Ich sprang unter die Dusche, seifte mich in Windeseile ein, shampoonierte mir die Haare, fuhr mit meinem Einweg - Rasierer über Achseln und Beine (Obwohl ich mich gestern schon rasiert hatte, aber es muss ja alles seine Ordnung haben), duschte mich ab und schon war ich wieder draußen. Ich rannte zum Waschbecken, sprühte mir Tonnen von Deo drauf und putze mir schnell die Zähne. Ich wollte ja keine Essensreste oder so zwischen den Zähnen haben. Das ging absolut gar nicht. Außerdem muss mein Atem minzfrisch sein, wenn mich mein Liebster gleich küsst. Na, der wird Augen machen. Mit mir rechnete der sicher nicht.
Aber weiter im Text. Ich sprühte mir noch schnell meine Haarkur drauf und sprintete dann zurück in mein Schlafzimmer. Natürlich nackt wie Gott mich schuf.
„Herrgott, Mimi", schimpfte mich Filou. „Musst Du denn unbedingt so nackig herum laufen? Kannst Du Dir denn nicht mal einen Bademantel oder so anziehen?"
„Wieso machst Du denn so einen Aufstand", wollte ich von ihm wissen und ließ mich an meinem Schminktisch nieder.
„Es ist mir extrem peinlich!"
„Du hast mich doch schon tausendmal so gesehen, wenn nicht sogar noch öfter."
„Ja, aber da konnte ich auch noch nicht mit Dir sprechen."
„Ich werde in Zukunft darauf achten, okay? Aber jetzt habe ich wirklich keine Zeit dazu."
Ich zog mein Täschchen mit den Nagellacken zu mir. Natürlich hatte ich keinen in der passenden Farbe, aber das machte mir im Moment überhaupt nichts aus. Wozu war ich denn schließlich eine Hexe? Ich schnappte mir meinen Zauberstab und verwandelte kurzerhand den pinken Nagellack, den ich eh nicht oft trug, in das gleiche Eisblau wie mein Kleid. Einen silbernen Lack hatte ich Gott sei Dank. Dann schnappte ich mir meinen dünnen Pinsel und malte ein kreatives Rankenmuster auf meine Nägel. Ihr mögt mich jetzt für verrückt halten, weil ich mir jetzt noch die Zeit nahm, um mir meine Fingernägel zurecht zu machen, aber ich musste einfach perfekt aussehen und da gehörten die einfach dazu. Ich schnalzte mit meinem Zauberstab und ließ so das Muster trocknen. Dann noch Klarlack drüber, noch einmal schnalzen und schon war ich fertig. So, das hatte doch gerade mal zehn Minuten gedauert. Gott sei Dank hatte ich, was so was anging, eine ruhige Hand.
Dann hieß es schminken. Normalerweise stehe ich ja total auf Smokey Eyes, aber die passen zu dem Outfit ja mal gar nicht. Deswegen verwendete ich heute einfach silberne Töne. Noch schnell Eyeliner, Kajal und Wimperntusche und schon wäre das erledigt. Durchsichtigen Lipgloss nicht vergessen und fertig.
Jetzt die Haare. Normalerweise machte ich die ja immer erst, wenn ich angezogen war, aber heute entschied ich mich anders. Ich wollte mich erst so richtig im Spiegel sehen, wenn mein Outfit komplett war. Und ich glaube, wenn ich jetzt schon das Kleid anziehen würde, dann könnte ich mich nicht mehr halten. Ich schwang meinen Zauberstab zweimal. Einmal pustete ich mir meine Haare trocken, beim zweiten Mal ließ ich sie mir zu einem lockigen Side swept stecken, der über die linke Schulter fiel. Er reichte bis unterhalb der Brust. So, jetzt musste ich mir nur noch meine glänzenden Strasscurlies rein drehen, die ich Gott sei Dank mit hierher genommen hatte. Perfekt. Das glitzerte mit Sicherheit toll. Aber ich musste mich noch kurz gedulden. Haarspray drauf und noch ein klein wenig Glanzspray und schon war das erledigt.
Jetzt gleich den Schmuck anlegen. Da am Kleid sehr viel Bling Bling war, entschied ich mich für mein schlichtes Set aus Diamanten, dass ich von meinen Eltern zum fünfzehnten Geburtstag geschenkt bekommen hatte. Das bestand aus weißgoldenen Ohringen in Tropfenform, in deren Mitte jeweils sechs kleine Steine funkelten. Dann noch die dazu passende Kette und das Armband. Das würde mit Sicherheit gut aussehen.
Nun konnte es endlich ans Anziehen gehen. Zuerst die Unterwäsche, wenn man denn das so bezeichnen kann, denn ich zog lediglich einen weißen Stringtanga aus Spitze an. Die Korsage dieses herrlichen Kleides war nämlich so gut gepolstert, dass man darunter keinen BH zu tragen brauchte. Und wenn Severus mich vielleicht später noch auszog... Tja, dann brauchte er nur dieses kleine Stückchen Stoff entfernen und schon war ich bereit für ihn. Ich würde es da schwerer haben, denn ich ging davon aus, dass Severus einen Smoking trug.
So und jetzt das Kleid. Schön langsam und vorsichtig, Mimi, damit Du ja nichts kaputt machst.
Ich stieg von oben in das Kleid hinein und zog es mir nach oben zur Brust. Gott sei Dank war der Reißverschluss an der Seite, sodass ich ihn selbst schließen konnte. Sonst hätte ich wirklich alt ausgesehen. Muss ich wirklich erwähnen, dass das Kleid wie angegossen passte? Ich glaube nicht. Doch es fühlte sich auch an, wie eine zweite Haut, auch wenn es ein klein wenig schwer war. Es hatte einen Herzauschnitt und obwohl ich keinen BH trug, kamen meine Brüste gut zur Geltung, zumindest von oben betrachtet. Der Rock fiel luftig nach unten - er war mit einer hauchdünnen Schicht Organza überzogen - und endete in einer kleinen Schleppe. Doch die Änderung, von der meine Mutter gesprochen hatte, war der Schlitz, den sie noch eingearbeitet hatte. Er verlief vom Saum bis hin zur Mitte meines rechten Oberschenkels. Der Wahnsinn.
Fehlten nur noch die Schuhe, dann konnte ich mich endlich betrachten. Natürlich hatte ich keine passenden Treter, aber auch das war schnell erledigt. Ich schnappte mir meine schwarzen Highheels, ließ meinen Zauberstab über sie gleiten und verwandelte sie somit in einen Traum aus Silber. So richtig schon glänzend. Das passte hervorragend zu den unzähligen Strasssteinen auf der Korsage. Ich schlüpfte hinein und war endlich fertig.
„Da fehlt noch was", meinte Filou und schob das Paket zu mir herüber.
Tatsächlich, da lag ja noch etwas. Eine dünne, durchsichtige Stola aus eisblauem Organza um meine Schultern zu bedecken. Ich legte sie mir um.
„Perfekt", gab mein Hund nun zum besten. „Wenn ich das mal so sagen darf, Mimi, Du siehst absolut umwerfend aus. Und das will schon was heißen, wenn ich das sage. Ich bin immerhin nur ein Hund."
„Danke", gab ich zurück, obwohl ich mich ja selbst noch nicht gesehen hatte.
Doch jetzt konnte ich mich nicht mehr halten. Ich schloss die Augen und trat vor den Spiegel. Dann noch einmal durchatmen und Augen wieder auf.
WOW... das... das... war... einfach UNGLAUBLICH! Das konnte nicht ich sein, die ich da im Spiegel sah. Also, ich weiß ja, das Eigenlob normalerweise stinkt, aber ich - falls ich es denn wirklich war - sah wirklich umwerfend aus. Wie eine Eisprinzessin. Und ich sah aus wie meine Mutter. Meine Mum, meine liebe Mum. Ich war ihr so dankbar, dass sie mir dieses Kleid, ihr Kleid, geschickt hatte. Und Severus hatte es ermöglicht. Wenn er ihr nicht geschrieben hätte...
„Sag mal, willst Du denn noch ewig hier herum stehen", maulte Filou mich nun an. „Ja, Du siehst gut aus, das habe ich doch schon gesagt, oder? Aber jetzt hör endlich auf, Dich anzustarren wie eine Verrückte und schau, dass Du nach unten kommst. Deine liebe Fledermaus wartet sicher schon auf Dich. Oder auch nicht, denn er hat ja keine Ahnung, dass Du gleich auftauchen wirst. Aber dem fallen sicher die Augen raus, so wie Du aussiehst. Nimm lieber eine Schüssel mit, damit Du sie auffangen kannst, bevor seine Glubscher auf dem Boden liegen."
„Ha, ha, sehr witzig, Filou", erwiderte ich und grinste aber trotzdem, weil ich in diesem Moment so glücklich war. „Hör endlich auf, Severus aufzuziehen. Sonst muss ich mal ein ernstes Wörtchen mit ihm reden, dass er Dir einfach keine Leckerlis mehr gibt."
„Das würdest Du nicht wagen."
„Oh doch, das würde ich."
„Du bist gemein, Mimi!"
„Das weiß ich. Aber ich hatte ja auch zwei gute Lehrmeister. Severus und Dich!"
„ICH bin überhaupt nicht gemein."
„Manchmal schon. Aber das ist ja auch egal jetzt. Ich muss dringend los."
„Na dann lauf schon, Mimi. Ich wünsche Dir einen wunderschönen Abend. Genieße ihn."
„Danke, Filou. Ich hab Dich lieb."
„Ich Dich auch, Mimi."
Doch dann hielt mich nichts mehr. Ich streichelte meinem Hund noch einmal kurz über den Kopf und machte mich dann auf den Weg nach unten.
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Come fly with me loving bat
FanfictionMimi ist gerade 16 geworden, als sie mit ihren Eltern von der wunderschönen Cote d'Azur in das regnerische England zieht. Das bedeutet für sie nicht nur ein neues Zuhause, sondern auch eine neue Schule. Dort kommt sie soweit auch ganz gut klar, auße...
