66. Seelen

15.7K 911 65
                                        

↠𝐒 𝐂 𝐀 𝐑 ↞

Weit hatte ich meine Augen aufgerissen und ein Zittern befiel meinen Körper.

Das war krank.

Ich wollte etwas sagen,Azazel anschreien,doch meine Kehle war wie zugeschnürt und ich hatte damit zu kämpfen meinen wenigen Mageninhalt bei mir zu behalten.

Das Röcheln verebbte langsam,das Blut vermischte sich mit den Schatten.

In einem verdrehten Winkel lag dieser arme Lyncantrop dort,während Azazel den Dolch zurück in die Scheide steckte.

Sein Gesicht wirkte teilnahmslos und doch sah ich ihm an,dass er auf etwas wartete.

Die Schatten verzogen sich von der Leiche und doch erkannte ich,wie aus dem weitgeöffneten Mund Schatten austraten.

Schatten,die auch Azazel in sich trug.

Schwarze wolken stiegen aus Mund und Augen und wieder wollte ich mich am liebsten übergeben.

Diese Schwarze Substanz vermischte sich mit den dunklen Rauchschwaden von Azazel und mit einem beinahe barbarischen Lächeln sah Az auf die Leiche herab.

,,Nun erhebe dich und lasse dich von unseren Brüdern willkommen heißen"

Fassungslos sah ich Azazel an.
Er hatte vollkommen den Verstand verloren.
Doch in diesem Momente zuckte der leblose Körper des Mannes.

,,Oh mein Gott",wisperte ich erschrocken und schlug mir die Hand vor den Mund.
Die Magensäure ätzte sich meinen Rachen hoch und Tränen bildeten sich in meinen Augenwinkeln,als ich um Fassung rang.

Aus der Blutlache erhob sich tatsächlich der junge Mann.
Völlig unversehrt.
Das ausgemergelte Gesicht besaß nun wieder eine gesunde Fülle,die Blasse Haut war wieder golden und unter dem Dickflüssigen Blutresten am Hals erkannte ivh glatte, unversehrte Haut.

Und als der Lycanthrop seinen Kopf hob,entwich mir ein leiser Schrei.
Zu spät konnte ich ihn unterdrücken und der Spitze Ton ließ mir die Aufmerksamkeit aller zu teil werden.

Hunderte rote Augenpaare fixierten mich,zu denen nun auch die des Lycanthropen zählten.

[...]

Mein ganzes Weltbild wurde von Azazel persönlich in tausendkleine Stücke zerissen und langsam kristallisierte sich die erschreckende Warheit heraus.

Es waren Übernatürliche,die Azazel ihre Seele und Loyalität gaben und dann in etwas absolut böses verwandelt wurden.

Ähnlich wie bei Vampiren,nur extreme und abartiger.

Jeden Malice war ein sterbliches Wesen gewesen.

Bevor Azazel das aus Ihnen gemacht hatte.

Und zu meinem Erschrecken war der Lyncantropen,Ascanius nicht der einzige.
Er war einer von insgesamt zwölf,die den Eid ablegten und ihre Seele Azazel gaben.

Immer die gleichen Worte des Königs,immer die festen Antworten der Übernatürlichen aller Art.

Und als der zwölfte sich im Jubel der Menschen aus dem See aus Blut erhob,hob Azazel die Hand.

Seine Hände und sein Dolch waren so rot wie der Boden,so rot wie seine berechnenden Augen.

Und ich stellte fest,dass bei jedem Tod die Schatten zu unseren Füßen mehr wurden.

In diesem Moment verstand ich es.
Und einmal mehr versuchte ich mich aus dem Griff dieser Dunklen Substanz zu befreien.

Das waren die Seelen dieser Übernatürlichen.
Die verdorbenen Reste.

Mein Gesicht wurde Aschfall und Angst umschloss mein Herz.
Drückte mit seinen kalten Finger zu und pumpte sein Gift in jeden Teil meines Körpers.

Ich wollte toben,schreien und weg von hier.

Und gerade als ich diesen Trieben nachgeben wollte,erstarrte ich in meiner Position.

Ein zusammengesackter,völlig zerschundener Körper wurde von zwei Kriegern auf das Podest geschleift.

Die dunkel blonden Haare des jungen Mannes verdeckten sein Gesicht und an seinen Handgelenken waren Eisenketten,die sich Schmerzhaft in das Fleisch schnitten.

Az deutete den Wachen den Mann loszulassen und augenblicklich fiel der schlappe Körper des Mannes in die Blutlache.

Er stöhnte Schmerzvoll auf und ich erkannte deutlich die Genugtuung in Az Augen glitzern.

,,Mein Volk.
Dieser Mann ist ein Rebell!",begann er und ich keuchte auf.

,,Ein Rebell,der sich in mein Schloss zutritt verschafft hat und nach Informationen gesucht hat"

Die hunderten Malice wurden unruhig,zornig und die warme Luft um uns herum hitzte sich noch mehr auf .

,,Und doch war dieser Vampir stark.
Auch wenn er für die falsche Seite gekämpft hat"

,,Nein",wisperte ich und schüttelte den Kopf,als Az mich ansah.

,,Und deswegen habe ich mich dazu entschieden,diesem Irrgeleiteten Rebellen neue Existenzgründe zu geben.
Unzwar sich unter meine Herrschaft zu stellen"

Die Krieger hoben ihre behandschuhten Fäuste und die Lautstärke auf dem Platz schwoll immer weiter an.

Az Mundwinkel hoben sich und als sein Fuß sich auf die Schulter des Mannes stellte,grinste er.

,,Wir wollen allen zeigen,dass die Malice am stärksten sind.
Und Rebellen keinen Platz in unserer Welt haben"

Und dann drückte er den Mann nach hinten,der mit einem Keuchen und die Unterarme fiel.

Es fühlte sich an,als hätte man mir mein Herz aus der Brust gerissen.
,,Nein",flüsterte ich,mein Hals staubtrocken und meine Angst überdimensional.
,,Wirst du mich als deinen König akzeptieren?Mir deine Seele geben und deine Loyalität mir zu schenken?
Sprich,Ilias Raymond"

Gefährtin des KönigsGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt