KLIRR.
Severus' Geschenk, die magischen Spiegel, die ich für uns gekauft hatte, damit wir immer in Verbindung sein konnten, waren mir aus der Hand geglitten und am Boden in sicherlich tausend Scherben zerbrochen. Doch ich bekam das gar nicht richtig mit. Ich konnte nur geschockt auf das Bett starren, in dem Severus, meine große Liebe, gerade meine Freundin, seine EX, vögelte.
Das konnte nicht sein, das durfte nicht sein. Warum tat er mir so etwas an? Das musste ein böser Traum sein. Severus würde mich doch niemals so sehr verletzen. Er hatte mir versprochen, mir niemals weh zu tun. Aber das, was er jetzt gerade tat, zerbrach mein Herz in eine Millionen Stücke.
Ich war so geschockt, dass ich den Blick einfach nicht abwenden konnte. Jeder andere hätte sich schon lange umgedreht und wäre davon gelaufen, aber ich konnte es einfach nicht. Ich musste einfach dabei zusehen, wie Severus Lilly eng umschlungen hielt, seine Lippen auf ihren Mund presste und immer wieder in sie hinein pumpte, als hinge sein Leben davon ab. Die beiden stöhnten wie verrückt und waren so sehr in sich selbst versunken, dass sie gar nicht mitbekamen, dass ich neben ihnen stand und dieses Unheil mit anschaute. Wieso taten sie das? Ich hatte eigentlich immer gedacht, dass weder Lilly noch Severus zu so etwas grausamen fähig war, aber ich schien mich getäuscht zu haben und wurde eines besseren belehrt. Der Schmerz in mir wurde immer größer und in diesem Moment wünschte ich mir nichts sehnlicher, als auf der Stelle tot um zu fallen. Ich fühlte mich so verraten, von meiner großen Liebe, aber auch von meiner Freundin, der ich so etwas niemals zugetraut hätte. Immerhin war sie doch mit James zusammen und jetzt betrog sie ihn mit ihrem Exfreund, der gleichzeitig James' Erzfeind war.
Und Severus... er hatte mir geschworen, dass er nichts mehr von Lilly wollte, aber anscheinend hatte er mich eiskalt angelogen. Wieso sonst fickte er sie gerade wie verrückt? Wieso sonst rammte er seinen Schwanz immer wieder in sie, um sie und auch sich selbst zum Höhepunkt zu bringen?
Mimi, sei doch vernünftig, meinte meine innere Stimme, doch dieses Mal klang sie sehr sanft. Tu Dir das nicht an. Dreh Dich um und gehe. Du verletzt Dich doch nur selbst. Geh weg, gebe Dich Deinen inneren Qualen hin und vergiss den Typen. Er hat es nicht mehr verdient, dass Du ihn liebst. Du musst ihn vergessen, denn das hier kann er NIE WIEDER gut machen. Das ist zu viel.
Doch ich konnte mich noch immer nicht abwenden, auch wenn ich es mehr als alles andere auf der Welt wollte. Wie gebannt schaute ich auf meinen Liebsten. Mein Herz brüllte auf vor Schmerz. Und ich dachte, Du liebst mich, schoss es mir in den Kopf. Nun stiegen mir auch endlich die Tränen in die Augen, meine erste Reaktion, denn ich war ja immer noch wie versteinert. Doch das änderte sich jetzt. Ich konnte mich wieder bewegen, zumindest meine Lippen.
„S...Se... Sev...“, stotterte ich, doch noch brachte ich nicht mehr heraus. Ich musste dreimal kräftig schlucken, bevor ich das heraus brachte, was ich sagen wollte, wenn auch ganz leise. „Severus...“
Ich hatte eigentlich gedacht, dass er mich niemals hören könnte, so wie ich geflüstert hatte, aber Severus erstarrte mitten in der Bewegung und schaute geschockt auf Lilly herunter. Dann drehte er seinen Kopf hastig herum und starrte mich an. Sein Blick war... erschrocken und gleichzeitig traurig.
„Mimi“, flüsterte er und streckte die Hand nach mir aus, doch sein Schwanz verharrte immer noch in Lilly, die verzweifelt versuchte, seine Aufmerksamkeit wieder für sich zu erregen, indem sie seine Wange küsste und seinen Kopf streichelte.
Das war zu viel für mich. Ich ertrug es keine Sekunde länger. Ich konnte diese... Liebe... nicht mehr mit ansehen. Ich drehte mich auf der Stelle um und stürmte aus dem Raum, der eigentlich für immer der unsere sein sollte, doch Severus hatte ihn entweiht. Er hatte Lilly mit hierher genommen und sie dort gefickt, wo er das erste Mal mit mir geschlafen hatte. Dorthin, wo wir zwei Wochen lang fast wie ein Ehepaar zusammen gewohnt hatten. In den Raum, den ICH ihm gezeigt hatte. Das war zu viel. Ich wollte ihn nie wieder sehen, geschweige denn, mit ihm sprechen.
„MIMI“, schrie Severus hinter mir her, doch ich ignorierte ihn.
Er hatte genug getan und ich hatte genug gesehen. Das hier würde ich nie wieder vergessen können. Es ging einfach nicht, es hatte sich unwiderruflich in mein Gehirn gebrannt und mich zutiefst verletzt. Das hier konnte er nicht wieder gut machen und ich wollte nur noch weg und meine Wunden lecken.
„MIMI!“
Ich wagte es nicht, mich umzudrehen, doch ich hörte eindeutig, dass Severus hinter mir her rannte. Doch ich wollte nicht mit ihm reden, wollte nicht seine dämlichen Entschuldigungen hören. Er hatte mich zu sehr verletzt.
Da vorne war sie, die Treppe, die hinunter in den sechsten Stock führte. Ich hätte ja direkt in den Gryffindorturm laufen können, aber ich wusste, dass Severus mich sonst einholen würde. Außerdem wollte ich mich jetzt nicht Sirius, James – Oh Gott, James! Was sollte ich ihm nur sagen – und den anderen stellen. Ich wollte und brauchte jetzt einfach meine Ruhe und wünschte mir nichts sehnlicher, als alleine zu sein. Wieso nur hatte ich mich in Severus verliebt und damit zugelassen, dass ich so sehr verletzt wurde? Mein Herz war unwiederbringlich beschädigt, das wusste ich zu gut. Nie wieder würde ich zulassen, dass man mich so sehr verletzte.
„Mimi, bitte warte“, rief Severus hinter mir.
Verdammt, er kam näher. Ich verfluchte mich selbst, dass ich mich ausgerechnet für diese Schuhe hatte entscheiden müssen. Warum hatte ich nicht einfach meine Sneakers angezogen oder, noch besser, meine Laufschuhe? Dann hätte mich Severus, dieser widerliche Scheißkerl, niemals einholen können, denn im Laufen war ich normalerweise besser und schneller als er. Aber jetzt stolperte ich auf meinen hohen Haken dahin. Ich hätte sie ja ausgezogen, aber das hätte mich wertvolle Sekunden gekostet, die ich nicht hatte, denn dann hätte mich Fucking Bat (im wahrsten Sinne des Wortes!) mit Sicherheit eingeholt.
Ich erreichte die Treppe und rannte die ersten Stufen hinunter.
„MIMI!“
Weg, weg, ich will nur noch WEG! Wieso konnte Severus mich nicht einfach in Ruhe lassen? Es war vorbei. Sah er das denn nicht?
Doch ich war unaufmerksam und so sehr mit meinen Gedanken beschäftigt, dass ich das heraus gebrochene Stück Stein in der Treppe übersah. Mein Absatz verfing sich in dem so entstandenem Loch und ich knickte um. Ich konnte das Gleichgewicht nicht mehr halten und ruderte wild mit dem Armen.
„AAAAAAH“, schrie ich auf, als ich kopfüber nach vorne stürzte.
Ich versuchte zwar, mich so gut es ging, ab zu rollen, aber ich konnte es trotzdem nicht verhindern, dass ich mich verletzte, als ich die letzten zwanzig Stufen, die noch vor mir gelegen hatten, hinunter kugelte. Wie benommen blieb ich liegen und spürte nur noch den Schmerz, physisch wie psychisch.
„MIMI, um Gottes Willen“, brüllte Severus auf und rannte die Treppe zu mir nach unten.
Ich versuchte mich aufzurappeln um weiter zu rennen. Ich würde Severus' Mitleid jetzt nicht ertragen. Er war es doch, der überhaupt Schuld daran war, dass ich in dieser Lage steckte. Wenn er nicht mit Lilly gevögelt hätte, dann würden wir beide jetzt fröhlich und vergnügt durch das Bett da oben toben. Allein der Gedanke daran tat weh und ich verbot mir, je wieder an so etwas zu denken.
Gerade als ich es unter höllischen Schmerzen geschaffte hatte, mich aufzusetzen, erreichte mich dieser elende Mistkerl. Er war splitterfasernackt und ich konnte nicht anders, als seinen Schwanz anzustarren, an dem noch immer Lillys Saft der Erregung klebte. Mir wurde schlecht und ich hätte Severus am liebsten ins Gesicht gekotzt, aber diese Blöße würde ich mir nicht geben. Ich wollte einfach nur noch weg. Weg von dem Mann, den ich über alles liebte, aber er hatte mich einfach so sehr verletzt, dass ich ihn nie wieder sehen wollte.
Severus ging neben mir in die Hocke und legte die Arme um mich.
„Fass mich nicht an“, kreischte ich laut und schlug wild um mich, um seine Hände von mir zu bekommen.
Ich konnte nur an eines denken: Mit diesen Händen hatte er Lilly, meine FREUNDIN, berührt und vielleicht sogar den einen oder anderen Finger in sie gesteckt. Widerlich, eklig, grausig, BÄH! Ich ertrug das einfach nicht. Nie wieder konnte ich mich von ihm anfassen lassen, nie wieder meine Lippen auf seine legen, nie wieder mit meiner Zunge über seine streichen. Ich ekelte mich einfach zu sehr.
Ich sprang auf die Beine, nicht ohne vor Schmerzen laut aufzustöhnen. Mein Rücken schmerzte, mein rechter Arm und die Schulter taten weh und in meinem Knöchel stach es wie verrückt. Blut lief mir aus einer Platzwunde an der Stirn. Doch das war mir egal, ich wollte nur noch von hier weg.
„Mimi, bitte“, flehte Severus mich an und erhob sich nun auch. „Lass es mich erklären.“
Er streckte die Arme nach mir aus und wollte mich wieder dort hinein ziehen, doch ich wich einen Schritt zurück und starrte nur auf seine Finger.
„NEIN“, schrie ich so laut ich konnte. Sollte mich doch das ganze Schloss hören, es war mir scheißegal. „Ich will es gar nicht hören, Severus. Das, was ich gesehen habe, ist Beweis genug. Da gibt es nichts zu erklären. Du hast Lilly, meine FREUNDIN, gefickt. Kein Zweifel möglich!“
Ich wich noch einen Schritt zurück um ja nicht in seine widerlichen Klauen zu geraten.
„Mimi, ich flehe Dich an. Hör mir zu. Ich weiß selbst nicht, wie...“
„Hast Du mir denn nicht zugehört, Se... SNAPE“, zischte ich wütend. „Ich will diese Scheiße nicht hören. Das, was ich gesehen habe, reicht mir vollkommen, danke. Ich möchte nur noch eines: so schnell wie möglich weg von Dir und Dich nie wieder sehen. Ich habe genug durchgemacht.“
Ich drehte mich um und wollte den Gang entlang davon humpeln, doch Severus war mit drei schnellen Schritten bei mir. Er packte mich am Ellenbogen und riss mich zu sich herum.
„NIMM DEINE EKELHAFTEN PFOTEN VON MIR“, schrie ich und versuchte mich gegen den Griff zu wehren.
„Mimi, bitte verlass mich nicht“, bettelte Severus nun. In seinen Augen schimmerten Tränen, doch sie ließen mich absolut kalt. „Bitte, ich will Dich nicht verlieren. Bleib bei mir und...“
„NIE IM LEBEN! DAS WAR ES, SNAPE! ES IST AUS UND VORBEI! GEH DOCH NACH OBEN UND FICK WEITERHIN FRÖHLICH DEINE EXFREUNDIN. DAS HAT DIR DOCH EBEN AUCH SO SPAß GEMACHT!“
Und dann tat ich etwas, was ich nie in meinem Leben hatte tun wollen. Ich setzte die Kampfkünste, die ich im Kickboxunterricht in Beauxbatons gelernt hatte, gegen einen Menschen ein, den ich über alles liebte. Ich hasste mich zwar selbst dafür, als ich Severus einen kräftigen Aufwärtshaken verpasste und ihm dann auch noch mein Knie in den Bauch rammte, aber er hatte es nicht anders verdient. Severus ließ mich gezwungenermaßen los und hielt sich den Solarplexus. Er sah mich verzweifelt an und trat trotzdem einen vorsichtigen Schritt auf mich zu.
„Mimi, bitte“, flüsterte er. „Ich lie...“
„Sag jetzt ja nicht, dass Du mich liebst, Snape“, brüllte ich weiter und ignorierte die Tränen, die mir nun aus den Augen liefen. „Denkst Du allen Ernstes, ich nehme Dir das ab? Ich habe gerade ganz eindeutig gesehen, wie sehr Du mich liebst, als Du Deine Ex gevögelt hast. Oh ja, das war der größte Liebesbeweis schlechthin. Mehr kann sich eine Frau gar nicht erhoffen.“
Ich konnte einfach nicht anders, als sarkastisch zu sein, denn ich war so sehr verletzt, dass ich diese Ironie einfach raus lassen musste.
„Mimi, bitte“, flehte Severus und kam noch einen Schritt näher. Automatisch wich ich zurück.
„Du wiederholst Dich, Snape. Ich will das nicht hören!“
„Es ist nicht so, wie Du denkst. Bitte, ich weiß auch nicht...“
„Was da in Dich gefahren ist? Das kannst Du jemandem erzählen, den es interessiert, aber nicht mir...“
„Bitte, verlass mich nicht, Mimi. Ich brauche Dich!“
„Du hast doch Lilly da oben. Geh schon und bring zu Ende, was Du angefangen hast. Ich wünsche Dir wirklich viel Spaß dabei und ein schönes restliches Leben.“
„Aber ich will nicht sie, sondern Dich!“
„Das habe ich gesehen! Glaubst Du denn allen Ernstes, ich könnte mich noch einmal von Dir anfassen lassen? Niemals! Dafür ekel ich mich viel zu sehr. Du bist widerlich!“
Severus machte noch einen Schritt auf mich zu, er wollte einfach nicht aufgeben, wollte mich halten, mich zurück gewinnen. Aber es war zu spät. Ich wollte nicht mehr, war zu verletzt um um diese Beziehung zu kämpfen. Ich könnte es auch gar nicht.
„Bleib bei mir, Mimi“, versuchte Snape es erneut.
„Nein“, schrie ich auf. „Es ist zu viel passiert.“
„Ich flehe Dich an!“
Er kam noch einen Schritt näher und ich spürte bereits, wie mein Fluchtinstinkt die Oberhand gewann. Ich zog meinen Zauberstab aus dem Ärmel meiner Bluse.
„Bleib zurück, Snape!“ Ich hob meinen weißen Stab.
„Nein, Mimi. Ich werde um Dich kämpfen. Ich will Dich nicht gehen lassen und Dich verlieren. Du bist die Liebe meines Lebens!“
„Und weißt Du, was Du bist? Eine elende, widerliche, verlogene, hinterhältige, hirnverbrannte, ekelerregende FLEDERMAUS!“
Dann schwang ich schnell meinen Zauberstab und schoss einen Schockzauber auf Snape ab, der nicht den Hauch einer Chance hatte. Der rote Lichtstrahl traf ihn mitten in die Brust und er brach zusammen. Ich drehte mich um und humpelte so schnell ich konnte davon. Das war es gewesen, aus und vorbei. Das Wort „Fledermaus“ wird das letzte gewesen sein, was Severus Snape, dieser widerliche Mistkerl, je aus meinem Mund gehört hatte.
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Come fly with me loving bat
Fiksi PenggemarMimi ist gerade 16 geworden, als sie mit ihren Eltern von der wunderschönen Cote d'Azur in das regnerische England zieht. Das bedeutet für sie nicht nur ein neues Zuhause, sondern auch eine neue Schule. Dort kommt sie soweit auch ganz gut klar, auße...
