So Leute, nach der aktuellen Folge von BongoBoulevard konnte ich einfach nicht anders.
Und als Soundrack zu der Story empfehle ich euch:https://www.youtube.com/watch?v=8Wt8qgUo4kI
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Es stimmte.
Als Marti behauptete, es wäre das erste mal, dass er sich vor einer Aufzeichnung des BongoBoulevard wirklich auf einen Gast gefreut habe, da sagte er beinahe die Wahrheit.
Na ja, eigentlich hatte er sich auch auf die anderen Gäste gefreut. Aber noch nie so sehr wie diesmal.
Denn diesmal kam der Mann, mit dem Marti den Rest seines Lebens verbringen wollte.
Vincent Lee.
Angefangen hatte es tatsächlich an dem Abend nach dem Webvideopreis.
Marti hatte, da war es schon späte gewesen, noch mit Marie und ein paar anderen in der Bar ihres Hotels gesessen, und Marie hatte erzählt. Und gelacht. Und erzählt.
Und sie hatte unter anderem auch davon erzählt, wie sie und die anderen versucht hatten, Vincent Lee zu überzeugen, die Bühne zu stürmen um auf dem dort stehenden Flügel zu spielen.
Vincent hatte mit ihnen gescherzt gehabt, war aber zu gut erzogen gewesen um einen solche Streich auch nur in Erwägung zu ziehen. Obwohl er zugeben musste, das er das selber ein bisschen schade fand.
Marti jedenfalls hatte an Maries Lippen geklebt und alles, was sie über Vincent sagte, jedes noch so kleine Wort, in sich aufgesogen.
Er kannte Vincent schon lange, mehrere Jahre. Und er bewunderte ihn. Nein, er mochte ihn.
Oder besser ausgedrückt, er bewunderte und mochte ihn und noch ein bisschen mehr...
Ja. Wenn er die Augen schloss und vor sich selber ehrlich war, dann konnte er es zugeben: Er hatte sich in Vincent verliebt.
„Klavierflitzer" hatte Marie in den Raum geworfen und darüber gelacht, und Marti hatte auch gelacht.
Und dann war die Tür zu der Bar aufgeschwungen und Julian Bam und seine Crew, unter ihnen auch Vincent, hatten die Bar betreten. Sie wurden mit großem Hallo willkommen geheißen und Marti war die Luft weggeblieben. Rot war er geworden.
Schon bald bildeten sie alle gemeinsam eine große Runde und redeten, lachten.
Es war ein wunderschöner Abend, und die Tatsache, dass Vincent durch Zufall, ja selbstverständlich war das Zufall! die ganze Zeit neben Marti saß, machte es noch wesentlich besser.
Irgendwann tröpfelten all die müden Krieger ins Bett.
Irgendwann waren nur noch Marti und Vince und Julian dort.
Und schließlich nur noch Marti und Vince.
Und beide schwiegen sich an. Es machte sich Verlegenheit breit.
Und es gab ein Piano, dass in der Ecke der Bar stand.
Irgendwann war Marti aufgestanden und hatte sich an das Klavier gesetzt. Er hatte angefangen zu klimpern.
Ein bisschen hin und her und schließlich entstand das wunderschöne Stück aus dem Film „Piano".
Irgendwann hatte Vince sich zu ihm gesetzt und auch in die Tasten gegriffen. Also spielten sie zusammen.
Sie hatten sich angelächelt und verstanden. Irgendwann spielte Marti wieder alleine und spürte, wie der andere den Arm um ihn gelegt hatte.
Irgendwann war es späte Nacht gewesen, die Bar hatte geschlossen.
Sie waren auf Martis Zimmer gegangen, hatten dort bis in den frühen Morgen geredet, und später... gekuschelt...
Und als das erste Licht des jungen Tages durch die Hotelzimmerfenster schien, hatten sie sich das erste Mal geküsst.
Seitdem waren er und Vincent ein Paar.
Sie hatten es erst einmal geheim gehalten. Nicht, dass sie ein Problem damit gehabt hätten. Aber... es fühlte sich richtiger an, es sollte wachsen und stark werden, bevor sie sich der Öffentlichkeit stellten.
Marie hatte Bescheid gewusst, gleich am nächsten Morgen. Sie kannte Marti gut, hatte von ihm zu Vincent und zurück geschaut und gelächelt.
Vor Marie konnte man nichts verbergen.
Aber sie hatte geschwiegen.
Nun, später hatte Marti ihr alles erzählt; manchmal, wenn er und Vince sich wieder wochenlang nicht hatten sehen könne, brauchte er einfach wen zum Reden. Aber Marie war die richtige dafür, sie konnte zuhören und Dinge für sich behalten.
Und heute nun würde Vincent zu ihnen in den BongoBoulevard kommen.
Marti war hibbelig und aufgeregt und freute sich wie ein Kind an Weihnachten.
Er würde Vincent spielen hören und ihm dabei zusehen können – das faszinierte ihn jedes mal.
Und er würde ihm nah sein können, sie würden sich mit Blicken begnügen, ja, aber...
Er freute sich einfach.
Sie würden gemeinsam spielen und später, wenn alles im Kasten wäre, dann, ja dann hätten sie Zeit für einander.
Dafür hatte Marie gesorgt.
Zwei ganze Tage und ein Hotelzimmer.
Und... in Martis Jackentasche eine Schachtel.
Mit einem Ring.
Und einer großen Frage.
Marti schluckte. Er würde die Frage heute stellen.
Ja heute.
Er schmunzelte, wenn er an die Gravur des Ringes dachte.
Er hatte lange überlegt und dann war ihm die Idee dazu gekommen.
Auf der Innenseite des Ringes war ihr „Shippingname" eingraviert.
„ClavincentLee"
Er schmunzelte, sah in die Kamera und sprach voller Enthusiasmus seine offizielle Begrüßung.
Es konnte losgehen.
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Berliner Sammlung
FanfictionEine kleine Sammlung von Drabbles, Oneshots und ähnlichem über die Berliner Youtuber. Alles, was mir dazu so in den Kopf kommt.