Am nächsten Morgen sollte ich in meiner persönlichen Hölle landen.
Ich stand pünktlich un sieben Uhr auf und machte mich für die Schule fertig. Da ich heute Verteidigung gegen die Dunklen Künste hatte, legte ich UNBEWUSST (Wer's glaubt, wird selig!) ziemlichen Wert auf mein Äußeres. Ich entschied mich für meinen schwarzen Faltenrock und meine roséfarbene Bluse. Dazu trug ich meine schwarzen Pumps und große silberne Kreolen. Ich nahm mir extra die Zeit um eine schlichtes, aber doch aussagekräftiges Make-up aufzutragen und steckte mir meine Haare zu einem großen Knoten in den Nacken. Ich hätte wirklich super ausgesehen, wenn da nicht dieser blöde Schulumhang gewesen wäre.
„Wow, Du siehst klasse aus", lobte mich Lilly, als sie mich zum Frühstück abholte. „Hast Du heute irgendwas besonderes vor?"
„Nein, habe ich nicht. Darf man hier denn in dieser Schule nicht gut aussehen", gab ich zurück und hoffte, dass sie nicht weiter nachbohren würde.
„Doch schon, aber... Ah, ich verstehe. Du hast heute Verteidigung gegen die Dunklen Künste, richtig?"
„Ja und?"
„Komm schon, Du hast Professor Taylor doch auch gesehen, oder? Er ist echt heiß. Und sein Unterricht ist auch klasse. Ich hatte ihn gestern Nachmittag. Der Wahnsinn, sage ich Dir. Dieses Lächeln, das er einem zuwirft. Da fällt man beinahe in Ohnmacht."
„Da hast Du auf jeden Fall recht. Aber ist ein Lehrer, das dürfen wir nicht vergessen. Aber kucken wird ja wohl noch erlaubt sein."
„Das auf jeden Fall. Du musst mal auf seinen Hintern schauen, der ist echt super knackig. Das macht selbst die schlechteste Laune wett."
„Auch eine Doppelstunde Zaubertränke?"
„Was hast Du gegen Zaubertränke?"
„Ich bin grottenschlecht darin."
„DU bist in einem Fach schlecht? Das glaube ich nicht. Hast Du nur ein Erwartungen übertroffen anstatt ein Ohnegleichen?"
„Schön wär's. Ich weiß jetzt schon, dass ich in hohem Bogen durch die ZAG-Prüfung rasseln werde. Ich kann von Glück reden, wenn ich noch ein Schrecklich schaffe. Ich verstehe den Sinn dahinter einfach nicht. Warum muss man denn unbedingt lernen, irgendwelche Gifte und Tränke zu brauen? Wenn es mir schlecht geht, gehe ich doch so oder so zu einem Heiler und lasse mich untersuchen."
„Darum geht es dabei gar nicht. Es ist wichtig, ein Gift als solches zu erkennen und eventuell auch ein passendes Gegengift dazu zusammen brauen zu können."
„Wenn ich das Gift schon getrunken habe, dann ist es ohnehin schon zu spät. Dann hilft vielleicht noch ein Bezoar."
„Das ist wirklich nicht so schwierig. Ich werde Dir helfen, wenn Du das möchtest. Zusammen kriegen wir das schon hin."
„Na, Dein Wort in Gottes Ohr. Aber ich sage Dir gleich: Ich bin ein hoffnungsloser Fall."
„Das glaube ich nicht. Jeder kann die Kunst des Brauens lernen, wenn er sich anstrengt."
„Ich aber nicht. Das haben schon viele versucht und sind daran kläglich gescheitert."
„Soll ich Dich denn nach unten bringen? Ich habe jetzt eine Freistunde."
„Ja, klar, warum denn nicht? Ich habe eh keine Ahnung, wo ich hin muss."
Nach dem Frühstück übergab ich Filou wieder an Hagrid, der bereits am Portal auf uns wartete.
„Einen wirklich lieben Kerl ham Sie da, Miss Dutchazz", sagte er und streichelte meinem Hund liebevoll über den Kopf.
„Bitte sagen Sie doch einfach Mimi zu mir", meinte ich verlegen. Mein Name aus seinem Mund klang nämlich wie eine Vergewaltigung. „Und danke schön. Ich habe wirklich versucht, ihn bestens zu erziehen."
„Oh, das is er wirklich. Du kannst übrigens gerne auch Du zu mir sagen. Is mir eh lieber."
„Na, dann wäre das ja auch geklärt. Ich wünsche euch viel Spaß. Zumindest mehr, als ich es gleich haben werde. Ich habe nämlich Zaubertränke und das ist mein absolutes Hassfach."
„Das kann ich gut verstehen. Das mocht ich auch nie. Viel Glück Mimi. Tschüss!"
„Ciao, ihr zwei!"
Dann ließ ich mich von meiner Freundin durch eine hölzerne Tür ziehen, die ziemlich sicher in die Kerker führte.
Na toll, Zaubertränke und das auch noch im Keller eines Schlosses. Wir liefen durch düstere, steinerne Gänge, die nur mit mittelalterlichen Fackeln beleuchtet waren. Super, das wurde ja immer besser. Zaubertränke und das auch noch in einem dunklen, miefigen Kerker? Das würde wirklich zu meiner persönlichen Hölle werden. Ich hatte ja jetzt schon Schiss, dass ich mich bis auf die Knochen blamieren würde. Und das würde ich, das war so sicher wie das Amen in der Kirche.
Vor dem Klassenzimmer warteten bereits etwa zwanzig Schüler auf den Einlass in den Raum. Ich hatte jetzt schon schweißnasse Hände. Ich hasste dieses Fach einfach. Ich konnte es auch nicht ändern. Egal, was ich auch tat, mir war es noch nie gelungen, einen anständigen Trank zustande zu bringen. Ich meine, das war ja auch gar nicht so einfach. Wenn man nur einmal in die falsche Richtung rührte, konnte der Trank schon im Arsch sein. Und dann der Unterschied zwischen, Sieden, Kochen und Köcheln... Konnte mir den jemand einmal erklären?
„Ganz ruhig, Mimi", flüsterte mir Lilly zu, die wohl bemerkt hatte, dass es mir gar nicht gut ging.
Wenn ich ganz ehrlich war, hatte ich das Gefühl, mich gleich übergeben zu müssen, wenn ich jetzt den Mund öffnen würde. Ziemlich sicher würde ich den ganzen Gang voll reihern und alle, die um mich herum standen, gleich mit. Na ja, wäre mal was anderes, oder? Aber ziemlich eklig!
Da öffnete sich die Tür und ein Bauch kam zum Vorschein. Hä, was war denn das? Ich hatte eigentlich einen Lehrer erwartet, aber stattdessen erschien diese Wampe. Aber ihr folgte recht schnell ein kleiner Zauberer mit strohblondem Haar und einem riesigen Walrossbad.
„Guten Morgen, allerseits," sagte er fröhlich. Wie konnte man am frühen Morgen nur so eine gute Laune haben? Vor allem, wenn man Zaubertränke hatte oder in seinem Fall unterrichten musste. „Kommen Sie doch rein. Miss Evans! Was für eine freudige Überraschung, Sie hier zu sehen. Aber sagen Sie, haben Sie sich nicht in der Klasse geirrt? Sie sind jetzt schon in der sechsten. Oder haben Sie das vergessen?"
„Nein, Professor Slughorn, Sir", antwortete sie und schenkte ihm ein Lächeln. „Ich habe nur eine Freundin von mir nach unten gebracht. Sie ist neu hier an der Schule, müssen Sie wissen und sie kennt sich noch nicht so gut aus."
„Na dann, hoffen wir mal, dass sie genauso talentiert ist wie Sie, Miss Evans. (Haha, der war gut!) Herein mit Ihnen, meine Liebe", sagte das Walross zu mir und winkte mich hinein.
Lilly wünschte mir noch viel Glück und ließ mich dann hilflos alleine zurück. Die Tür fiel hinter mir mit einem endgültigen Klong ins Schloss.
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Come fly with me loving bat
FanfictionMimi ist gerade 16 geworden, als sie mit ihren Eltern von der wunderschönen Cote d'Azur in das regnerische England zieht. Das bedeutet für sie nicht nur ein neues Zuhause, sondern auch eine neue Schule. Dort kommt sie soweit auch ganz gut klar, auße...
