Und dann war er auch schon da, der Sonntag und somit Halloween. Dieser Tag war in der magischen Welt eigentlich eines der größten Ereignisse schlechthin, deswegen verstand ich es nicht, dass es hier in England nicht größer gefeiert wurde. In Frankreich war es dagegen abgegangen wie Schmidts Katze. Es wurde ein rauschendes Fest gefeiert und wir durften bis in die späte Nacht aufbleiben, wenn wir wollten. Gut, der Unterricht war uns am nächsten Tag manchmal recht schwer gefallen, aber trotzdem machte die Party an sich den Schlafmangel schon im Vorneherein wieder wett. Wir durften uns auch verkleiden. Ich stand zwar nicht so da drauf, aber witzig war es trotzdem immer gewesen. Letztes Jahr war ich als Vampir gegangen. Ich hatte mich ganz schwarz gekleidet, mir meine Haut blass geschminkt und meine Eckzähne künstlich verlängert. Das hatte ziemlich freakig ausgesehen, aber die vielen Jungs, die mir wegen meinem kurzen Rock hinterher starrten, hatte die Mühe durchaus wert gemacht. Aber natürlich hatte mich keiner von denen interessiert.
Dieses Jahr war die Sache anders. Es war nur ein kleines Fest, aber immerhin besser als gar nichts und dieses Mal gab es einen jungen Mann, dessen Aufmerksamkeit ich auf mich ziehen wollte. Ich hoffte nur, dass es klappte. Aber Lilly war deswegen voll zuversichtlich.
„Er wäre verrückt, wenn er Dich nicht beachten würde, Mimi", versicherte sie mir tausend Mal, doch ich antwortete jedes Mal dasselbe.
„Wenn er überhaupt kommt. Und mit Sicherheit wird er nur Augen für Dich haben. Er steht immer noch auf Dich, vergiss das nicht."
„So ein Quatsch aber auch", widersprach sie mir dann immer. „Erstens wirst Du hammermäßig aussehen und zweitens tauche ich auf dem Fest mit einem seiner Erzfeinde auf."
„Und? Das tue ich auch."
So ging das die ganze Zeit hin und her. Von Samstagnachmittag angefangen, den ganzen Sonntag bis hin zum Abend kurz vor dem Fest. Am Vormittag machte ich alle meine Hausaufgaben und am frühen Nachmittag ging ich mit Filou spazieren. Ich wäre ja gerne gejoggt, aber das war mir dann doch noch zu anstrengend. Aber es tat einfach nur gut, wieder mal an der frischen Luft zu sein. Filou hatte sich gestern Abend, als er mit Sirius zurück kam, tierisch gefreut, als er mich gesehen hatte. Er hatte sofort ein kleines Bellen ausgestoßen und war auf mich zu gerannt. Sein Schwanz hatte wie verrückt gewedelt und er hatte mir andauernd das Gesicht abgeschleckt. Den ganzen Abend und auch den ganzen Sonntag lang war er mir nicht mehr von der Seite gewichen. Als ich mit den anderen im Gemeinschaftsraum gesessen und mich mit ihnen unterhalten hatte, hatte er sich an meine Seite gesetzt und hatte mich nicht mehr aus den Augen gelassen.
Apropos Sirius. Er war wirklich sehr überrascht gewesen, dass ich mit ihm auf das Fest gehen wollte. Aber er hatte sich auch sehr gefreut.
„Das ist wirklich echt toll, Mimi", hatte er gesagt und mich kurz umarmt. Wenigstens nannte er mich nicht mehr frenchy girl, denn das hatte ich, um ehrlich zu sein, gehasst. „Du wirst sehen, wir werden jede Menge Spaß zusammen haben. Ich mag tanzen. Ich kann es vielleicht nicht besonders gut, aber ich tue es trotzdem gern. Uns wird man nicht mehr von der Tanzfläche kriegen."
„Das werden wir ja dann noch sehen, Sirius", hatte ich ihm daraufhin geantwortet, denn ich dachte an die Schuhe, die ich zu tragen beabsichtigte. Ob ich in denen den ganzen Abend aushalten würde? Na, ich weiß ja nicht.
Ich hatte deutlich sehen können, wie sich wieder einmal ein komischer Kommentar in Sirius' Geist verfestigte - dieser Blick... meine Fresse - aber er hatte ihn sich verkniffen. Was sein Glück war, sonst hätte ich diese Verabredung sofort gecancelt. Ich hatte ohnehin nicht so viel Lust darauf, aber das war alles Teil des Plans. Manchmal musste man eben die Arschbacken zusammen kneifen, ob es einem passte oder nicht. Und darin war ich eine Weltmeisterin wie sie im Buche steht, denn ich hatte, gerade in der letzten Zeit, viel mehr durchgemacht, als ein Date mit einem heißen Typen und Sirius sah ja nun wirklich nicht schlecht aus. Im Gegenteil eigentlich. Na ja, wird schon werden.
Um halb vier kam ich mit Filou von meinem Spaziergang zurück. Ich genehmigte mir erst noch eine Tasse Kaffee in der Großen Halle (Sonntagskaffee) und ging dann nach oben in meinen Schlafsaal, um mich für das Halloweenfest fertig zu machen. Das Beautyprogramm konnte also beginnen.
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Come fly with me loving bat
FanfictionMimi ist gerade 16 geworden, als sie mit ihren Eltern von der wunderschönen Cote d'Azur in das regnerische England zieht. Das bedeutet für sie nicht nur ein neues Zuhause, sondern auch eine neue Schule. Dort kommt sie soweit auch ganz gut klar, auße...
