Suche nach Aufmerksamkeit

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Eine Stunde, nachdem ich mich ins Bett hatte fallen lassen, riss mich auch schon wieder mein Wecker mit einem lauten BRRRRRRRRRRRRRRR aus dem Schlaf. Ich fühlte mich, als hätte mich der Hogwarts-Express überrollt. Oje, wie sollte ich denn so den heutigen Schultag überleben? Das ging absolut gar nicht. Aber es musste sein, ob ich wollte oder nicht. Immerhin war ich ja nicht krank, sondern hatte nur eine schlaflose Nacht hinter mir. Da gab es nur ein Heilmittel: Literweise KAFFEE!
Ich wuchte mich aus dem Bett und torkelte im Halbschlaf zum Bad hinüber. Lilly lag noch in ihrem Bett und schlief den Schlaf der Gerechten. Das kannte ich ja schon. Vor sieben Uhr stand die nicht auf. Gut, sie schminkte sich auch nicht für den Unterricht, also brauchte sie auch nicht so lange, um sich fertig zu machen wie ich. Aber ich fand es einfach wichtig, auf sein Äußeres zu achten, auch wenn ich alles darum gegeben hätte, heute noch ein paar Stunden länger zu schlafen.
Im Bad stellte ich mich erst einmal unter die kalte Dusche. Das würde mich vielleicht auch schon ein klein wenig auf Touren bringen. Doch lange hielt ich es nicht darunter aus. Also trat ich hinaus und rubelte mich mit einem rauem Handtuch trocken. Dann schmierte ich mir noch Feuchtigkeitscreme ins Gesicht und ging zurück ins Schlafzimmer um mich anzuziehen. Ich griff in meinen Schrank und zog irgendetwas heraus und streifte es mir über den Kopf. Dann setzte ich mich an meinen Schminktisch und trug ein leichtes Make-up auf. Dann noch schnell die Haare bürsten und ein Kontrollblick in den Spiegel werfen.
GAAAAAAH! Was hatte ich denn da an? Wieso in Gottes Namen trug ich ein Satinnachthemdchen? Eigentlich hatte ich doch mein graues Strickkleid tragen wollen. Gott sei Dank hatte ich noch einen Blick auf mich geworfen! So hätte ich in der Großen Halle sonst echt für einen Lacher gesorgt. Ging gar nicht!
Also griff ich noch einmal in meinen Schrank und zog nun definitiv das richtige heraus. Dann noch schnell eine Strumpfhose und voilà, ich war fertig. Meine Haare ließ ich heute offen, die würden mir als eine Art natürlicher Schutzvorhang dienen, damit auch niemand sah, wie mir ständig die Augen zu fielen. Im Zweifelsfall lasse ich sie mir einfach über das Gesicht fallen und schlief eine Runde. Ha, genau, das mache ich.
Bevor ich nach unten zum Frühstück ging, weckte ich noch schnell Lilly, die sofort aus dem Bett sprang und im Bad verschwand. Dann wandte ich mich an Filou.
„Komm schon, Großer", sagte ich zu ihm und tätschelte ihm seine Seite. „Zeit zum Aufstehen."
„Hast Du sie eigentlich noch alle", grummelte er. „Ich stehe jetzt definitiv noch nicht auf. Ich muss schließlich nicht in den Unterricht oder so."
Wie gemein, ich wollte auch liegen bleiben und pennen. Das Leben war ja so was von unfair!
„Aber was ist, wenn Du mal musst", wollte ich noch wissen.
„Also erstens, war ich vorhin nochmal, bevor wir rein gegangen sind und zweitens weiß ich, wie ich hier raus komme. Und jetzt lass mich endlich pennen. Gute Nacht und viel Spaß beim Unterricht!"
Viel Spaß? Der Witz war wirklich gut. Ich wusste ja nicht einmal, ob ich die erste Stunde überlebte, geschweige denn den ganzen Tag. Ich seufzte und machte mich dann auf den Weg in die Große Halle, wo ich erst einmal sechs große Becher Kaffee in mich hinein schüttete. Danach ging es weiter zu Kräuterkunde, wo wir heute einen fleischfressenden Schneckenschutz auf die Felder mit den würgenden Begonien geben mussten. Gott sei Dank war es nicht wirklich schwer und so überlebte ich die zwei Schulstunden irgendwie.
Danach ging es weiter zu Zaubertränke. Heute brauten wir einen Anti-Müdigkeit-Trank und da ich meinen einigermaßen gut hin bekam, hätte ich mir beinahe ein Schlückchen voll einverleibt. Aber das war ja leider verboten, also ließ ich es lieber sein. Und außerdem, wer weiß schon so genau, ob mein Trank auch wirklich einwandfrei war. Nicht dass ich noch in einen 100-jährigen Tiefschlaf fallen würde. Das könnte ich wirklich nicht gebrauchen. Ich wollte nämlich mein Leben noch genießen, auch wenn es im Moment wirklich nichts gab, wofür es sich zu Leben lohnte. Zumindest was den Punkt Liebe anging, denn da hatte ich volle Sahne den Griff ins Klo gemacht. Ich hatte mir einen richtigen Scheißkerl geangelt. Schlechter hätte ich es gar nicht treffen können.
Apropos Fucking Bat, wenn wir schon dabei sind. Am Frühstückstisch hatte schon wieder ein Zettel für mich gelegen, aber ich hatte ihn einfach genommen und in Flammen aufgehen lassen. Ich wollte nichts mehr mit diesem blöden, hirnverbrannten Idioten zu tun haben. Wann würde er das endlich verstehen?
Da klingelte es auch schon zur Mittagspause und ich packte schnell meine Sachen zusammen.
„Professor Slughorn", rief ich meinem Lehrer zu, als er durch eine Seitentür verschwinden wollte. „Sir, hätten Sie vielleicht eine Minute für mich Zeit? Ich hätte da ein paar Fragen an Sie."
„Natürlich, für Sie doch immer, meine liebe Marie", gab er zurück. „Aber nicht zu lange. Heute gibt es Rinderbraten zum Mittagessen und das ist eine meiner absoluten Leibspeisen. Nicht, dass mir die anderen mir noch alles wegessen (Ha, der war gut!) und ich nichts mehr abbekomme (Würde ihm bei der Kugel auch mal ganz gut tun!). Also, Marie, was gibt es? Wie kann ich Ihnen helfen?"
„Na ja, also meine erste Frage wäre, ob Sie vielleicht wissen, wie sich Vampirgift zusammen setzt", meinte ich, als ich noch einmal kurz durchgeatmet hatte. „Ich bräuchte diese Information für ähm... einen Aufsatz in... Verteidigung gegen die Dunklen Künste. Wir nehmen gerade Werwölfe durch und... ähm... da bin ich bei meinen Recherchen zufällig darauf gestoßen, dass Vampirgift sehr gefährlich für sie ist. Und da hat es mich halt interessiert..."
„Schon in Ordnung, meine Liebe, Sie brauchen nicht weiter zu sprechen. Ich würde Ihnen ja gerne helfen, aber niemand hat je heraus gefunden, was genau in dem Gift eines Vampires enthalten ist. Ein paar Inhalte wurden entschlüsselt, aber leider noch nicht alle. Das Spalten der Elemente ist ein sehr kompliziertes Verfahren, dass nur die fähigsten Zaubertrankbrauer fertig bekommen. Tut mir wirklich sehr leid."
„Ist schon in Ordnung, Professor. Ich hätte auch nichts anderes erwartet. Aber sagen Sie, Sie haben nicht zufällig Vampirgift da oder wissen, wo man es her bekommen könnte?"
Also, nicht dass ich jetzt anfangen wollte, es zu untersuchen, aber vielleicht würde es ja schon helfen, Remus bei der Verwandlung ein bisschen davon zu spritzen.
„Es gibt da einen Laden in der Nokturngasse, der es verkauft", meinte Slughorn. „Da kann man es bestellen, aber nur, wenn man in der Materie beschäftigt ist."
„Ach, okay. Sie haben mir wirklich sehr geholfen, Professor! Danke."
Mist, wie sollte ich denn jetzt an dieses Gift heran kommen? Ich war weder in den Dunklen Künsten noch in der Zaubertrankkunde tätig. Na, das war wohl mal ein Schuss in den Ofen gewesen, aber so schnell würde ich trotzdem nicht aufgeben. Irgendwo würde ich das schon her bekommen.
„Ich helfe doch gerne, Marie, auch wenn es in diesem Fall nur eine kleine Auskunft war. Kann ich sonst noch etwas für Sie tun?"
„Na ja, eine Frage hätte ich da noch, Sir. Ist es denn wirklich noch zwingend notwendig, dass ich weiterhin Nachhilfe nehme? Ich meine, immerhin habe ich doch jetzt den Dreh raus und stehe recht gut da."
„Ich halte es dennoch für sinnvoll, Marie. Severus (PFUI!) ist wirklich sehr begabt und er kann Ihnen sicher durch die Prüfung helfen. Wieso, was ist denn, Marie? Gibt es irgendein Problem?"
„Um ehrlich zu sein, ja, Professor. Ich habe... (Mit Snape hier in diesem Kerker geknutscht und gefummelt was das Zeug hält) mich gewissermaßen mit Mister Snape... gestritten und... ich kann einfach nicht mehr mit ihm zusammen arbeiten."
„Ist es denn so schlimm, Marie?
„Schlimmer, Professor. Ich würde Sie nicht darum bitten, wenn es eine Kleinigkeit wäre, die sich irgendwie wieder einrenken lässt, aber das geht hier in diesem Fall nicht. Ich möchte nie wieder auch nur ein Wort mit Mister Snape reden müssen. Deswegen bitte ich Sie, Sir, lassen Sie mich die Nachhilfe aufgeben. Ich verspreche Ihnen auch, dass ich weiterhin schön brav lernen werde und meine Noten nicht abfallen werden. Aber bitte, Professor, ich kann keine Nachhilfe mehr bei Snape nehmen. Es ist einfach unmöglich."
„Na, wenn es so ist, dann will ich mal nicht so sein, Marie. Also schön, Sie dürfen die Nachhilfe aufgeben, aber ich verlange wirklich von Ihnen, dass Sie weiterhin so fleißig sind. Wenn Sie schlechter werden, dann müssen Sie wieder Unterricht nehmen. In Ordnung, ich werde Mister Snape also sagen, dass Sie nicht wieder zu ihm kommen werden. Ist Ihnen das recht, Marie?"
„Mehr als nur recht, Professor. Danke schön. Das ist wirklich sehr zuvorkommend von Ihnen. Wissen Sie, ich würde nämlich wirklich nicht eine Sekunde länger mit diesem... ähm... Menschen (Puh, gerade nochmal die Kurve gekriegt, Mimi!) aushalten. Und jetzt lassen Sie uns essen gehen. Nicht dass sie wirklich keinen Rinderbraten mehr bekommen und ich daran Schuld wäre. Das ginge wirklich gar nicht!"
Slughorn fing laut an zu lachen und ging dann mit mir nach oben in die Große Halle.

Come fly with me loving batGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt