Chapter 36

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POV: Ahri

 Es war laut um mich herum, als ich wach wurde. Meine Augen fühlten sich schwer an und ich beschloss einfach, sie erst einmal zu zulassen. Ich konnte ein Stimmengewirr hören und irgendein Piepen, doch ob ich mir dies nur einbildete, wusste ich nicht so genau. Kurz bewegte ich meine Hand, dabei spürte ich, dass meine Hand festgehalten wurde beziehungsweise in einer anderen Hand lag.

Langsam drangen die Stimmen auch lauter und klarer zu mir durch. Zuerst konnte ich Jonghos Stimme erkennen und nach und nach auch die der Anderen, nur Mingi und Natalie hörte ich nicht. Wo mochten die wohl sein? Plötzlich spürte ich, wie meine Handrücken gestreichelt wurde und zuckte zusammen.

Mit flatternden Liedern öffnete ich meine Augen dann und schaute zuerst auf meine Hand. Sie lag in der von Mingi und er strich mit seinem Daumen abwesend über meinen Handrücken. Also war er doch hier und sagte nur nichts. „Jungs, sie wacht auf!", rief Yeosang dann und alle richteten ihre Aufmerksamkeit auf mich. Verwirt schaute ich in ihre Gesichter. Was machten sie hier? Was machte ich überhaupt hier?

„Wieso bin ich im Krankenhaus und wieso seid ihr hier?", fragte ich mit rauer Stimme. Dann ging plötzlich die Tür auf und Natalie trat ein: „Weil du auf unserem Küchenboden zusammengebrochen bist meine Liebe und sie sind hier, weil San es nicht geschafft hat sich raus zu schleichen und alleine zu kommen. Glaube bloß nicht, dass du mir so davon kommst, du kannst noch was erleben, wenn es dir wieder besser geht. Gleich kommt noch ein Kollege und redet mit dir. Ich muss jetzt auch wieder weißer, wollte eigentlich nur kurz vorbei schauen."

Ich schluckte und nickte, mich würde noch eine saftige Standpauke erwarten, so viel war klar. San blickte entschuldigend auf den Boden. Da er fast direkt neben mir stand, griff ich nach seiner Hand und sagte: „Es ist in Ordnung. Auch wenn es mir unangenehm ist, dass ihr alle mich so sehr und so einen Aufstand wegen mir veranstaltet habt, aber mach dir keinen Kopf." Er lächelte mich an und setzte sich dann auf einen Stuhl.

„Wie fühlst du dich?", fragte Yunho. „Wie wäre es, wenn wir uns mal alle einen Kaffee holen und ihr mal einen kurzen Moment für sich gönnen?", fragte Seonghwa und fing schon mal an, alle aus dem Raum zu scheuchen. San erhob sich und auch Mingi, wollte aufstehen, doch ich verstärkte den Griff um seine Hand und deutete ihm so, dass er bleiben sollte. Ein leichtes Lächeln bildete sich in seinem Gesicht, doch er schaute immer noch ziemlich besorgt aus.

San verstand und schloss die Tür hinter sich. „Was ist passiert?", fragte Mingi mich fast sofort und auch seine Stimme hatte einen verdammt besorgten Klang. „Ich war Joggen, duschen, habe gelesen und dann Frühstück für Natalie gemacht, so wie jeden Morgen und plötzlich ist mir einfach schwarz vor Augen geworden und ich bin umgekippt", antwortete ich leise und schaute ihn dabei nicht an. Sanft drückte er meine Hand und meinte: „Du musst besser auf dich aufpassen. Als San versucht hat, sich wegzuschleichen und dann raus gekommen ist, dass er ins Krankenhaus wollte, weil du zusammengebrochen bist, sind bei mir sämtliche Alarmglocken angegangen. Ich glaube ich war echt schlimm, ich muss mich gleich erst mal bei den Jungs entschuldigen."

Er lachte verlegen und kratzte sich am Hinterkopf. Vorsichtig rutschte ich ein Stück zur Seite und deutete ihm so, dass er sich zu mir setzten sollte. Ich brauchte gerade einfach seine Nähe und Wärme. Glücklicherweise verstand er sofort, was ich von ihm wollte und er setzte sich zu mir. Er legte einen Arm um mich und zog mich so etwas an sich. „Du bist ja ganz kalt", stellte er fest und zog die Decke wieder mehr über mich.

Dann klopfte es an der Tür und ein Arzt kam herein. Ich kannte ihn und lächelte ihn an. Er lächelte zurück, doch er sah etwas bedrückt aus. Dann seufzte er und fing an zu sprechen: „Ahri, du bist wahrscheinlich wegen einer Überanstrengung zusammengebrochen, die auf deinen Eisenmangel zurückzuführen ist und außerdem fehlen dir noch einige andere Vitamine und Mineralien. Wenn das so weiter geht, kommen wir nicht drum herum, dich einzuweisen.

Ich schluckte leer. Es war halt nicht so einfach sein Leben von jetzt auf gleich umzustellen. Es dauerte eben seine Zeit und die fehlte mir. Mingi drückte mich an sich und fragte den Arzt: „Wie könnten wir ihr denn anders helfen? Ich weiß, dass sie keine Therapie machen möchte und ich würde gerne versuchen ihr zu helfen, sodass sie das auch nicht machen muss." Kurz überlegte er, bevor er ihm antwortete: „Es erfordert eine menge Disziplin und wird wahrscheinlich auch sehr zeitaufwendig werden. Sie muss einen anderen Bezug zum Essen aufbauen und wird zumindest um drei bis vier Sitzungen nicht herum kommen, einfach damit festgestellt werden kann, ob sie es ohne weitere professionelle Unterstützung schaffen kann, oder ob sie diese braucht. Überlegt es euch."

Damit ging der Arzt wieder und ließ mich mit Mingi alleine. Mir standen die Tränen in den Augen, denn ich wollte auf gar keinen Fall eingewiesen werden. Mit seinem Daumen, wischte er mir die Tränen weg, küsste kurz meine Schläfe und sagte: „Wie werden dich alle unterstützen. Du musst da nicht alleine durch, du hast Natalie, die Anderen und mich an deiner Seite. Wir schaffen das."  

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Und hier ist das nächste Kapitel~

Wir hoffen es hat euch gefallen und wir sehen uns beim nächsten Kapitel wieder~

Bis Bald~

Promise -Ateez-Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt