Dieses Kapitel widme ich @musxcxsfeelnxq, die mir die Stichworte „Pinsel, Origami, Glück" gegeben hat.
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Jako wollte Felix zum Geburtstag ein Album schenken.
Was schenkt man auch dem Liebsten, der sagt, er wolle kein Geschenk, und wenn doch nichts teures, na ja Geld hatte er als Student ja eh nicht; und doch sollte es etwas besonderes sein, und daher war er auf diese Idee gekommen.
Ein Album.
Nein, kein Musikalbum. Sondern eins voller Fotos, Erinnerungsstücke an besondere Momente, kleine Dinge.
Er hatte das Album vor sich liegen und machte sich daran, die Stücke darin einzusortieren und alles zu gestalten.
Wie zum Beispiel dieses kleine Bild.
Er hatte es mit Pinsel und Gouache geschaffen, es war ein Portrait von ihnen beiden, nach einem Foto, das mal auf einer Party entstanden war.
Es zeigte einen froh lachenden Felix und ihn, Jako, in einer Art nachdenklichen Zufriedenheit. Er erinnerte sich noch genau an diesen Augenblick. Es war wenige Minuten nach den entscheidenden Worten gewesen. Nach dem gegenseitigen „Ich habe mich in die verliebt." Und Jako hatte dieses Bild nach dem Foto gemalt und es in helle, hoffnungsfrohe Farben getaucht.
Felix würde es lieben.
Ein Ticket ihres eigenen ersten Konzerts kam mit hinein.
Jako begann unwillkürlich zu lächeln.
Was waren sie doch vorher aufgeregt gewesen, was hatten sie doch Bammel gehabt, dass alles mögliche schiefgehen würde...
Doch es hatte alles geklappt und ihre Fans, ihr Publikum war begeistert gewesen.
Seitdem hatten sie etliche Konzerte hinter sich gebracht und waren beinahe routiniert darin. Und doch: Es war jedes mal wieder ein Abenteuer und er war froh, diese Abenteuer mit Felix, seinem Felix zu erleben.
Ein kleiner Origami- Kranich kommt mit hinein. Den hat Felix mal für Jako gefaltet gehabt, als der im Krankenhaus lag. Er war vor lauter Erschöpfung auf der Straße zusammengebrochen. Das war während der Arbeiten für ihr erstes Album gewesen. Es hatte alles rechtzeitig schaffen wollen, und dennoch sein Studium nicht vernachlässigen...und hatte sich massiv überarbeitet. Und dann war er eben zusammengeklappt, und es sah nicht gut aus...
Der Kranich als Symbol für ein lange glückliches Leben war ein Geschenk von Felix gewesen, der alle verzweifelte Hoffnung, die in seinem Herzen lebte, mit hinein gelegt hatte.
Dieser Kranich würde nun den Weg zurück zu Felix finden, denn ein langes glückliches Leben war für Jako ohne Felix nicht denkbar.
Das nächste war eines der Menükarten von ihrer Hochzeit, die er aufgehoben hatte. Die Albumseite versah er mit Skizzen der leckeren Sachen, die es zu essen gegeben hatte...
Sie waren mit der engeren Familie richtig gut Essen gewesen, und danach erst zur Trauung gefahren... ungewöhnlich. Aber sie waren eben nicht jedermann, sondern machten die Dinge nach ihrem eigenen Geschmack.
Die nächste Seite trug eine Zeichnung ihrer ineinander verschlungenen Ringe. In der Mitte klebte ein kleiner Chip, den er von so einer besprechbaren Geburtstagskarte gepult hatte. Er hatte darauf ihre beiden „Ja-Worte" gespeichert, von der Aufnahme, die sein Papa gemacht hatte. Er reagierte auf Licht, das heißt, sobald man die Seite aufklappte, hörte man zuerst ein paar Klänge vom Hochzeitsmarsch und dann:
„Jakob Joiko, ist es ihr freier und erklärter Wille, den hier anwesenden Felix Denzer zum Ehemann zu nehmen, dann antworten sie mit Ja, ich will."
„Ja, ich will..." (er hatte Mühe gehabt, es auszusprechen, so sehr hatte er vor lauter Aufregung einen Kloß im Hals gehabt.)
„Felix Denzer, ist es auch ihr freier und erklärter Wille, den hier anwesenden Jakob Joiko zum Ehemann zu nehmen, dann antworten sie mit Ja, ich will."
„Ja, ich will." (Felix' Stimme war viel kräftiger gewesen. Aber Felix war auch schon immer der ruhigere in ihrer Beziehung gewesen...)
Jakob musste über sich selbst schmunzeln, als ihm bewusst wurde, dass er die Seite nun schon zum xten Male zu und wieder aufklappte, nur um das „Ja ich will" von Felix noch einmal zu hören.
Also blätterte er weiter. Die nächste Seite zeigte eine von ihm angefertigte Bleistiftzeichnung. Auf der Linken Seite waren ein paar Hände sehr detailreich gezeichnet, seine Hände, in Fesseln.
Gebunden durch ein weiches, edles Band. Umschlungen und so verbunden, dass die Handflächen zueinander langen, die Finger sich miteinander verhakten.
Ein Symbol für... ihre Art der Beziehung... für seine Hingabe an Felix... seine Unterwerfung unter Felix' Willen. Seine dankbare und willige Unterwerfung.
Auf der rechten Seite eine Augenpartie. Felix Augen. Die liebevoll und beinahe sehnsüchtig blitzten, während sie auf Jakos gebundene Hände schauten.
Jako wurde ein wenig rot. Das war schon sehr privat. Sehr intim. Aber das Album war immerhin für Felix bestimmt, und der würde schon dafür sorgen, dass es niemand in die Hände bekam, den das nichts anging.
Die nächsten Seiten beinhalteten Fotos, von ihnen beiden, von Freunden, der Familie, bei allen möglichen Gelegenheiten.
Und dann kam zum Schluss noch eine Seite, die ein weiterer Grund für Felix sein würde, das Album unter Verschluss zu halten.
Es beinhaltete eine Aktzeichnung und zwar im doppelten Sinne:
Eine Zeichnung von ihnen beiden... beim Liebesakt.
Er hatte sich bei diesem Bild besonders viel Mühe gegeben. Das Spiel der Muskeln hatte er eingefangen, sein eigenes Haar, das in langen Flechten wie ein Wasserfall über seine Schulter fiel, während er , über Felix sitzend, den Rücken durchbog...
Der Schweiß auf ihrer beider Haut...
Felix' verzückter Gesichtsausdruck...
Sein leicht geöffneter Mund...
Allein das anschauen dieser Zeichnung sorgte dafür, dass ihm warm wurde.
Er liebte und begehrte Felix, und er empfand tiefes Glück und hoffte, dass es ihm gelungen war, dass auch in diesem Album auszudrücken.
Er klappte es nun endgültig zu.
Morgen hatte Felix Geburtstag. Morgen würde er es ihm geben. Und er war sicher, das Felix sich freuen würde. Sie würden es gemeinsam durchblättern... und wer weiß vielleicht würde die letzte Seite Felix ja zu gewissen Tätigkeiten inspirieren...
Er lächelte und freute sich auf den morgigen Tag.
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Berliner Sammlung
FanfictionEine kleine Sammlung von Drabbles, Oneshots und ähnlichem über die Berliner Youtuber. Alles, was mir dazu so in den Kopf kommt.
