Ein Plan zur Ablenkung

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Filou und ich redeten den Rest der Nacht. Er erzählte mir alles, was er in der Schule so aufschnappte und da waren ein paar richtig lustige Sachen dabei. Niemals hätte ich gedacht, dass unser Hausmeister, Argus Filch, heimlich auf Madam Pince, die Bibliothekstante, stand. Oder dass Professor McGonagall in ihrer Freizeit die gleiche Art von Büchern las, die ich mochte. Schöne kitschige Liebesromane, mit der einen oder anderen richtig heißen Sexszene drin. Hmmm, vielleicht sollte ich ihr mal ein paar von meinen leihen.
Um halb 7 jedoch mussten wir zurück, denn ich musste mich ja noch duschen, umziehen, zwanzig Liter Kaffee trinken und dann ab in den Unterricht. Heute standen Zauberkunst, Muggelkunde, Geschichte der Zauberei, Alte Runen, Verteidigung gegen die Dunklen Künste und Verwandlung auf dem Plan. Wenigstens nicht Zaubertränke, das hätte ich heute definitiv nicht ertragen. Das hätte mich nur zu sehr an Fucking Bat erinnert und darauf konnte ich gut und gerne verzichten. Ich musste mir eh noch eine Möglichkeit einfallen, wie ich ihn vollkommen vergessen würde, aber mir wollte einfach nichts einfallen.
„Vielleicht nicht mehr an diesen Idioten denken", meinte Filou neunmalklug. „Das wäre doch schon einmal ein Anfang."
„Du hast gut reden", gab ich zurück. „Du bist ja auch nicht in meiner Lage."
„Na, Gott sei Dank. Den Knaben möchte ich nicht einmal in meinen dunkelsten Träumen abschlabbern müssen. Wie hast Du das nur jeden Tag über Dich gebracht? Außerdem bin ich nicht schwul, schon vergessen?"
„Ach ja? Aber Sirius leckst Du doch auch regelmäßig übers Gesicht."
„Das ist was ganz anderes. Den kann ich ja auch richtig gut leiden."
So ging das schon die ganze Zeit. Mein Hund schimpfte ständig über meinen Ex und hob Sirius in den Himmel. Er hatte sogar gesagt, dass ich doch mit Sirius ausgehen sollte, aber da hatte ich eiskalt Einspruch erhoben. Ich meine, Sirius war ein netter Kerl und er sah auch gut aus, aber ich hasste einfach seine arrogante Art. Er hielt sich für was besseres und das konnte ich ja so überhaupt nicht gebrauchen. Außerdem war ich immer noch zu verletzt. Nein, für mich war das Thema Männer und all die Vorzüge, die sie mit sich brachten, erst einmal auf Eis gelegt. Ich wollte von ihnen nichts mehr wissen. Die tun einem doch nur weh. Nö, ich bleibe erst einmal Single und konzentriere mich auf die Schule. Das würde meinen Vater ungemein freuen. Und wenn das bedeuten sollte, dass ich eine ewige Jungfrau bleiben sollte, dann war das auch in Ordnung. Ich hatte die Schnauze einfach gestrichen voll.
Doch es nervte mich, dass Filou sich wieder einmal in mein Liebesleben einzumischen versuchte, deswegen erinnerte ich ihn freundlicherweise an seine Eier.
„Die möchtest Du doch gerne behalten, oder?"
Das war vielleicht fies, aber so war ich nun einmal. Ein Fiesling durch und durch, vor allem wenn ich verletzt war. Filou sollte sich also wirklich zurück halten und das tat er dann auch.
Wie schon gesagt, machten wir uns um halb 7 zurück auf den Weg in den Gryffindorturm. Ich hatte mich wieder desillusioniert, denn es war zwar erlaubt, sich ab halb 7 auf den Gängen aufzuhalten, aber ich hatte einfach keine Lust auf irgendwelche Gespräche, falls ich irgendjemandem begegnen sollte. Und tatsächlich trafen Filou und ich auf Professor Taylor, der heute Nacht anscheinend Dienst gehabt hatte. Doch da ich Gott sei Dank unsichtbar war, blieb mir sein Gerede erspart. Aber da fiel mir ein, dass ich ihn wegen der Werwolfsache fragen konnte. Aber das musste wohl oder übel bis nach der heutigen Stunde warten.
Doch trotzdem ging mein Lehrer in die Hocke und streichelte kurz meinen weißen Schäferhund.
„Du bist aber ein Hübscher", meinte er und kraulte ihn hinter den Ohren. Das mochte Filou, das wusste ich. „Du gehörst Marie, richtig?"
Mein Hund bellte einmal kurz, aber ich hörte deutlich das „Ja" in meinem Kopf.
„Da hast Du wirklich Glück, mein Lieber", sagte Taylor. „Sie ist eine ganz liebe. Mit Sicherheit ist sie das beste Frauchen, dass man sich auf der Welt nur wünschen kann."
Dann stand er auf und ging den Gang entlang davon.
„Der schmiert Dir wirklich ganz schön Honig ums Maul, Mimi", war Filous Kommentar daraufhin. „Vielleicht steht er ja auf Dich."
„Hör auf, Filou", gab ich genervt zurück. „Du übertreibst. Professor Taylor ist ein Lehrer und er will sicher nur freundlich sein."
„Also, ich mag ihn."
„Wie schön für Dich! Können wir jetzt endlich weiter? Ich will noch duschen."
„Mann, mach doch nicht so einen Stress."
Doch trotzdem ging er schön brav an meiner Seite, als ich weiter in Richtung Gryffindorturm lief.

Come fly with me loving batGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt