Fünfzehn

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„Yoongi?"

Als er Taehyung's Stimme hörte, schaute Yoongi von seinem Rücksitz nach vorne zum Beifahrer. Der Jüngere musterte ihn neugierig, wobei er wirklich wie ein kleiner Junge aussah. Er erinnerte Yoongi an seinen Bruder.

„Was ist los, Kleiner?"

„Hey, ich bin immer noch größer als du!", meinte Tae schmollend, doch fasste sich dann schnell wieder. „Wie lange kennen du und Jimin sich schon?"

„Seit fast zwei Jahren. Wir sind kurz danach zusammengekommen." Yoongi lächelte leicht. „Es hat einfach gestimmt."

Tae schmunzelte ebenfalls. „Das merkt man, der Abschied war ja schon schwer."

Ein paar Minuten zuvor, hatte Jimin Yoongi in der Tiefgarage umarmt und wollte ihn gar nicht mehr loslassen. Sie waren zwar mittlerweile wieder von Menschen umgeben, aber sie hatten nur sich. Yoongi war alles für den Jüngeren und das wusste er selbst auch. Ihm erging es nicht anders mit Jimin.

„Ja...wir haben Angst. Das hier ist nichts, das wir im Leben je erwartet hätten.", sagte der Grauhaarige nachdenklich.

Tae nickte. „Ja, verstehe. Aber keine Sorge, ich hab versprochen auf euch aufzupassen."

Stolz lächelte er Yoongi an, was den Älteren zum glucksen brachte. Neben ihn machte sich Halsey bemerkbar, die sich ein Schmunzeln nicht verkneifen konnte.

„Ich freue mich jedes Mal zu sehen, dass Menschen einander in solchen Zeiten nicht von der Seite weichen." Ihre Augen strahlten so viel Mitgefühl und Sympathie aus, dass Yoongi lächelte.

„Ich verstehe was du meinst. Ich hätte nicht damit gerechnet so viele Leute zu sehen, die einander helfen. Danke nochmal, dass ihr uns mitgenommen habt und uns ein Zuhause schenkt. Ich wüsste nicht, was ich sonst getan hätte. Ich bin nur froh, dass es Jimin wieder besser geht."

Jimin war sein Ein und Alles, das Wichtigste in seinem Leben. Er musste ihn sicher wissen und würde alles dafür tun.

„Halte deinen Mann gut fest, Yoongi.", sprach mit einem Mal der Fahrer, Kyungsoo.

Tae blickte ihn mitleidig an, weswegen sich Yoongi fragte, was wohl hinter Soo's Worten steckte. Auch Halsey schien den Stimmungswechsel zu bemerken, aber mehr zu wissen als der Grauhaarige.

„Haben wir irgendeine neue Idee, wie wir Kontakt aufnehmen könnten?", fragte sie.

Kyungsoo wartete einen Moment lang, bevor er seufzte und antwortete. „Nein, nicht die kleinste. Wir wissen ja nicht mal wo genau er ist oder was er bei sich hat...oder ob er noch am Leben is-"

„Stop!", sagte Tae plötzlich laut, sodass der Anführer erschrocken auf die Bremse trat und das Auto rüttelnd zum Stehen kam.

Alle sahen sie nach draußen und untersuchten die Straßen, dachten dass Taehyung etwas gefunden hätte. Aber da war nichts. Nur verwesende Körper und Müll, der herumflog. Yoongi drehte sich mit einem mulmigen Gefühl weg und nun starrte jeder den Jüngsten an.

Tae's finsterer Blick aber galt nur Kyungsoo. „Denk gar nicht mal daran, dein Mann könnte tot sein!"

Yoongi horchte auf. Der Anführer war verheiratet? Davon hörte er zum ersten Mal.

Soo's Gesichtszüge wurden weicher, als er sanft zu dem Jüngeren redete. „Tae."

„Nichts da! Gestern warst du noch voller Theorien, wo wir ihn finden könnten und jetzt?! Wag es ja nicht aufzugeben, Do Kyungsoo! Er ist dein Ehemann und du wirst verdammt nochmal an ihn glauben!"

Sie waren sprachlos. Drei Augenpaare waren auf den Blond-Rosa-Haarigen gerichtet, der aus allen Nähten zu platzen schien. Taehyung war sonst immer der aufmunternde und liebevolle Typ gewesen, aber nun mit seinen bestimmenden Blick? Yoongi selbst hätte sich vieles von dem Kleinen einreden lassen können, hätte der es versucht. Und er wusste, dass auch Kyungsoo keine Wahl hatte.

Those beautiful days are gone...Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt