„Na, wie war's", wollte Lilly wissen, kaum dass ich den Gemeinschaftsraum betreten hatte.
Sie war nicht beim Abendessen gewesen, da Severus und ich so spät dran gewesen waren, dass nur noch ein paar vereinzelte Schüler und Lehrer da gewesen waren. Also hatten wir uns kurzerhand zusammen an den Gryffindortisch gesetzt und zusammen gegessen. Viel war dabei aber nicht dabei raus gekommen, da man mit vollem Mund bekanntlich nicht spricht. Und wenn Severus doch etwas sagte, dann ging es nur um die Nachhilfestunde und wie gut ich mich angestellt hatte. Et cetera pp. Dann hatten wir uns auch schon verabschiedet und ich war nach oben in den Gryffindorturm gegangen. Und genau dort war ich jetzt und sah mich Lilly, James, Sirius, Remus und Peter gegenüber. Sie waren in eine lustige Unterhaltung vertieft gewesen, als ich zu ihnen trat, aber jetzt galt Lillys Aufmerksamkeit natürlich ganz mir.
Ich ließ mich auf den letzten freien Sessel fallen und streckte alle Viere von mir. Gott, war ich müde. Der Tag war doch sehr anstrengend gewesen.
„Es war... okay", gab ich zurück.
„Okay", rief sie fragend aus. „Das ist aber nicht gerade sehr viel. Erzähl schon."
Ich warf ihr einen eindeutigen Blick zu, der „Nicht hier" bedeuten sollte und sie schien zu verstehen. Ich wollte einfach nicht vor den Jungs über meine Nachhilfestunde mit Severus sprechen. Zu viel war passiert und ich war immer noch durcheinander. Seine Hand auf meiner, diese weiche, warme Haut. Und seine Augen. So tiefsinnig und ausdrucksvoll. Mimi, das muss aufhören. Wir reden hier immerhin von Severus Snape, Lillys Exfreund. Und das ist doch eine unausgesprochene Regel in der Welt der Frauen: fange niemals etwas mit dem Ex deiner Freundin an. So was hat schon so viele Freundschaften zerstört. Aber Moment mal, von anfangen kann hier ja gar keine Rede sein. Es ist ja auch nichts weiter passiert, außer dass er meine Hand gepackt hatte um mir zu helfen. Nicht mehr und nicht weniger. Also, kein Grund gleich in Panik auszubrechen, auch wenn mich meine Reaktion immer noch verunsicherte. Wieso hatte ich mich auf einmal so wohl und geborgen gefühlt? Und was war dieses Achterbahngefühl gewesen?
„Mimi, ist alles in Ordnung", riss mich Remus' Stimme aus meinen Gedanken. „Du siehst so blass aus."
„Was", entgegnete ich erschrocken und versuchte verzweifelt, mir meine Unsicherheit nicht anmerken zu lassen. „Nein, es ist alles in Ordnung. Ich bin nur müde, das ist alles. Ich hatte einfach nur einen anstrengenden Tag."
„Was hast Du denn so alles gemacht, frenchy girl", mischte sich Sirius ein. Nicht der auch noch.
„Ich bin heute Morgen zuerst um den ganzen See gelaufen und dann hatte ich auch noch Nachhilfe."
„Du musst Nachhilfe nehmen? In welchem Fach denn?"
„Zaubertränke."
„Ach, das ist doch gar nicht so schwer. Das kann ich Dir auch beibringen."
„Danke für dieses reizende Angebot, aber Professor Slughorn hat mich schon jemand anderem zugeteilt. Heute war die erste Stunde."
„Ach ja, und wem?"
„Ich... ähm... Severus Snape, diesem Kerl aus Slytherin."
„Schniefelus? Na, mein allerherzlichstes Beileid."
Sirius tauschte einen schnellen Blick mit James und die beiden grinsten sich an. Ich wusste genau, woran sie dachten: die vielen Male in denen sie Severus geärgert, beleidigt und gedisst hatten. Lillys Geschichte fiel mir wieder ein. James und Sirius hatten Severus vor der halben Schule bloß gestellt. Sofort loderte Wut in mir auf. Wie konnte man jemandem so etwas antun? Niemand hatte es verdient, mit nacktem Hintern vor einer riesigen Meute in der Luft herum zu baumeln. Nicht einmal ein Widerling wie Severus Snape.
„Wieso nennst Du ihn so", wollte ich daher von Sirius wissen. Schniefelus klang ziemlich böse und gemein in meinen Ohren.
„Hast Du ihn Dir schon einmal genau angeschaut, Mimi", rief er, immer noch lachend. „So schleimerisch und er steckt seine riesige Nase immer in Sachen hinein, die ihn nichts angehen. Da passt das doch."
„Ach und was würdest Du sagen, wenn ich Dich nur noch arrogantes Arschloch nennen würde? Denn genau das bist Du! Das passt dann auch!"
Ich war so was von sauer. Ich wusste zwar selber nicht, warum, aber sei es drum. Ich fand es einfach unfair, wenn man über andere Menschen her zog und sie moppte. So was ging gar nicht. Und ich war immerhin Vertrauensschülerin. Da war es meine Pflicht, so etwas zu unterbinden. Glaubte ich zumindest.
„Hey, was geht denn jetzt ab", mischte sich Peter auf einmal ein.
„Das geht Dich einen Scheißdreck an", schrie ich ihn an. „Wisst ihr was, ich glaube ich gehe jetzt ins Bett, bevor noch etwas schlimmeres passiert. Kommst Du mit, Lilly?"
„Ja, klar", sagte sie und sprang auf.
Wir gingen schon in Richtung Treppe davon, als mir noch etwas einfiel, dass ich dringend loswerden musste.
„Ach, Sirius", meinte ich zuckersüß und lächelte ihn an.
„Ja, frenchy girl. Willst Du Dich entschuldigen? Kein Problem, ich verstehe es, wenn Du unter PMS leidest."
Was? Das hatte nichts damit zu tun. Er war einfach ein Idiot, mehr brauchte man nicht zu sagen.
„Nein, das hatte ich eigentlich nicht vor", gab ich zurück. „Ich wollte Dir nur sagen, dass Deine Nase mindestens genauso groß ist wie die von Severus. Und jetzt wünsche ich euch eine angenehme Nachtruhe."
Ich drehte mich auf dem Absatz um und stolzierte mit meiner Freundin die Treppe nach oben.
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Come fly with me loving bat
FanfictionMimi ist gerade 16 geworden, als sie mit ihren Eltern von der wunderschönen Cote d'Azur in das regnerische England zieht. Das bedeutet für sie nicht nur ein neues Zuhause, sondern auch eine neue Schule. Dort kommt sie soweit auch ganz gut klar, auße...
