Den ganzen restlichen Abend verbrachten Lilly und ich mit Potter und seinen Jungs auf bequemen Sesseln vor dem Kamin im Gryffindorturm. Es war auch echt ziemlich witzig. James und Sirius erzählten uns einige ihrer Streiche, die sie schon in der Schule angestellt hatten. Sie hatten es zum Beispiel geschafft, eine ganze Tüte voll mit Stinkbomben auf dem Flur im dritten Stock fallen zu lassen. An sich keine große Leistung, aber sich nicht dabei erwischen zu lassen, das schon, denn Professor McGonagall war anscheinend keine drei Meter von ihnen entfernt gestanden. Das ganze Schloss musste daraufhin evakuiert werden und der Unterricht fiel für diesen Tag aus.
„Jeder von uns hat danach gestunken wie ein Wasserbüffel", meinte James lachend und auch wir grinsten mit.
„Oh ja" erwiderte Lilly daraufhin, „daran erinnere ich mich noch. Professor Kimberly, diese blöde Kuh, wollte einen Überraschungstest schreiben an diesem Tag und ich hatte keinen Fetzen gelernt. Ihr habt mir damit das Leben gerettet."
„Was meinst Du eigentlich, warum wir dieses Ding durchgezogen haben", gab Sirius zurück.
Ein anderes Mal hatten sie einen Niffler in das Büro von Professor Vektor, der Lehrerin für Arithmantik, eingeschleust, weil sie ihnen Nachsitzen aufgebrummt hatte. Diese kleinen Biester können in Null Komma Nichts ein komplettes Büro verwüsten. Und genau das hatte es auch getan.
Es war auf jeden Fall ein sehr witziger Abend. Sirius und James, der sich im Übrigen wirklich an sein Versprechen hielt, nicht mehr so ein Arschloch zu sein - zumindest vorläufig - rissen ständig irgendwelche Witze, die manchmal ziemlich sexistisch waren, aber trotzdem tat mir der Bauch vom vielen Lachen weh, als ich schließlich im Bett lag. Ein Beispiel gefällig? Bitte schön:
„Was ist die beste Bremse der Welt", hatte Sirius gefragt.
Lilly und ich sahen uns verdutzt an.
„Keine Ahnung", meinte Lilly achselzuckend.
„Du, Mimi?"
„Ich habe keinen blassen Schimmer!"
„Das ist doch ganz einfach: eine Frauenhand."
„Hä? Wieso denn das?"
„Na, ein Griff... und schon schon steht er!"
Haha, wirklich sehr witzig. Da fand ich den von James viel besser.
„Drei Ameisen erkunden den Körper einer Frau", erklärte er uns.
„Boah, nee, der ist so alt, James" stöhnte Remus auf.
„Jetzt lass mich mal. Die Mädels kennen den sicher noch nicht. Also, drei Ameisen erkunden also den Körper einer Frau. Hinterher treffen sie sich wieder und erzählen sich, was sie erlebt haben. Sagt die erste: 'Das war total interessant. Also, da waren zwei riesige Hügel mit zwei kleinen Berghütten. In die konnten man aber nicht rein gehen.' Die zweite meint: 'Bei mir war es auch sehr schön, bei mir gab es eine ganz weite Prärie, da war es total weich und von weitem konnte ich einen Wald sehen.' Dann ist die dritte an der Reihe: 'Also ich war in diesem Wald. Und am Ende dieses Walds war eine ganz feuchte Höhle. Aber kaum hatte ich es mir gemütlich gemacht, da kommt auch schon dieser hagere Kerl mit Rollkragenpullover und kotzt die ganze Bude voll.'"
Allgemeines brüllendes Lachen in der Gruppe. Auch ich fand den echt gut.
Irgendwann stellte ich einfach die Frage, die mir schon den ganzen Abend im Kopf herum gesaust war, aber die nicht verraten würde, dass Lilly und ich hinter ihrem Geheimnis her waren. Das hoffte ich zumindest.
„Sagt mal, Jungs, was kann man hier abends eigentlich so alles anstellen? Also, ich meine vor allem am Wochenende, wenn man keine Hausaufgaben mehr zu machen hat. Gibt es da irgendeinen Ort, wo man unbemerkt eine kleine Party feiern kann oder so?"
Bitte lass sie das nur als reines Interesse auffassen und nicht bemerken, dass wir etwas ganz anderes im Sinn hatten.
„Du feierst also gern Partys, Frenchy girl", wollte Sirius von mir wissen und zog anzüglich die Augenbraue hoch.
„Klar, das tut doch schließlich jeder oder etwa nicht?"
„Also mir geht es genauso", sprang Lilly mir zur Seite.
„Das könnte sicher lustig werden, wenn wir mal so was organisieren, oder meint ihr nicht auch", wollte ich deshalb wissen.
„Also, ich wäre dabei", meinte Sirius.
„Habt ihr denn so was in Beauxbatons auch gemacht", fragte Remus und zog dabei beide Augenbrauen hoch. Oh Gott, was kuckte der denn jetzt so skeptisch drein? Wir waren jung, da war doch eine Party wirklich nichts neues.
„Klar, ständig", gab ich daraufhin zurück. „Meine Freunde und ich haben uns am späten Abend immer nach draußen geschlichen und eine Beachparty am Strand geschmissen. Oder in einem leerstehenden Klassenzimmer, wenn es zu kalt war."
„Das klingt echt lustig", erwiderte Black wieder. „Und was habt ihr da so getrieben?"
Musste er denn ausgerechnet dieses Wort verwenden? Er ging mir langsam aber sicher mit seiner sexistischen Art ziemlich auf die Nerven. Alles schien sich bei ihm nur um dieses Thema zu drehen. Das war ja furchtbar. Außerdem hatten wir es nicht getrieben. Ich schon gar nicht. Das sollte doch eigentlich ein Blinder mit Krückstock merken. Ich meine, sicher wollte ich nicht mehr allzu lange auf Sex warten müssen, aber wenn dann sollte es mit dem Richtigen sein. Und Sirius war das definitiv nicht. Er sah zwar gut aus, gar keine Frage, aber ich mochte sein Verhalten nicht. Ständig baggerte er mich an. Das ging mir wirklich auf den Keks. Nein, der Richtige würde mich mit Romantik und Verständnis erobern wollen und nicht zu irgendetwas drängen. Denn das war genau das, was ich wollte. Einen lieben Kerl, der mich nicht nur wegen meines mehr oder weniger guten Aussehens wollte, sondern weil ich nett, witzig und klug war. Glaubte ich zumindest. Und wenn ich mich jemandem hingeben würde, dann nur, wenn wirklich Gefühle im Spiel waren und das waren sie bei Sirius sicher nicht.
„Ach, eigentlich, was man immer so auf Partys macht", antwortete ich deshalb ein klein wenig zurückhaltend. „Alkohol getrunken, Musik gehört und getanzt. Ach, und Zauberstab drehen mit Wahrheit oder Pflicht gespielt."
„Echt cool. Das sollten wir dringend auch mal machen. Oder was meinst Du, James?"
Potter zuckte erschrocken zusammen, als er angesprochen wurde. Er hatte sicher keine Ahnung, worum es gerade ging, denn er hatte ständig Lilly angeschaut und sich ein bisschen mit ihr unterhalten. Und wie er sie anlächelte... Ging es denn noch auffälliger? Das merkte wirklich jeder, dass er bis über beide Ohren in sie verliebt war.
„Ja, klar, meinetwegen", war deshalb seine planlose Antwort.
„Toll, dann wäre das ja gebongt", freute ich mich. Eine Party ging schließlich immer und wer wusste schon so genau, ob ein bisschen Alkohol nicht die Zungen der Jungs lockern würde. „Die Frage ist nur, wo wir feiern können. Fällt euch ein passender Ort ein, wo man alleine und ungestört ist und kein Lehrer hin kommt?"
Jetzt wurde es interessant. Bitte, bitte, bitte, haut endlich raus mit der Information, die ich brauche um euer Geheimnis zu lüften. Das konnte doch nicht so schwer sein.
„Ja, klar", rief Sirius begeistert aus. „Da kenne ich schon was. Es gibt da eine kleine..."
„SIRIUS!"
Es war Remus, der geschrien hatte. Schnell schaute ich zu ihm und sah, wie er ganz leicht den Kopf schüttelte. Oh Mann, dieser alte Spielverderber! Ich war so nah dran gewesen. Wieso wollte er diesen Ort unbedingt geheim halten? Was verbarg sich dort? Und wieso durften wir dort nicht hin, die Jungs aber schon?
„Ja, ja, ist ja schon gut", lenkte Black daher ein. „Ich sag nichts, okay? Uns wird da schon ein anderer Ort einfallen, wo wir feiern können. Wobei..."
„TATZE!"
Tatze? Wer oder was war das? War das vielleicht Blacks Spitzname? Aber wieso? Den konnte man doch überhaupt nicht ableiten.
„Okay, okay, blöde Idee, Moony, ich weiß."
Moony? Wieso hieß Remus denn jetzt auf einmal Moony? Ich verstand überhaupt nichts mehr, was vielleicht an meiner Müdigkeit lag. Es war immerhin schon kurz vor vier.
„Wisst ihr was, Jungs", meinte ich daher und stand aus meinem bequemen Sessel auf. „Ich glaube, ich gehe jetzt und hau mich mal hin. Kommst Du auch mit, Lilly? (Sie nickte.) Wir können uns ja morgen oder besser gesagt später noch über die Party unterhalten. Ich wünsche euch eine gute Nacht."
„Nacht, Mimi", sagten sie im Chor.
„Ach und frenchy girl", fügte Sirius noch hinzu.
„Jaah?"
„Ich freu mich schon, wenn Du Pflicht nehmen musst."
Grrr, irgendwann würde ich ihn noch umbringen. Konnte der nicht endlich mal mit seinem blöden Getue aufhören? Das nervte mich tierisch. Den ganzen Abend war das so gegangen. Hatte er vergessen, was ich ihm erzählt hatte? Der sollte sich lieber vor mir in Acht nehmen.
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Come fly with me loving bat
FanfictionMimi ist gerade 16 geworden, als sie mit ihren Eltern von der wunderschönen Cote d'Azur in das regnerische England zieht. Das bedeutet für sie nicht nur ein neues Zuhause, sondern auch eine neue Schule. Dort kommt sie soweit auch ganz gut klar, auße...
