Hatte er das gerade ehrlich gesagt?
War er wirklich in mich verliebt?
Mein Herz schlug gegen meine Brust wie ein Presslufthammer und ich hatte wirklich Sorge, dass es gleich herausspringen würde um sich in Nates Arme zu kuscheln.
"Du... Was?", stammelte ich verloren und verwirrt, doch Nate schüttelte nur noch immer finster seinen Kopf.
"Oh nein, lenk nicht ab Roxana", brummte er mahnend und ich verstummte sofort, "Wer. War. Das?!" Er deutete auf die dunklen Flecken auf meinem Hals.
Ich lenke ab? Honey, du hast gerade gesagt, dass du in mich verliebt wärst!
Aber ich sagte das nicht, sondern atmete nur einmal tief durch.
"Nach meinem Feierabend", begann ich leise und sah Nate dabei nicht an, "Hab ich den Müll nach draußen gebracht als plötzlich dein Vater-"
"Ich werde ihn umbringen!", knurrte Nate gefährlich und im Ernst, ich zweifelte gerade keineswegs an seinen Worten.
Deshalb legte ich zur Sicherheit meine Hände auf seine angespannte Brust um ihn zurückzuhalten. Seine grünen Augen blitzten nur so vor Hass.
Aber da ich schon mal dabei war, erzählte ich eben einfach alles. Als würde ich ein Pflaster abreißen, schnell und nicht ganz so schmerzlos wie es immer heißt. "Er wollte herausfinden, was du an mir findest und ich wollte wissen, warum er euer Leben zerstört hat. Dein Vater meinte nur, dass er bis jetzt nur Zayns Leben runiert hätte, aber auch bei dir würde es nicht mehr lange dauern bis du Schwäche zeigst."
Ich stoppte kurz um meine Haare nach oben zu binden und ihm nun freie Sicht auf die Flecken zu gewähren.
"Er meinte, wenn er nur etwas fester zudrückte würde er deine Welt brennen lassen", flüsterte ich und sah ihm dabei unentwegt in die Augen, "Dann würde er dir alles nehmen, so wie du es mal bei ihm getan hast."
Dass Johnatan auch gesagt hatte, dass Nate einmal wie er werden würde verschwieg ich. Die Ader an seinem Hals war jetzt schon kurz vorm Platzen und ich wollte wirklich nicht sein Blut von meiner Wand schrubben.
Nates Fäuste bebten, doch er sagte nichts, genauso wenig ich. Zwar hatte ich gefühlt millionen Fragen, aber ich wollte keine Antwort von ihm erzwingen. Wenn er bereit war, würde er mir bestimmt etwas erzählen.
Er drehte sich von mir weg und lief zum Fenster. Für eine Sekunde lang hatte ich die Befürchtung, dass er einfach wieder gehen würde und hielt geschockt die Luft an. Doch als er vor der Scheibe ankam hielt er an und sah einfach nur in die finstere Nacht hinaus.
Ich blieb stehen und starrte auf seinen Rücken. Es klingt dumm, aber irgendwie wusste ich, dass er reden wollte aber vermutlich nur nicht wusste, wie er beginnen sollte. Also beschloss ich, ihm doch eine einzige Frage zu stellen, die den Stein ins Rollen brachte.
"Was meinte er damit", fragte ich ganz leise, aber er hörte mich, da war ich mir sicher. "Dass du ihm alles genommen hast?"
Und das war der Zeitpunkt, an dem sich Nate mir offenbarte.
"Früher, als Zayn und ich noch klein waren, war unser Vater ein ziemlich berühmter und anerkannter Neurochirurg. Er war der Beste", erzählte er leise und sah noch immer geradewegs aus dem Fenster. Ich konnte schwach sein Spiegelbild erkennen, Nates Miene war starr und drückte keinerlei Emotionen aus.
"Dann, kurz bevor wir fünf Jahre alt wurden, hatte er einen Unfall als er mich von einem Kindergeburtstag abholen musste. Zayn lag mit Fieber im Bett, weshalb ich alleine dort war. Jedenfalls hatten wir einen schlimmen Autounfall. Unser Wagen überschlug sich mehrfach und stürzte eine Böschung hinunter, dann ging es in Flammen auf.
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Your World in Flames
Teen FictionBeendet ✔️ Roxanas Leben ist ziemlich gewöhnlich. Ihre Eltern arbeiten viel und zusammen mit ihren Freundinnen Pam und Mo will sie eigentlich nur die Highschool überleben. Irgendwie. Allerdings wird ihre gewohnte Welt auf den Kopf gestellt, als sie...
