PoV Levi
„Nein Eren.", murrte ich und sah dem Jüngeren in die Augen. Ich war egal. Ich hatte 22 Jahre um mein Leben auf die Reihe zu kriegen, ich habe es bisher nicht komplett geschafft. Das was ich aber erreicht hatte, war genug. Lieber lebte ich so, als noch schlimmer. Lieber fraß ich alles in mich hinein, als jemand anderem meine Probleme aufzuhalsen.
„Es ist unfair Levi. Du bist ohne eine Vorwarnung in mein Leben geplatzt, hast alles durcheinander gebracht und trotzdem sitze ich hier und lasse mir von dir helfen. Ohne Widerworte. Und warum? Weil ich das will. Du kannst mir nicht erzählen, dass du weiter alles in dich hinein fressen willst, bist du irgendwann explodierst und dich vielleicht noch umbringst.", es lag bestimmt mitunter an den Stimmungsschwankungen, die er zur Zeit hatte, aber seine plötzliche Wut auf mich kam nicht nur daher. Jedenfalls fühlte es sich an ihn wie Wut.
„Übertreib nicht.", entgegnete ich nur und sah von ihm weg. „Ich übertreibe nicht! Ich mache mir Sorgen um dich!", er wurde immer lauter. „Eren, es ist nicht dein Problem. Warum interessiert es dich so sehr, wie es mir geht? Willst du mir irgendwas zurückgeben, dafür dass du hier wohnen kannst? Ist es das? Oder bist du einfach nur verdammt neugierig?", nun wurde auch ich laut. Er meinte es bestimmt nicht so, aber ich hatte Angst ihn an mich ran zu lassen.
Sprachlos sah er mich an. Verletzt. Enttäuscht. Verwirrt. „Ich mache mir Sorgen um dich.", wiederholte er sich nun leiser, fast flüsternd. Hatte Tränen in den Augen. „Warum?", er hatte mich in der Nacht weggedrückt. Er wollte mich nicht bei sich haben und machte nun sowas?
„Weil du mir was bedeutest.", murmelte er und drehte beschämt den Kopf weg. „Scheinbar nicht viel.", schnippisch sah ich ihn an. Das war vermutlich - nein auf jeden Fall - nicht das richtige Verhalten, aber ich war verletzt. Nicht, weil ich gekorbt wurde. Sondern weil er es war, der mir den Korb verpasst hatte. Seit Jahren habe ich niemanden so nah an mich ran gelassen, habe niemanden mit in meine Wohnung genommen außer Erwin und Mike. Ich hatte seit Jahren nicht mehr so für irgendwen gefühlt, dann brachte ich es über mich und zeigte es ihm und er stieß mich weg! Was erwartete er bitte? Was erwartete ich?
„Levi ich will dich nicht noch kaputter machen! Du hast gesagt, dass ich bleiben soll, damit du mir helfen kannst. Du verhinderst so aber nicht unbedingt, dass ich etwas für dich machen will! Wenn ich dir dadurch nur auf die Nerven gehe und du mich sowieso wegstößt, dann kann ich auch gehen!" - „Du hast mich weggestoßen! Wortwörtlich!", ich spürte die Tränen in meine Augen steigen, wollte Eren gegenüber aber keine Schwäche zeigen und wurde stattdessen laut.
„Und ich habe dir gesagt warum!", Eren stand auf lief im Wohnzimmer auf und ab. „Willst du, dass ich gehe?!", schrie er dann und sah mich mit tränennassem Gesicht an. Ich wusste nicht, ob ich das wollte. Ich wollte ihn bei mir haben, aber nicht so wie jetzt. Ich wollte ihn näher haben. In meinen Armen. Im selben Bett schlafen. Beim Autofahren seine Hand wieder halten. Einfach so seine Hand halten. Ich wollte nicht, dass er ging. Aber ich wollte ihn auch nicht so nah an mich ran lassen. Ich wollte nicht wieder all das hochholen, was ich bisher verdrängt hatte. Ich wollte ihn nicht mit meinem belanglosen Scheiß nerven. Er würde eh schnell gehen. Würde sich idiotisch vorkommen. Meine Probleme waren nichts im Gegensatz zu seinen. Es war wichtiger. Er war wichtiger. Wichtiger als ich.
„Weißt du was, wenn du so lange überlegen musst, erspare ich dir die Antwort.", damit verließ er das Wohnzimmer. Ich stand wie angewurzelt da. Was sollte ich tun? Sollte ich ihn aufhalten? War das schlau? Nein war es nicht. Ihm ging es vielleicht die erste Woche gut hier. Aber nun? Nun bereitete ich ihm Schmerz. Ich wollte genau das Gegenteil erreichen. Aber mal wieder hatte ich es versaut.
Er hatte Mikasa gebeten ihn abzuholen, mir nicht mehr in die Augen gesehen. Ich hatte ihn weinen gehört, wollte ihn trösten aber ließ es bleiben. Es würde alles nur noch verkomplizieren.
Nun stand er im Flur wartete auf den Fahrstuhl und sah auf sein Handy. Ich stand in der Tür, sah ihm hinter her. Die paar Sekunden, die der Fahrstuhl brauchte, fühlten sich an wie Jahre. Ich sollte ihn aufhalten. Ihm sagen, dass es mir leid tun würde, wie dumm ich war und mir von ihm helfen lassen, doch ich blieb stehen. Bewegte mich nicht. Auch nicht als sich die Fahrstuhltür langsam schloss und ich ein letztes Mal sein Gesicht sah.
Und das Schlimmste an unserem Streit war genau das. Sein Gesicht. Den Schmerz, die Enttäuschung und Verwirrung zu sehen. Zu wissen, dass ich der Grund dafür war. Ich hätte es nie so weit kommen lassen dürfen.
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Let me save your life [Ereri/Riren]
Fiksi PenggemarEren (19) kam durch einen falschen Freundeskreis von Annie (19) Reiner (19) und Berthold (18) an Drogen. Als Erwin (23) der Nachbar von den Dreien an einem Abend genug von der Gruppe hat, beschließen er und sein bester Freund Levi (22) die Wohnung z...
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