„Kampftraining verschieben wir mal besser auf morgen, das war für heute genug." Ich schaue sie mit einem fragenden Gesicht an, wartend darauf, dass sie merkt, welcher Tag morgen ist. Doch anscheind, sind ihre Gedanken wirklich nicht bei der Sache.
„Aso...ehm morgen kann ich ja nicht."
Sie guckt mich verwundert an, dabei müsste sie genau wissen, welcher Tag morgen ist. „Der 28.?”, versuche ich ihr einen Tipp zu geben, doch sie kommt immer noch nicht drauf und schaut mich mit großen Augen an. Als wüsste sie, dass irgendetwas ist, aber verdrängt es.
„Ich werde 16 und da wollte ich eigentlich nicht gerade meinen Geburtstag hier verbringen." Ich war oft hier. Eigentlich so ziehmlich jeden Tag, was außergewöhnlich ist, wenn man nicht in dieser "Anstalt" Patient ist. Außerdem kenne ich viele, der anderen Jugendliche, die hierhin kommen. Und die haben wirklich schlimmer Probleme, als "nur" schlechte Träume.
Eine zum Beispiel meint, dass sie von einem Dämon besessen ist und versucht sich im Schlaf manchmal umzubringen. Deswegen war sie schon 2 Jahre hier eingeschlossen, momentan ist sie aber wieder zu Hause und es geht ihr etwas besser. Doch zum Glück wissen Julia und ich, dass ich noch relativ normal bin. Für die schlechten Träume kann ich ja nun wirklich nix und umbringen will ich mich auch nicht, auch wenn ich ein bisschen Schlaf mal echt gebrauchen könnte.
Nach einem kurzen Zögern antwortet sie. „Aso...stimmt...schon 16?Krass wie schnell die Zeit vergeht.", dann wendet sie sich wieder ohne ein weiteres Wort ihren Notizen zu.
Ich nicke... die Situation war glaub ich noch nie so angespannt zwischen uns. Ich meine sie hat noch nie meinen Geburtstag vergessen...noch nie! Und das ich 16 werde weiß sie auch, immerhin ist sie für mich schon fast sowas, wie ein Familienmitglied. Sie kam auch fast jedes Jahr vorbei. Naja vielleicht hat sie ja wirklich Stress. Wenn es etwas anderes wäre, würde sie es mir schon erzählen.
,,Okey meine Mam wartet bestimmt schon draußen, kannst ja vorbei kommen, wenn du willst. Kennst das ja." Ich nehme meine Sachen und verschwinde zur Tür hinaus, plötzlich bekomme ich mit, wie Julia mir hinterher ruft : „Aso und feier schön, ich glaube ich kann dieses Jahr leider nicht vorbei kommen, habe morgen viele Termine.", ihre Stimme senkt sich leicht. ,,Schade, aber Danke." rufe ich zurück.
Ich ging durch den langen weißen Flur hindurch zum Hauptausgang, wo meine Mutter schon die ganze Zeit wartet.
„Na, wie war es?" Das ist so ziehmlich immer ihre erste Frage. „Ja, ganz gut." Natürlich sage ich ihr nicht, wie es wirklich war. Nähmlich das es mir dieses mal rein gar nix gebracht hat und Julia einfach nur schlecht gelaunt war.
„Pass auf, geh schonmal ins Auto, ich muss noch kurz mit Julia sprechen.”
„Okey?”, ich frage mich, was die zwei zu besprechen haben.
Ich sperre das Auto auf, schmeiße meine Tasche auf den Rücksitz und lehne meinen Sitz ganz weit zurück. Ich bin müde, wie immer, doch ich habe mir schon ganz gut antrainiert mit wenig Schlaf auszukommen.
Ich drehe die Musik etwas lauter auf, um die Zeit zu überbrücken, auch wenn ich am liebsten mit ihr gegangen wäre, um zu hören, was sie mit ihr zu besprechen hat. In so Sachen bin ich immer vorwitzig.
Nach rund 7 Minuten kommt sie dann auch heraus.
Aufgewühlt setzt sie sich neben mich ans Steuer und knallt ungemerkt die Tür etwas fester zu.
„Mam?”
Sie ist beschäftigt, das Auto anzuschmeißen, doch mit ihren Gedanken ist sie wo anders, das sehe ich.
„Mam??”, frage ich sie nochmals etwas lauter und drehe die Musik leiser.
„Ja was?”, bekommt sie nun auch mal mit , dass ich mit ihr rede und schaut verwirrt rüber.
„Was ist los?”, frage ich sie.
„Nix”, sie schüttelt den Kopf.
Sind heute alle so drauf? Oder bilde ich mir das nur ein?
DU LIEST GERADE
Secret Life
Random„Du heißt Bella Castio, deine Eltern vererbten dir dieses Quatier, bevor sie ermordet wurden." Isabella Zimmer lebt seit sie drei ist bei ihren Pflegeeltern. Über ihre leiblichen Eltern und ihre Vergangenheit weiß sie nichts. Das Einzige, was sie vo...
