Die Eröffnungsfeier

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Die restliche Fahrt verlief eigentlich relativ ereignislos. Warum ich relativ sage? Na ja, wir waren fast in Hogsmeade, dem Ort, in dem sich meine neue Schule befand, angekommen, als sich erneut die Abteiltür öffnete. Und herein kam... Mr Superschnellchecker - Arschloch - Fledermaus höchstpersönlich. Severus Snape, der Junge vom Spielplatz. Er trug bereits seine Schuluniform und das ließ ihn noch mehr wie eine Fledermaus erscheinen wie in seinen normalen Klamotten. Hmm, er sah wirklich gar nicht mal so schlecht aus, das musste ich wirklich zugeben. Er hatte ein hübsches Gesicht, aber seine Haare hätten dringend einmal eine Haarwäsche, eine Kur und etwas Gel vertragen.
„Lilly, kann ich bitte kurz mit Dir sprechen", meinte er, ohne mich eines Blickes zu würdigen.
Klar, ignoriere mich nur, Du Scheißkerl. Was hatten diese Jungs aus Hogwarts nur? Wirkte ich vielleicht wie ein Geist oder so? Oder war ich einfach nur Luft?
Doch meine Freundin zog einfach nur ein Buch aus ihrem Rucksack und vergrub sich darin. Ich wusste genau, warum sie das machte. Sie mochte diesen Kerl einfach nicht, was ich nur allzu gut verstehen konnte nach allem, was sie mir über ihn erzählt hatte. Anscheinend war dieser Snape ein Freak, der seine eigenen Zaubertränke und Zaubersprüche entwickelte. Das an sich wäre ja nicht so schlimm gewesen, wenn das nicht tiefste schwarze Magie gewesen wäre, mit denen er andere Schüler quälen konnte. Und das schien ihm einen riesigen Spaß zu machen. Auch seine so genannten Freunde standen auf diesen Scheiß. Sie hatten sogar eine Gruppe gebildet, die sich einem sehr gefährlichen Zauberer anschließen wollten, sobald sie mit der Schule fertig waren. Das alles klang für mich gar nicht gut. Ich meine, wer machte denn von Haus aus so einen Scheiß? Nur jemand, der von Natur aus böse war.
„Fünf Minuten, Lilly, bitte", flehte er erneut. „Mehr verlange ich gar nicht."
„Sag mal, Mimi", meinte meine Freundin an mich gewandt und hob seufzend den Blick von ihrem Buch. „Hörst Du irgendetwas? Ich habe da gerade so ein lästiges Geräusch im Ohr und ich kann überhaupt nicht einordnen, woher es kommt."
Ich grinste sie an. Ich mochte dieses Spielchen. Ich nenne es „Ignoriere die biestige, alte Fledermaus".
„Ja, ich weiß genau, was Du meinst", gab ich deshalb zurück. „So ein komisches Gebrummel. Aber ich weiß auch nicht, wo es her kommt. Hast Du schon einmal aus dem Fenster geschaut? Vielleicht kommt es ja von draußen."
„Ja, wahrscheinlich!"
„LILLY", rief der Arsch jetzt lauter. „Ich bin es, der mit Dir redet. Hör bitte auf, so zu tun, als würde es mit nicht geben. Das ertrage ich nicht. Bitte, komm raus und unterhalte Dich mit mir. Nur fünf beschissene Minuten."
Oi, der Typ schien es wirklich nicht zu kapieren, das Lilly keine Lust hatte, mit ihm zu sprechen. Was auch immer da vorgefallen war. Das war ja zum Haare raufen, wenn man keinen Plan hatte, worum es ging.
„Da war es schon wieder", seufzte meine Freundin und rieb sich genervt das Ohr. „Dagegen müssen wir dringend etwas unternehmen."
„LILLY!"
„Bist Du Dir ganz sicher", wollte ich von ihr wissen. „Ich kann gerne die Störung orten und beseitigen, wenn Du willst."
„Ich bitte darum, Mimi!"
„LILLY!"
Snape schrie es jetzt. Oje, der schien schon richtig sauer zu sein. Der blähte ja schon die Nüstern, wie ein wild gewordener Hippogreif. Ich seufzte und wandte ihm nun direkt dem Blick zu. Filou auf der Bank neben mir tat das gleiche und war ganz wachsam. Er würde mich auf jeden Fall beschützen, wenn es hart auf hart kommt.
„Hör zu, bist Du so doof oder willst Du es nicht kapieren", wollte ich von ihm wissen. „Du bist hier unerwünscht!"
„Du hältst die Fresse", maulte er mich an.
Na, so etwas kannte ich ja bereits von ihm. Konnte der sich nicht einmal eine neue Masche einfallen lassen? Das wurde irgendwann mal langweilig.
„Also, erstens habe ich keine Fresse", gab ich deshalb zurück. „Ich habe wenn dann einen Mund. Und den werde ich definitiv nicht halten. Und zweitens: Wenn hier jemand die Klappe halten sollte, dann bist es Du. Checkst Du denn gar nicht, dass Lilly keinen Bedarf hat, mit Dir zu reden?"
„Misch Dich da nicht ein, Du blöde Zicke. Das geht Dich überhaupt nichts an. Das ist eine Sache zwischen Lilly und mir. Also halt Dich da raus, Froschschenkelfresser!"
Moment einmal, MOOOOOMENT! Woher wusste er, dass ich Französin war? Und selbst wenn, was war so schlimm daran, wenn jemand Froschschenkel mochte? Nicht, dass ich das tat, ich hatte noch nie welche probiert, aber dass er das gegen mich einzusetzen versuchte, war unterste Schublade. Der Kerl hatte sie ja wohl nicht mehr alle. Dem hatte man wohl echt ins Gehirn geschissen.
„So, jetzt reicht es aber, Du blöder Arsch. Von so einem wie Dir lasse ich mich doch nicht beleidigen, nur weil ich aus einem anderen Land komme. Schau endlich das Du Land gewinnst, Du Abschaum."
„Du hast mir gar nichts zu sagen, Du blöde Kuh. Ich möchte mit Lilly reden und nicht mit so einer abgefuckten Ziege wie Dir! Also halt endlich Deine verfickte Fresse!"
„Ich lasse mir doch nicht von einem wie Dir den Mund verbieten. Und ich habe sehr wohl das Recht, Dich hier aus dem Abteil zu schmeißen, da ich genauso keinen Bock auf Dich habe wie Lilly. Also HAU ENDLICH AB!"
„NEIN! Lilly, bitte, ich will doch nur..."
„Geht das denn schon wieder los? Hallo, Erde an Mr Fiesling! Sie will nicht mit Dir reden! Kapiere das endlich. Also lass uns jetzt gefälligst in Ruhe!"
„Halt Dein Maul, Hackfresse! Lilly, bitte..."
„Will das denn nicht in Deinen kleinen Schädel? Du bist hier nicht erwünscht! Verzieh Dich!!!"
„FICK DICH, DU BLÖDE SCHLAMPE!!!"
So, das war's. Jetzt reicht es wirklich endgültig! Das war der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Was bildete der Kerl sich eigentlich ein, mich eine Schlampe zu nennen? Mich, die noch nie einen Mann geküsst, geschweige denn andere Dinge mit ihm gemacht hatte. Dieser Kerl war doch wirklich ein blöder Vollpfosten wie er im Buche steht. Und man musste ihm dringend einmal zeigen, wo es lang ging. Von so einem Arschloch lasse ich mich doch nicht als Schlampe bezeichnen. Also, half nur noch eines: ich musste die Französin in mir raus lassen. Gnade Dir Gott, Du Wichser!
Ich sprang von der Bank auf und riss meinen Zauberstab aus der hinteren Hosentasche, während mein Schäferhund an meine Seite sprang und wild zu knurren anfing. Gut so, Filou. Wir sind ein Team!
„ICH BIN KEINE SCHLAMPE", schrie ich auf Französisch. „MERK DIR DAS, DU BLÖDER VOLLIDIOT!!!"
Ich schwang meinen Zauberstab und hetzte ihm zuerst einen Schweigezauber auf, sodass er sich nicht mehr verteidigen konnte. Ungesagt natürlich. Das hatte ich schon seit der dritten Klasse drauf. Lesen bildet bekannterweise. Dann dachte ich mit aller Macht „Depulso" und sah zufrieden, wie Snape aus dem Abteil flog und an die gegenüberliegende Wand krachte. Dann schloss ich mit einem Schlenker meines Zauberstabs die Abteiltür und verriegelte sie. Anschließend wandte ich mich meiner Freundin zu.
„So, das wär's", sagte ich zu ihr und wischte mir demonstrativ die Hände an meiner Hose ab. „Der Müll ist beseitigt!"
Wir sahen uns tief in die Augen und prusteten los. Das hatte ja so war von gut getan. Diesem blöden Arsch hatte ich es mal gezeigt. Der würde es sich in Zukunft zweimal überlegen, ob er sich mit mir anlegen würde oder nicht. Schade eigentlich, dass ich ihm nicht noch den Arsch-Umkehre-Zauber aufgehalst hatte. Dabei wäre sein Hintern dann sein Gesicht gewesen. Hmmm, das musste ich mir für das nächste Mal dringend merken.
„Du warst klasse, Mimi", brachte Lilly schließlich mühsam hervor. „Ich fass es ja nicht, wie Du ihn fertig gemacht hast. Das war wirklich spitze! Und wie Du abgegangen bist, als er Dich eine Schl... genannt hat... Wirklich ganz großes Kino!"
„Danke für das Kompliment."
„Das meine ich ernst. Woher hast Du eigentlich so gut zaubern gelernt? Normalerweise dürftest Du noch gar keine ungesagten Zauber können. Das ist UTZ-Niveau."
„Weißt Du, in Beauxbatons haben wir eine riesige Bibliothek und dürfen auch einige Zauber üben. Gut und aus den einigen sind bei mir einige mehr geworden. Ich hatte viel Zeit und ich lese gerne, also habe ich heimlich trainiert. Für genau solche Fälle. Hat ja auch nicht geschadet, wie man sieht."
„Ganz und gar nicht. Du warst wirklich gut."
„Danke. Aber sag mal, bekomme ich jetzt eigentlich Ärger?"
„Nein. Wieso fragst Du?"
„Na, weil ich doch außerhalb der Schule gezaubert habe."
„Das gilt nur während den Ferien und das Zaubern im Hogwarts-Express wird toleriert, da hier keine Muggel in der Nähe sind."
„Dann ist es ja gut. Ich hatte schon Angst, dass meine Eltern das vielleicht irgendwie raus finden würden. Du hast ja meinen Dad kennen gelernt. Mehr brauche ich Dir also nicht zu sagen. Aber sag schon, was läuft da mit Dir und diesem Snape? Warum will er unbedingt mit Dir reden?"
„Ich... Ich erzähle es Dir später, okay?"
„Aber warum denn das?"
„Weil wir gleich da sind und wir uns noch unsere Umhänge anziehen müssen. Versprochen, wir reden später darüber."

Come fly with me loving batGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt