Planumsetzung

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Nein, nein, nein, nein, nein. Das konnte nicht wahr sein. Das war ein böser Traum, da war ich mir ganz sicher. Kann mich mal bitte jemand kneifen, damit ich aufwache? Das konnte und durfte einfach nicht Slughorns Ernst sein. Ich sollte Nachhilfe bei diesem Idioten nehmen? Nur über meine Leiche! Lieber rassle ich durch die ZAG-Prüfung. Aber ich würde mich definitiv NICHT mir diesem Arsch in einen Raum setzen und mir von ihm etwas über Zaubertränke beibringen lassen. NIE IM LEBEN! Die Frage war, ob er mir überhaupt etwas beibringen würde. Wahrscheinlich würde er die Gunst der Stunde nutzen und mich von vorne bis hinten beleidigen. Oder er würde mich hinterrücks erschlagen und mich dann irgendwo im Wald verscharren. NEIN, das mache ich nicht mit! Das können die sich sonst wohin stecken oder in ihre strohigen beziehungsweise fettigen Haare schmieren.
„Marie, das ist Severus Snape", meinte Professor Slughorn und schien den Schock meines Lebens, den ich gerade erlebt hatte, gar nicht zu bemerken. „Wie ich schon sagte, ist er der beste Schüler in diesem Fach, den ich je unterrichten durfte. Er entwickelt sogar seine eigenen kleinen Zaubertränke. Er ist ein richtig talentierter Bursche (Ui, wie schön für ihn!). Severus, das ist Marie Duchesse. Sie hat ein paar kleine Probleme in Zaubertränke und ich hoffe, dass Sie ihr helfen können."
„Wohl kaum", flüsterte der Arsch, aber so leise, dass es Slughorn nicht hören konnte, aber ich tat es.
Vielen Dank auch, du Wichser. Du mich auch mal! Ich funkelte ihn böse an und was machte er? Schaute mindestens genauso zornig zurück. Ihm schien die Sache genauso wenig zu gefallen wie mir.
Da schien Professor Slughorn auf einmal eine Erleuchtung zu haben, denn er schaute plötzlich von Severus zu mir und wieder zurück. Wow, Schnellchecker! Aber die Bombenstimmung, die hier herrschte, würde sogar einer hundertjährigen, blinden und tauben Oma nicht entgehen.
„Kennt ihr euch", wollte unser Lehrer daher wissen.
„Nein", sagte ich im selben Moment, als Snape „Ja" meinte.
„Na was denn jetzt", hakte Slughorn nach.
Diesmal antwortete ich „Ja" und der Arsch „Nein."
Himmel wer sollte das denn noch kapieren? So schaute auch das dicke Walross drein. Er schien total verwirrt zu sein.
„Hören Sie, Professor", meinte ich schließlich, bevor die Fledermaus noch auf die Idee kam, irgendetwas zu sagen. Da würde eh nur irgendeine Scheiße bei heraus kommen. „Wir... wir sind uns schon zweimal begegnet und beide Male sind nicht besonders... gut gelaufen, okay? Also sagen Sie, gibt es nicht eine Möglichkeit, dass mir jemand anders Nachhilfe gibt?"
„Ich fürchte nein, Marie. Severus ist wirklich der beste, den man kriegen kann. Ich habe Ihnen bereits gesagt, dass ich keine Zeit dazu habe. Also bleibt Ihnen gar nichts anderes übrig, als sich von Severus unterrichten zu lassen, wenn sie Ihre Prüfung bestehen wollen."
Aber ich will sie ja gar nicht bestehen. Ich werde sowieso Zaubertränke nach der fünften Klasse nicht weiter belegen, also war es doch scheißegal, ob ich die Prüfung versaute oder nicht.
„Professor Slughorn, bitte, Sir", versuchte ich es noch einmal. „Glauben Sie mir, wir würden uns die Köpfe einschlagen."
„Da muss ich Ihr ausnahmsweise einmal recht geben", sprang mir Snape zur Seite. „Die Sache würde nicht gut ausgehen."
Die blöde Fledermaus gab mir recht? Das war ja mal was ganz was neues. Das sollte man glatt kalendarisch festhalten. Das hatte schon fast das Potential, zum 8. Weltwunder zu werden.
„Ach, haben Sie sich nicht so, Severus. Dann müssen Sie sich halt ein klein wenig zusammen reißen, sie beide."
„Das ist bei ihr wohl kaum möglich. Sie ist ein sehr sturköpfiger Mensch und ich weiß genau, dass sie nicht tun wird, was ich ihr sage. (Hallo, ich bin auch noch da!) Wissen Sie, Sir, als sie mir gesagt haben, dass eine liebe und nette Schülerin meine Hilfe braucht, da habe ich gedacht..."
„Moment mal", unterbrach ich ihn laut. „Willst Du mir damit etwa sagen, dass ich nicht nett und höflich bin? Wer gibt Dir das Recht, so über mich zu urteilen? Du kennst mich doch überhaupt nicht!"
„Sehen Sie, was ich meine, Professor? Es würde zwischen uns wirklich nicht funktionieren. Sie ist so..."
„Du kannst es mir gerne ins Gesicht sagen, wenn Du mir etwas zu mitzuteilen hast und brauchst mich nicht zu ignorieren."
Jetzt reichte es mir aber wirklich. Der behandelte mich ja wie Luft. Das lasse ich mir doch von so einem nicht gefallen!
„Na schön, fein. Du bist eine mordsmäßige Zicke," sagte Snape und warf mir einen giftigen Blick zu.
„Ach ja", kreischte ich schrill. „Und Du bist ein Vollidiot wie er im Buche steht."
„Blöde Kuh!"
„Vollpfosten, Arschloch, Widerling!"
„Dreckiges Miststück!"
„Elender Verräter!"
„DAS REICHT", schrie Professor Slughorn dazwischen. „Hört sofort damit auf oder ich muss euch beiden Nachsitzen aufbrummen. Ich sehe schon, dass das zwischen euch schwierig wird, aber wisst ihr was? Es ist mir scheißegal. Sie beide haben jetzt eine Möglichkeit. Entweder ihr reißt euch zusammen, oder ich muss härtere Maßnahmen auffahren. Das würde für Sie bedeuten, Severus, dass Sie es vergessen können, sich an meinem Vorratsschrank zu bedienen. Das heißt, Ihre kleinen Experimente wären vorbei. Aus, Finito! Und Sie, Miss Duchesse, werden in hohem Bogen durch die Prüfung fallen. Wenn Sie sich also weigern, die Nachhilfe zu nehmen, dann brauchen Sie gar nicht mehr in meinem Unterricht auftauchen. Habe ich mich klar und deutlich ausgedrückt?"
„Aber...", setzten Snape und ich gleichzeitig an, aber ein Blick unseres Lehrers brachte uns zum Schweigen.
„Kein Aber, ihr beiden. Ihr werdet hier und jetzt einen Termin für eure erste Stunde vereinbaren und wehe, einer von ihnen beiden taucht dazu nicht auf! Glauben Sie mir, ich werde das heraus finden."
Ich sagte gar nichts mehr. Ich war einfach so erschrocken. Slughorn konnte ja richtig ausfallend werden, das hatte ich ihm gar nicht zugetraut. Aber was blieb mir anderes übrig? Ich konnte entweder in den sauren Apfel beißen und mir von diesem Arschloch etwas beibringen lassen oder ich flog aus Slughorns Zaubertrankunterricht und dann würde mir mein Vater den Kopf abreißen. Er würde mit wehenden Fahnen nach Hogwarts kommen. Ich sah es schon vor mir. Das waren beide keine rosigen Aussichten, aber ich musste mich zweifellos entscheiden. Und da ich meinen Vater kannte, wenn er richtig sauer war, wählte ich das kleinere Übel.
„Also schön", murmelte ich und senkte den Kopf. „Wann hast Du Zeit, Du... Severus?"
Auch er schien zum gleichen Schluss wie ich gekommen zu sein. Seine Entwicklungen schienen ihm sehr wichtig zu sein.
„Keine Ahnung", gab er seufzend zurück. „Morgen um vier? Oder hast Du schon etwas anderes vor?"
Ein „Bitte sag ja" schwang in seiner Stimme mit. Ganz eindeutig.
„Nein, vier Uhr passt."
Eigentlich passte es mir gar nicht, denn ich hatte wirklich besseres zu tun, als mich mit der blöden Fledermaus abzugeben und das auch noch an einem Samstag, aber ich hatte nun einmal keine andere Wahl. Obwohl ich viel lieber Joggen gegangen oder am See gelegen wäre.
„Sehr gut", mischte sich Slughorn wieder ein. „Das war doch gar nicht so schwer. Sie können mein Klassenzimmer dazu benutzen. Da haben Sie alles, was sie brauchen. Miss Duchesse, Sie können jetzt gehen, während ich Severus noch erkläre, wo genau Ihre Schwächen sind. Einen schönen Tag noch!"
„Danke, Ihnen auch, Sir", gab ich zerknirscht zurück.
Ich wandte mich schon in Richtung Tür, dann kam mir noch eine Idee. Ich musste Slughorn dringend zeigen, dass ich es ernst meinte. Deswegen drehte ich mich noch einmal zu den beiden Männern um.
„Severus", sagte ich und nickte ihm zu.
„Marie", gab er zurück und nickte ebenfalls.
Dann verließ ich so schnell wie ich konnte mit Filou das Büro.

Come fly with me loving batGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt