"Wenn du möchtest kümmer ich mich gern um alles, ich bin ein Organisationstalent."
Ramiro und ich facetimen schon seit Stunden und gerade sprechen wir über meine Reise zu ihm. Ich fliege Ende des Jahres für zwei Wochen zu ihm rüber, vermutlich mit Ámbar und Simón gemeinsam.
"Ich schaff das auch allein, aber danke für das Angebot."
Kaum zu glauben das wir schon seit über zwei Monaten zusammen sind und es jetzt noch immer hält. Wir versuchen natürlich im regelmäßigen Kontakt zu sein und ich muss sagen Ramiro hat mir den Kopf wirklich mehr verdreht, als ich zunächst dachte.
Vermutlich hab ich einfach nur nie jemand an mich ranlassen wollen, aber Ramiro war so hartnäckig, mit Erfolg. Wenn ich einen schlechten Tag habe, dann hat er es geschafft mich aufzumuntern und das obwohl er nicht mal hier ist.
Meinen Geburtstag morgen können wir ja leider nicht zusammen verbringen, aber wir werden telefonieren.
"Ramiro, würdest du jetzt endlich einkaufen gehen, ich brauch die Milch." wird unser Gespräch von Ramiros Mutter unterbrochen.
Ich muss mir ein Lachen verkneifen, während Ramiro die Augen verdreht und vom Bildschirm wegschaut.
"Gib mir noch zwei Minuten, dann geh ich, okay?"
"Richte Yamila liebe Grüße aus."
"Mama, sie kann dich hören." stöhnt mein Freund genervt und jetzt kann ich das Kichern nicht mehr unterdrücken.
"Ich weiß, aber ich stör euch mal lieber nicht weiter."
Ramiros Mutter ist die beste. Aus seinen Erzählungen und aus dem was ich schon mitbekommen habe kann ich das nur immer wieder sagen. Ich wünschte mir auch manchmal, das ich so eine Mutter hätte...aber hey, ich hab eine tolle Stiefmutter.
"Es tut mir leid, meine Mutter wird es nie lernen."
Sie hat uns schon so oft unterbrochen, das ist eigentlich Standard wenn wir miteinander reden.
"Ich finde es süß. Außerdem scheint sie mich ja zu mögen, das ist doch ein gutes Zeichen, oder nicht?"
"Du bist meine erste Freundin, natürlich freut sie sich da besonders für mich. Allerdings könnte sie sich weniger peinlich benehmen." beschwert er sich, als es an meiner Tür klopft und dann Jim ihren Kopf ins Zimmer streckt.
"Ist es schon so spät?" frage ich verwundert und die Rothaarige nickt, während Ramiro fragt wovon ich rede.
"Es tut mir leid, ich würde wirklich gern noch Stunden mit dir reden, aber Jim ist da und ich hab sie vollkommen vergessen."
Er beginnt zu lachen und ich verdrehe die Augen.
"Hör auf mich auszulachen, du machst mich eben vergesslich." verteidige ich das Versäumen von dem Treffen mit meiner besten Freundin.
"Schon gut, schon gut, ich lach dich ja gar nicht aus. Ich muss sowieso noch einkaufen, also mach dir keine Gedanken um mich."
"Wir telefonieren morgen?" hake ich nach und höre schon ein Seufzen von Jim. Ich werde mich ja schon beeilen, sie soll sich mal entspannen.
"Aber natürlich, sag mir nur wann es dir passt."
"Für dich ist immer ein Termin frei, also sag du mir wann du kannst."
"Es wird dein Geburtstag sein, nicht das deine Gäste dann auf dich warten, weil du wieder in ein Gespräch mit mir verfällst."
"Morgen 18 Uhr ruft sie an, Tschüss Ramiro, bis Morgen." beendet Jim kurzerhand einfach so das Gespräch und klappt meinen Laptop zu.
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Last Night
FanfictionRamiro will nur ein unbeschwertes Wochenende mit seinem großen Bruder Simón verbringen, der weit weg von Zuhause studiert. Doch dieser denkt gar nicht daran die Tage daheim zu bleiben. Stattdessen schleppt er seinen kleinen Bruder auf eine Party. Ei...