Jetzt, da ich alleine in meinem Zimmer saß, dachte ich ununterbrochen an Johnatan Adams. Ich versuchte mich an jede Kleinigkeit seiner Gestik und Mimik im Nachhinein zu erinnern, um etwas darüber herauszubekommen, was er seinen Söhnen angetan haben könnte.
Da hat wohl jemand zu viele Detektivserien geschaut...
Ruhe da oben, das hier ist Ernst!
Fakt ist, ich war überzeugt, dass er Schuld am psychischen Zustand seiner Söhne war. Oder zumindest ein Schuldiger.
Es kribbelte ungeduldig in meinen Fingern, als ich mein Handy in der Hand hatte und über dem Button des Internetbrowsers schwebte. Vielleicht könnte mir das endlose Internet eine Antwort auf diese Frage geben. Irgendetwas könnte es über die Adams ausspucken.
Schwer seufzend machte ich die Tastensperre rein und warf es vor mich auf meine blaue Bettdecke.
Ich konnte die Familie nicht googeln. Das wollte ich Nate und Zayn nicht antun.
Mir die Haare raufend ließ ich mich nach hinten in mein Kissen fallen, als es an der Tür klopfte. Genervt stöhnte ich auf.
"Komm rein."
Die blonde Mähne meiner Mutter, die gefärbt war, denn eigentlich hatte sie wie ich hellbraune Haare, erschien in der Tür. Das Gesicht ausdruckslos, die Mundwinkel nach unten hängend starrte sie mich kurz an bevor sie schließlich eintrat.
"Ich schätze wir müssen reden."
Überrascht über diese Aussage zog ich meine Augenbraue nach oben. Mum und reden?
Ist klar.
Dennoch setzte ich mich aufrecht hin und sah sie abwartend und etwas misstrauisch an.
"Und über was genau?"
Sie trat ein, ihre schwarzen Pumps klackten auf meinem Holzboden und ihr lachsfarbenes Kostüm trug sie selbst jetzt noch, obwohl sie schon heute Mittag Zuhause war bevor ich zu Zayn und Nate ging.
Ihre gräulichen Augen lagen starr auf mir. "Über dich und den Sohn der Andersons."
Bittere Wut brodelte in meinem Bauch auf, doch mühsam hielt ich sie unten. "Was gibt es da zu bereden?", erwiederte ich kühl und sah sie ebenso eisig an wie sie mich.
"Dein Vater und ich sind der Meinung, dass eine Beziehung zwischen euch beiden sehr förderlich für die Firma wäre. Die Andersons haben sehr gute Kontakte in Europa und das wäre mehr als nur gut für uns und das Geschäft."
Sie redete mit mir, als würde sie mir vom Wetter erzählen. Ungläubig und auch etwas fassungslos starrte ich sie an.
"Aber ich liebe ihn nicht und möchte keine Beziehung mit ihm", erwiederte ich simpel.
Meine Mutter seufzte schwer und fuhr sich mit ihrer Hand, an der zahlreiche Armreife hingen, über ihr perfekt geschminktes Gesicht.
"Liebe ist hinfällig, Roxana. Hier geht es um's Geschäft."
"Euer Geschäft!", zischte ich sauer und saß jetzt stocksteif auf meiner Matratze. "Ich werde nichts, so gar nichts mit Scott Anderson anfangen!"
Nach dem Motto Das werden wir noch sehen schüttelte sie ihren Kopf. "Du triffst dich morgen mit ihm zum Essen."
Mein Mund stand kurz offen, aber kein Ton kam daraus. Bis ich trotzig mein Kinn hob. "Morgen arbeite ich."
Sie winkte ab. "Immer noch der Job in diesem Restaurant?", sie verzog ihr Gesicht zu einer angewiderten Grimasse und ich ballte meine Hände zu Fäusten, "Das solltest du lieber den anderen überlassen. Denen, die keine andere Chance im Leben haben als zu kellnern." Sie sprach das Wort aus wie ein Schimpfwort.
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Your World in Flames
Teen FictionBeendet ✔️ Roxanas Leben ist ziemlich gewöhnlich. Ihre Eltern arbeiten viel und zusammen mit ihren Freundinnen Pam und Mo will sie eigentlich nur die Highschool überleben. Irgendwie. Allerdings wird ihre gewohnte Welt auf den Kopf gestellt, als sie...
