„Nein, das kommt überhaupt nicht in Frage, Mimi!"
„Ach, komm schon, Severus. Bitte! Ich würde Dich ja gar nicht fragen, wenn..."
„Ich sagte NEIN!"
Es war zum aus der Haut fahren. Da brauchte man einmal seine Hilfe und er blockte ab. Ha, von wegen „Du kannst immer zu mir kommen, wenn ich Dir in Zaubertrännke helfen soll". Jetzt war ich zu ihm gekommen, hatte ihn gebeten und was machte er? Sagte nein. Typisch Männer, also wirklich. Ich meine, was sollte das denn? Das hier war doch wirklich interessant. Wenn Severus es schaffen sollte, die genaue Zusammensetzung von Vampirgift heraus zu finden, dann würde er über Nacht berühmt werden und einen Haufen Kohle verdienen. Aber nein, der feine Mister Snape musste sich ja wieder einmal aufführen wie ein kompletter Vollidiot und das nur, weil es hierbei um Remus ging. Dabei hatte der ihm doch gar nichts getan. Ich könnte seinen Ärger verstehen, wenn es um James oder Sirius ginge, aber das tat es ja nicht.
Nur eine kurze Zwischeninfo: Heute war der Tag vor Sylvester und gestern Abend war Professor Slughorn zu mir gekommen und hatte mir zwei kleine Phiolen mit Vampirgift überreicht. Die hatten mich doch glatt 70 Galleonen gekostet. Aber was tut man nicht alles um einem Freund zu helfen? Tja, da gab es nur ein Problem. Ich hatte keine Ahnung, wie ich das anstellen sollte. Ich hatte zwar in gefühlten 10.000 Büchern über die Trennung von Elementen gelesen, hatte aber nicht ein Wort verstanden. Das ganze waren wirklich böhmische Dörfer für mich. Aber ich wusste, dass Severus das konnte, also hatte ich ihn gleich heute Morgen nach dem Frühstück in den Zaubertrankkerker gezogen und ihm gesagt, was ich getan und was ich genau damit vor hatte.
Tja und genau hier standen wir jetzt und funkelten uns wieder einmal wütend an. Ich muss zugeben, dass ich ein klein wenig sauer auf meinen Freund war. Immerhin war er es, der mir ständig sagte, ich solle zu ihm kommen, wenn ich etwas brauchte. Und dann tat man es und er gibt einem doch nur wieder einen Tritt in den Hintern. Doch so schnell wollte ich noch nicht aufgeben. Ich meine, schließlich machte ihm das Experimentieren doch Spaß, also verstand ich nicht, was dieser ganze Aufstand sollte. Wenn er es hin bekommen sollte, würde er in die Geschichte eingehen, aber nöööö. Wir machen lieber einen auf Oberzicke. Dazu kann ich nur eines sagen: MÄNNER! Irgendwann wird mich Severus noch in den Wahnsinn treiben.
„Bitte, Schatz", versuchte ich es noch einmal. „Ich meine, was ist denn so schlimm daran? Du tust das ja nicht nur für Remus, sondern Du könntest auch ganz vielen anderen damit helfen. Ich verstehe gar nicht, was Du für ein Problem damit hast."
„Ich habe ja gar kein Problem damit", gab Severus zurück, doch ich unterbrach ihn.
„Ach nein? Das sieht mir aber ganz anders aus. Ich meine, wieso sagst Du nicht einfach 'Hey, Kleines, das ist ja toll und eine ganz hervorragende Chance für mich', wenn Du angeblich kein Problem damit hast?"
„Na schön, Du hast recht (Ich sage es ja), aber ich habe einfach keine Lust darauf. Zufrieden?"
„Ganz und gar nicht. Ich verstehe Dich nicht. Du liebst doch das Experimentieren. Warum stellst Du Dich dann so quer?"
„Ich wollte einfach in meinen Ferien etwas anderes machen als..."
„Ach ja und was denn bitte?"
„Na ja, ich wollte einfach eine schöne Zeit mit Dir verbringen."
„Das tun wir doch ständig, Severus. Ich liebe es, mit Dir zusammen zu sein und mit Dir zu schlafen, aber sei mir nicht böse, wir tun seit einer Woche nichts anderes. Ein bisschen Ablenkung würde doch da nicht schaden."
„Ach, eine Ablenkung nennst Du das?"
„Ja. Hör zu, Severus, wir können dabei wirklich etwas gutes tun."
„Ich will aber nicht!"
„Warum denn nicht?"
„Das verstehst Du nicht!"
„Dann erkläre es mir einfach."
„Nein!"
„Warum nicht?"
„Weil Du es nicht verstehst!"
„So weit waren wir gerade schon!"
Herrgott, Severus konnte sich manchmal wirklich aufführen wie ein Kleinkind. Aber von mir verlangen, dass ich ihm alles haarklein erzählen muss. Das war doch nicht fair!
„Mimi, hör zu, es würde Dir nicht gefallen..."
„Woher willst Du das denn wissen? Hör zu, Severus, ich bin es langsam leid, dass Du mir nie irgendetwas erzählst. Du hältst alles vor mir geheim und das nur, weil es mir vielleicht nicht passen könnte. Ich habe keine Lust mehr darauf, ständig betteln zu müssen, um nur die kleinsten Informationen aus Dir heraus zu bekommen. Ich bin Deine Freundin, verdammt noch mal und in einer Beziehung sollten für alle Beteiligten die gleichen Regeln gelten. Also entweder erzählst Du mir jetzt, warum Du Dich weigerst, mir dabei zu helfen, das Vampirgift zu untersuchen oder Du lässt es sein. Dann schwöre ich Dir aber, dass ich Dir nie wieder ein Wort erzählen werde!"
„Das ist nicht fair!"
„Ach nein? Ich sage Dir mal, was nicht fair ist, Severus Snape. Dass ich Dir jedes noch so kleine Detail über mich erzählen muss und Du schweigst wie ein Grab. DAS nenne ich nicht fair!"
„Ich will doch einfach nur alles über Dich wissen."
„Glaubst Du etwa, es geht mir nicht genauso? Severus, ich will wirklich alles von Dir wissen. Jede noch so kleine Kleinigkeit. Aber Dir muss man ja alles aus der Nase ziehen. Weißt Du, manchmal komme ich mir wirklich total bescheuert vor, weil Du mich aus allem raus hältst. Bei Lilly..."
„Schluss jetzt!"
Eigentlich hatte ich ja sagen wollen, dass er bei Lilly doch auch kein Problem damit gehabt hatte, ihr alles zu erzählen. Warum also bei mir? Mit Lilly hatte er auch an einem Jugend-Wettbewerb für Zaubertränke mit gemacht und mit mir wollte er nicht einmal dieses bescheuerte Gift untersuchen. Wahrscheinlich war ich ihm einfach nur zu schlecht. Aber ich ließ mir von ihm nicht den Mund verbieten. Das hatten wir doch schon geklärt, oder etwa nicht?
„Du kannst mich nicht jedes Mal...", setzte ich an, doch nun war es Severus, der mich unterbrach. Na vielen Dank auch.
„Nein, Mimi, ich will nichts mehr darüber hören", meinte er aufbrausend. „Ich möchte diesen Scheiß einfach nicht machen."
„Aber..."
„Kein Aber. Ich diskutiere darüber jetzt gar nicht mehr mit Dir. Du hast jetzt zwei Möglichkeiten. Entweder Du bist jetzt ein braves Mädchen (Bitte?) und kommst mit mir nach oben, wo ich Dich nach allen Regeln der Kunst verwöhnen kann. Oder Du bleibst hier, setzt wieder einmal Deinen Sturkopf durch und wir verbringen den Tag getrennt. Die Entscheidung liegt bei Dir."
Das war ja so was von gemein. Severus setzte Sex als Druckmittel ein, weil er wusste, dass ich normalerweise immer darauf ansprang. Diese miese, hinterhältige Fledermaus! Aber heute nicht. Nicht mit mir und nicht wenn ich von dieser herrlichen Nummer heute Morgen unter der Dusche noch vollends befriedigt war. Das kannst Du Dir ja so was von in die Haare schmieren. Ich bleibe hier und tue etwas für die Menschheit.
„Na bitte, fein", meinte ich deshalb, verschränkte die Arme vor der Brust und wendete mich dem Buch zu, das ich aus der Bibliothek mit hier her gebracht hatte. „Ich wünsche Ihnen einen wunderschönen Tag, Mister Snape!"
„W... WAS", rief er aus.
Das war er von mir nicht gewohnt, denn normalerweise sprang ich immer darauf an, wenn er mit dem Schwänzchen wedelte.
„Du hast mich schon richtig verstanden. Ich wünsche Dir viel Spaß bei was auch immer."
„Du schickst mich weg?"
„Sieht ganz so aus. Helfen willst Du mir ja nicht und ich möchte das hier aber machen. Also, was bleibt mir anderes übrig, als Dir einen schönen Tag alleine zu wünschen?"
„Aber was soll ich denn ohne Dich machen, Mimi?"
„Du kannst ja nach oben gehen und Dir einen von der Palme wedeln. Ist mir doch egal. Du wirst schon irgendetwas finden!"
Geschockt starrte er mich an, doch das interessierte mich nicht. Ich beugte mich wieder über das Buch in dem etwas über de Trennung der Elemente eines Giftes stand und versuchte verzweifelt, dieses Kauderwelsch zu verstehen. Konnten die das denn nicht einmal in verständlichen Worten schreiben? Was war so schwer daran? Es konnte doch nicht jeder Leser ein ausgebildeter Zaubertrankbrauer oder Alchimist sein. Also gut, versuchen wir es einfach.
DU LIEST GERADE
Come fly with me loving bat
FanfictionMimi ist gerade 16 geworden, als sie mit ihren Eltern von der wunderschönen Cote d'Azur in das regnerische England zieht. Das bedeutet für sie nicht nur ein neues Zuhause, sondern auch eine neue Schule. Dort kommt sie soweit auch ganz gut klar, auße...
