Chapter 4

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POV: Ahri

Genervt ging ich in mein Zimmer und schloss die Tür geräuschvoll hinter mir, sie konnte ruhig merken, dass sie mich damit Nervte. Ich war alt genug, um meine eigenen Fehler zu machen, das hatte sie nichts anzugehen und es nervte mich, dass sie mich so bemutterte. Natürlich wusste ich, dass mein Verhalten alles andere, als gesund war, doch es war nicht so einfach wieder da raus zu kommen, zumal ich es auch nicht einsah, da ich nicht magersüchtig war. Lediglich mein Essverhalten war ein bisschen gestört, aber ich aß und das auch genug.

Ich wusste, dass ich aufpassen musste, da man schneller in eine Magersucht hinein geriet, als einem bewusst war, aber ich war noch nicht an diesem Punkt angelangt. Mein gestörtes Essverhalten hatte sich vor knapp einem Jahr entwickelt, während ich meine Abschlussarbeiten geschrieben hatte.

Mittlerweile hatte ich mich in mein großes, gemütliches Bett gelegt und wollte nicht mehr darüber nachdenken, sondern schlafen. Gerade, als ich am einschlafen war, stahlen sich die Jungs von heute in meine Gedanken. Sie waren ja wirklich alle nett gewesen und ich konnte nicht leugnen, dass dieser Mingi meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen hatte, als er mit Natalie zu uns gestoßen war, allerdings hatte ich ihn nicht angeschmachtet, so wie sie es gesagt hatte, sondern lediglich angeschaut. Irgendwann schlief ich dann doch über meinen Gedanken ein.

Mein Wecker klingelte am nächsten Morgen, wie immer um fünf Uhr. Fast sofort stand ich auf und zog mir meinem Sportsachen an. Natalie mochte es gar nicht, wenn ich so früh am Morgen Joggen ging wir wohnten zwar nicht in einer schlechten Gegend, aber sie machte sich trotzdem Sorgen, dass mir etwas passieren könnte. So war sie nun einmal, ein wenig überfürsorglich, wenn es um mich ging.

Auf der Straße hallten meine Schritte in einem gleichmäßigen Takt wieder und die Musik, die ich über meine Kopfhörer abspielte, dröhnte in meinen Ohren. Doch das war genau das, was ich jeden Morgen brauchte, anderthalb Stunden für mich, in denen ich einfach nur mit hämmernder Musik auf meinen Ohren durch die Straßen laufen und alles ausblenden konnte.

Außer atmen schloss ich dann unsere Wohnungstür auf und verschwand sofort im Badezimmer. Dort entledigte ich mich meiner verschwitzten Kleidung und stieg dann unter die Dusche. Als das heiße Wasser meinen Körper berührte, entspannte ich mich sofort etwas, jedoch konnte ich spüren, wie verspannt meine Muskeln eigentlich waren. Als ich fertig war mit duschen, wickelte ich ein kleines Handtuch um meine nassen Haare und ein großes um meinen Körper. So huschte ich dann durch die Wohnung in mein Zimmer und zog mir frische Unterwäsche an.

Darüber zog ich eine schwarze Leggings und ein weißes, etwas lockerer sitzendes T-Shirt. So ging ich dann wieder ins Badezimmer, um das Fenster zu öffnen und die Handtücher wegzuhängen, bevor ich mir dann die Haare föhnte, packte ich meine Klamotten, die immer noch auf dem Boden lagen, in die Wäsche. Als meine Haare trocken waren, band ich sie zu einem Messy Bun zusammen.

Ein schneller blick auf die Uhr verriet mir, dass ich noch ein bisschen Zeit hatte um etwas zu lesen, bevor ich das Frühstück machen musste. Nachdem ich gemütlich in meiner Leseecke sitzend zwei Kapitel meines Buches gelesen hatte, musste ich auch in die Küche und mit dem Frühstück anfangen.

Schnell deckte ich den Tisch für sie und stellte mich dann an den Herd, um Pfannkuchen zu machen. Als ich hörte, wie sie in die Küche geschlurft kam, begrüßte ich sie: „Schön, dass du auch mal wach wirst. Ich dachte mir, dass ich heute mal Pfannkuchen zum Frühstück mache, was hälst du davon?" Doch sie brummte nur irgendetwas und setzte sich an den Tisch. Bevor ich dann die Pfannkuchen auf den Tisch stellte, schob ich ihr eine Tasse heißen Kakao hin, so wie sie ihn gerne trank und setzte mich dann mit meinem Kaffee zu ihr. Da sie absolut kein Morgenmensch war, erwartete ich nicht von ihr, dass sie morgens vor neun Uhr eine vernünftige Konversation führte.

Schweigend aßen wir dann, sie die Pfannkuchen und ich den Obstsalat mit einem kleinen Klecks Joghurt. Die Stille war angenehm und auf keinen Fall irgendwie drückend. Nach dem Frühstück ging sie duschen und ich räumte die Küche auf. Gemeinsam verließen wir dann das Haus, sie ging zur Arbeit und ich ging Einkaufen, denn so langsam wurde es mal wieder Zeit.

Nach dem Einkaufen machte ich mich dann auch den Weg in die Bibliothek, auch wenn ich zur Zeit Semesterferien hatte, musste ich lernen, da meine Studienfächer alles andere als leicht waren. Koreansiche Literatur und Englisch waren nun mal doch ein wenig anspruchsvoller, als es die Schule gewesen war. Für die Schule hatte ich mich schon gut reingehängt, was sich dann aber auch in meinem Abschluss wiedergespiegelt hat, den ich mit 100%, als eine der Besten abgeschlossen hatte. Doch das Studium würde mir mehr abverlangen.

Ich suchte mir einen ruhigen Platz, mitten im Raum und breitete dann meine Sachen vor mir auf dem Tisch aus. Es dauerte nicht lange, da war ich so in meine Unterlagen vertieft, dass ich gar nicht mitbekam, wie sich jemand mir gegenüber hinsetzte. Irgendwann schaute ich kurz auf und entdeckte eine mir bekannte Person. „San war richtig, oder?", fragte ich lächelnd und er hob seinen Blick von dem Buch.

Er lächelte zurück und nickte: „Ahri, wenn ich mich recht erinnere." Jetzt nickte ich auch: „Was machst du denn hier?" „Wir haben heute einen freien Tag und ich wollte mal wieder nach neuen Büchern stöbern", antwortete er mir freundlich, „Und was machst du hier?" Ein tiefer Seufzer entfuhr mir: „Ich lerne für meine Klausuren demnächst." Auch er seufzte: „Das hört sich ätzend an, was studierst du denn?"

„Koreanische Literatur und Englisch", antwortete ich knapp, „Und ja, es ist ätzend." Wir lachten beide leise, um die anderen nicht zu stören. „Hast du Lust gleich einen Kaffee mit mir trinken zu gehen?", fragte er dann, „Um dich ein bisschen abzulenken, ich glaube dir nämlich immer noch nicht, dass du verrückt sein sollst." Dabei zwinkerte er mir zu und er war so knuffig, dass ich sein Angebot nicht ablehnen konnte. Also packte ich schnell alles zusammen und wir gingen in ein kleines Kaffee, in der Nähe. 

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Hier ist auch schon das nächste Kapitel, wir hoffen es hat euch gefallen ^¬^

Bis zum nächsten Kapitel~

Promise -Ateez-Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt