklich keinen Bock. Also dann, bis morgen, Lilly!"
„Bis morgen, Mimi."
Dann ging sie auf ihr Haus zu und ich machte mich schnell auf den Weg nach Hause.
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Come fly with me loving bat
FanfictionMimi ist gerade 16 geworden, als sie mit ihren Eltern von der wunderschönen Cote d'Azur in das regnerische England zieht. Das bedeutet für sie nicht nur ein neues Zuhause, sondern auch eine neue Schule. Dort kommt sie soweit auch ganz gut klar, auße...
