Chapter 29

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POV: Natalie

Als ich mich wieder umgezogen zu den Jungs begab, kam mir eine Kollegin entgegen, die mich schelmisch angrinste. "Natie, hast du etwa von einem Jungen nicht genug, dass du sogar schon 7 um dich herum laufen haben musst?", fragte sie mich Augenbrauen wackelnd, was ich jedoch mit einem kleinen Stoß in ihre Seite quittierte. Lachend verabschiedete sie sich von mir, während ich nur mit meinen Augen rollen konnte.

Ich kam bei ihnen an und zog sie schlussendlich alle einmal in eine Umarmung, was für mich noch ein wenig ungewohnt war. Es lag nicht nur an meiner Scheue, nein. Generell hatte ich auch in meiner Vergangenheit fast nur weibliche Freunde und kam nie dazu, jemand männliches in meinem Alter zu umarmen, denn wenn eine Freundin von mir einen Freund hatte, traute ich mich nie, ihn zu umarmen.

Zum Schluss umarmte ich Hongjoong, welcher mich etwas fester, als die anderen in seinen Armen hielt, zusätzlich gab er mir noch einen Kuss auf meinen Scheitel. Ich vergrub mein Gesicht in seiner Brust, da es unangenehm war, zumal wir noch bei meiner Arbeitsstelle waren. Außerdem war es hier wie in einem Hühnerhaufen, wenn jemand etwas mitbekam, wurde es sofort weiter erzählt und schon am nächsten Tag wurdest du komisch angeguckt, wo du auch hin gingst.

Ich löste mich von ihm und ging mit dem Blick nach unten zum Van. Seongwha öffnete mir die Tür, damit ich einsteigen konnte. Zur Sicherheit saß ich ganz hinten, damit mich niemand von draußen erkannte. Außerdem waren die Fenster verdunkelt, sodass man erst gar keine Chance hatte, in das Gefährt zu gucken.

Ich musste schon zugeben, dass diese ganze Aufruhr, die nur entstand, weil ich bei ihnen war, mich etwas erdrückte. Dabei waren sie erst am Anfang, noch könnte man in ein Café gehen, ohne Angst zu haben, dass dieses direkt von Fans überfüllt war. Wir lebten zwar in einem Land, wo Idols noch mit Respekt behandelt wurden, anders als beispielsweise in Amerika oder Deutschland, doch man konnte nie sichergehen, wie schnell ein Bild von ihnen in einer peinlichen oder privaten Situation im Internet war.

Neben mir nahm Yunho platz, welcher bemerkte, dass ich mich unwohl fühlte und als Aufheiterungsversuch meine Mundwinkel nach oben zog. Kurz grinste ich, damit er von mir ab lies und legte anschließend meinen Kopf auf seine Schulter und schloss meine Augen. Es dauerte allerdings nicht lange, da öffnete ich sie wieder, da ein relativ lautes Räuspern meine Aufmerksamkeit erregte.

Ich schaute in das Gesicht eines angespannten Hongjoongs, welcher eine Reihe vor mir saß. Müde hielt ich ihm meine Hand hin, welche er direkt mit seiner umschlang. Ich lag nun sehr ungemütlich, doch anders würde er die ganze Rückfahrt über schmollen.

Ich war fertig von meinem Tag heute und wollte eigentlich nur eine dusche, was zu essen und etwas, wo ich drauf schlafen konnte. Ich fühlte mich in meinem Körper gerade einfach nur unwohl und war angeekelt von mir selbst.

Die Jungs bemerkten, dass es mir nicht gut ging und sprachen mich die ganze Fahrt über nicht an, wofür ich ihnen sehr dankbar war. Ich lauschte lediglich mit geschlossenen Augen den anderen und versuchte nicht ins Traumland ab zu driften.

Anscheinend war dieser Versuch gescheitert, denn durch ein Rütteln an meiner Schulter wurde ich geweckt. Schlaftrunken sah ich den Übeltäter, besser gekannt auch als Yeosang an und richtete mich etwas auf. Dabei bemerkte ich auch, dass Hongjoong immer noch meine Hand hielt und sie erst los ließ, als ich mich mit ihr abstützen wollte. 

Ich stolperte also mit der Hilfe von Yeosang aus dem Auto und guckte mich verloren um. Sofort kam Hongjoong auf mich zu und nahm mich in seine Arme. "Ich kann es nicht haben, wenn du den anderen so nahe bist Jagi. Ich erwarte jetzt entweder eine Entschuldigung von dir, oder den nächsten Schritt", raunte er mir ins Ohr und drückte mich näher an sich.

"N-nicht einengen, wenn du mir drohst. Nicht einengen!", versuchte ich ihm verzweifelt mit zu teilen und drückte ihn von mir. Aus Reflex lief ich zwei Schritte von ihm weg und legte wieder einmal schützend meine Arme um meinen Oberkörper. Verzweifelt seufzte er und fuhr sich einmal durch seine Haare.

Fragend hielt er mir seine Hand hin und ich nahm sie zögerlich und zitternd an. Sanft und entschuldigend strich er über sie, drückte noch nicht einmal zu, wie er es sonst immer tat, wenn er mich beruhigen wollte.

Ich wusste, dass mein Verhalten der Beziehung von uns beiden auf Dauer schaden würde, doch was sollte ich denn tun, außer mit ihm zu üben, dass wir uns Stück für Stück näher kamen. Für eine Therapie hatte ich keine Zeit und außerdem war ich der festen Überzeugung, dass ich das ganze mit ihm schon gebacken bekam.

In ihrem Wohnzimmer angekommen, setzten wir uns alle auf die Couch. Naja, was hieß alle? Ich setzte mich auf Hongjoongs Schoß und drehte mich gleich zu ihm, damit ich mein Handeln erklären konnte. "Du hast doch gesagt ich soll den nächsten Schritt machen, oder?", grinste ich ihn an. Er jedoch antwortete mir nur, indem er seine Hände um meine Hüften schlang und sein Gesicht in meinem Rücken vergrub.

Wenn wir privatere Umstände hatten, machte es mir nichts aus, unsere "Beziehung" so öffentlich zu zeigen, also lehnte ich mich ein wenig zurück, als er sein Gesicht entfernt hatte. So saßen wir gut eine halbe Stunde, bis die Jungs entschlossen, etwas zu essen zu kochen. Kleinlaut fragte ich nach, ob ich während dieser Zeit duschen könnte und sie bejahten. 

Ich ging zu meiner Tasche um die nötigen Sachen heraus zu suchen, doch mir fiel auf, dass ich meinen Schlafanzug zuhause vergessen hatte. "Natie ist irgendetwas? Du siehst so verloren aus", sprach mich Wooyoung an und kam näher. "Ja, ähm... i-ich habe meinen Schlafanzug zuhause vergessen. Könnte... ähm... also...", mir war es unangenehm, sie nach Anziehsachen zu fragen, was man mir sicherlich auch ansah, da ich bereits bemerkte, wie sich meine Wangen verfärbten.

"Komm mit, ich gebe dir etwas von meinen Sachen. Ich sehe, wie peinlich dir das ist. Wir brauchen dann nicht auch noch einen, von den anderen fragen. Außerdem ist es lustig, wenn Hongjoong eifersüchtig ist", versuchte er mich zum Schluss auf zu muntern, was ihm auch tatsächlich gelang.

Er führte mich an der Hand in sein und Yeosangs Zimmer, öffnete seinen Kleiderschrank und zog mir anschließend eine Jogginghose und ein Oversized T-Shirt heraus. Ich bedankte mich bei ihm und ging anschließend direkt duschen, nachdem ich meinen Kulturbeutel genommen hatte.

Wooyoung hatte mir zuvor noch erklärt, in welchem Schrank und in welchem Fach die Handtücher waren, also zog  ich mir direkt zwei heraus. Eins für meine Haare und eins für meinen Körper.

Nachdem ich geduscht hatte, zog ich mir die Klamotten an, ließ jedoch das Handtuch auf meinem Kopf, da diese mich durch ihre Länge nur beim Essen stören würden. Als ich bei ihnen ankam, lagen sofort alle Blicke auf mir. "Geht's dir jetzt besser Natie?", versuchte Yeosang ein Gespräch auf zu bauen, da mich die anderen nur fragend musterten, bis auf Wooyoung, da er mir die Anziehsachen ja schließlich gegeben hatte.

"Ja, danke der Nachfrage. Ich habe mich echt unwohl gefühlt, so verschwitzt, wie ich war", beantwortete ich seine Frage und ging weiterhin auf sie zu. "Jagi, wieso hast du Sachen von Wooyoung an?", fragte Hongjoong laut und gereizt. Ich blickte wieder zu Boden und antwortete leise: "Ich habe meinen Schlafanzug zuhause vergessen."

Sanft zog er mich zu sich und schloss mich in seine Arme. "Du kriegst gleich was von mir zum anziehen. Ich möchte nicht, dass du Sachen von den anderen trägst", raunte er wieder einmal und mir zog, wie so oft, ein Schauer über den Rücken. Zum Schluss drückte er mir noch einen Kuss auf den Kopf,oder besser gesagt, mein Handtuch, ehe wir anfingen zu essen.

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Jaaaa, wie ihr bemerkt habt: Zwei kleine Specials, die etwas länger waren, als ihr von uns gewohnt seid.

Wir hoffen, es hat euch gefallen und ihr lasst uns ein paar Kommentare da~

Bis zum nächsten Mal~

Promise -Ateez-Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt