Du willst Antworten? Ich gebe sie dir. Diese Nachricht führte dazu das ich an einem windigen Nachmittag nach meinem Skateboard griff und das Haus schnellstmöglich verlassen hatte. Dass die Idee mit meinem Skateboard an einem windigen Tag zu ihm zu fahren einfach nur dämlich war hätte mir im Vorhinein klar werden sollen. Nichtsdestotrotz stehe ich vor seiner Veranda und starre auf die verschlossene weiße Tür. Meine schwarzen Haare wehe durcheinander und fallen mir ins Gesicht.
Die rote Strähne, die mein pechschwarzes Haar bestückt, verschwindet langsam. Man sieht sie noch gut genug, aber sie ist nicht mehr so stark wie sie es einmal war.
Wenn ich mir das Haus genauer aussehe sieht sie verlassen, unbewohnt aus. In meiner Erinnerung war das Haus schöner, lebhafter und das obwohl nur eine Farbe ins Auge stach. Natürlich war Innen nicht alles weiß. Gemälde, Blumen, Teppiche und vieles mehr hatten das Haus bunter gemacht, doch von außen sieht es wie eine leere Hülle aus.
Jetzt an seiner Veranda zu stehen fühlt sich komisch an. Beim ersten Mal habe ich das Haus betreten, weil Lion mich aus Mitleid mit zu sich genommen hat. Ich weiß nicht genau, ob es Mitleid war, das ihn dazu verleitet hat, mich bei ihm schlafen zu lassen, aber es wirkt wie die einzige logische Erklärung. Das Haus habe ich dann verlassen, als er wie ein trotziges kleines Kind mich ignoriert hat und in sein Zimmer geflüchtet ist.
Beim Verlassen seines Hauses habe ich mich schlecht gefühlt, aber es ist kein Vergleich zu dem, wie ich mich jetzt fühle. Ich fühle mich unwohl, alles in meinem Magen zieht sich zusammen und mein Kopf tut höllisch weh, denn all meine Fragen foltern mich. Auch wenn ich die Wahrheit wissen möchte habe ich schreckliche Angst davor.
Sie haben mich alle nicht ohne Grund belogen. Sie haben es nicht einfach so verheimlicht damit ich mir den Kopf darum zerbrechen kann. Meine Eltern, Onkel Zack und meine Freunde wissen Bescheid und haben Angst davor mir davon zu erzählen. Mich würde es nicht wundern, wenn Camilla von allem wüsste. Alle wissen sowieso Bescheid.
Alle, außer ich. Die, die für die Wahrheit brennt, sie kennen sollte aber es trotzdem nicht tut. Vielleicht weiß ich die Wahrheit schon längst, ich sehe sie nur nicht, oder will es nicht sehen.
Ich weiß nicht, wie lange ich so dagestanden habe und die Tür anstarrte aber anscheinend schon so lange, das die Tür geöffnet wird und Lion mit einer einladenden Bewegung mich in das Hausinnere befördern will. Er muss gesehen haben, dass ich gekommen bin und dann erkannt haben, das ich von selbst nicht zur Tür finden würde.
Das alles geschah vor einer halben Stunde.
Er und ich sitzen seit einer halben Stunde in seinem Wohnzimmer und schweigen uns an. Ich wusste nicht, wo ich beginnen sollte. Es sind so viele Fragen, die mich plagen, aber ich kriege kein Wort raus. Immer wieder habe ich den Mund geöffnet und versucht etwas zu sagen, aber nichts, bis auf ein seufzten, verließ meine Lippen. Öfter mal betrachtete ich ihn, während die Stille uns übermannte und er mir keines Blickes würdigte.
Seine feuchten Haare, die nass wurden, als er in der Küche verschwand und sich Wasser ins Gesicht spritzte, hängen ihm vor die Stirn und glänzen leicht im golden weißen Licht. Seine dunklen Augen fixeren etwas rechts von ihm und meiden meinen Blick. Schon das zweite Mal bekomme ich ihn ohne Lederjacke zu sehen, woran ich mich echt gewöhnen könnte, wenn ich immer einen Blick auf sein Schlagen Tattoo erhaschen könnte. Seine muskulösen Arme hat er vor seiner Brust verschränkt, die sich gleichmäßig hebt und senkt.
Es ist irgendwie anderes, jetzt wo ich endlich weiß wen mein Herz wirklich begehrt. Ich liebe Lion und obwohl ich weiß das es Jacob verletzt, fühlt es sich nicht falsch an, zu sagen wer mein Herz für sich allein gewonnen hat.
Ob er auch etwas für mich fühlt?
Aber kann man es Liebe nennen, wenn man sich nie berührt hat, so richtig berührt hat? Kann man schon von Liebe reden, wenn einem nicht mal ein Kuss gegönnt worden ist? Kann ich wirklich behaupten, ihn zu lieben? Ich weiß es nicht, womöglich nicht, aber wenn Liebe sich nicht so anfühlt, was ich fühle, dann weiß ich auch nicht mehr weiter.
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Querida Stones
Fantasy»Er hat niemals mich verloren. Ich habe ihn verloren.« Der Tod ihres Bruders sitzt so tief das Serina von ihren Eltern in eine andere Stadt verfrachtet wird. Nach North Carolina, zu ihren Onkel und ihrer kleinen Cousine, wo sie haufenweise Geheimnis...
