„Ähm, habe ich irgendetwas angestellt? Mit dem Rind in der Küche hatte ich nichts zu tun, versprochen!"
„Mit dem was bitte?"
„Gar nichts, gar nichts. Was wolltest du von mir?"
Lucius vergrub sein Gesicht in seinen Händen. Er befürchtete schon das Schlimmste, darum würde er sich später kümmern müssen. Er rechnete einfach mal damit, dass er demnächst diverse Beschwerden der Küchensklaven in Empfang nehmen musste.
„Eigentlich wollte ich dir erzählen, dass ich vor habe, wieder zu heiraten."
„HA! Also war es doch deins!", Spurius sprang triumphierend von seinem Stuhl auf. Lucius stöhnte auf. Ging das schon wieder los.
„Nein, ist sie noch immer nicht. Das hat sich eher zufällig ergeben. Ich hatte mich verlobt, bevor wir sie bekommen haben."
„Sicher?", fragte Spurius mit wackelnden Augenbrauen.
„Sehr sicher sogar, ich war in letzter Zeit nicht betrunken genug, um ein uneheliches Kind zu zeugen, danke."
„Och, menno." Spurius ließ sich wieder in seinen Stuhl plumpsen und legte seinen Oberkörper theatralisch über Lucius' Schreibtisch.
„Spurius, ich habe wichtige Unterlagen hier liegen, lass das. Wenn du dramatisch sein willst, nimm die Kiste dort drüben."
Er erhob sich schnell wieder. „Oh, tut mir leid. Habe ich was zerknickt?" Er kontrollierte schnell die Schriftrollen in seiner Reichweite. Lucius war doch ganz froh darum, dass Spurius ernst nehmen konnte, was ernst zu nehmen war.
„Nein, ich glaube es ist alles in Ordnung", sagte Lucius mit einem versichernden Lächeln. Spurius sah erleichtert aus.
„Also, zurück zum Thema. Du willst heiraten, aber auf keinen Fall, weil ein Kind, das du vor einer Woche nach Hause gebracht hast deins ist?"
„Genau."
„Gut, was immer du sagst."
Lucius schüttelte den Kopf, das würde er wohl nicht so schnell aus ihm heraus kriegen. „Die Hochzeit ist in etwa in einem Monat geplant, bis dahin werden hier dann Vorbereitungen getroffen werden müssen."
„Ist denn schon alles mit der Familie der Braut geregelt, oder muss da noch etwas gemacht werden?", fragte Spurius.
„Wir kümmern uns gerade genau darum, aber bis ungefähr Übermorgen sollte auch das geklärt sein. Ich denke, ich werde mich auch vorrangig nur um die familiäre Zustimmung kümmern, die Mitgift werde ich ihnen überlassen."
„Ach, so. Und weiß Lucia schon Bescheid? Oh, wenn sie das wusste und mir nichts erzählt hat, dann...", er ließ den Satz offen.
„Nein, keine Sorge, ich werde ihr gleich einen Brief schreiben. Dann muss ich sie nicht herbeten, sie reist ja ohnehin schon so viel hin und her. Ich glaube, da kann man sie mal in Ruhe lassen, vor allem, weil sie erst letztens hier war." Spurius nickte zustimmend. „Gut, dann hätten wir das auch geklärt. Hast du sonst noch irgendwelche Fragen?", erkundigte sich Lucius.
„Ich glaube nicht", sagte Spurius nach einigem Überlegen. Später bereute er, nicht gefragt zu haben, ob er neue Geschwister bekommen würde.
„Vater, ich habe dir etwas zu erzählen."
„Das habe ich mir schon gedacht, warum sonst solltest du zu mir kommen wollen? Worum geht es? Die Dryade?", fragte Jupiter.
„Nein, Vater. Also schon, indirekt, aber nicht das, worüber ich mit dir sprechen wollte", sagte Apollo.
„Worum geht es dann?" Jupiter lehnte sich in seinem Thron nach vorne und Apollo atmete einmal tief durch.
„Ich werde heiraten. Lucius hat mir kürzlich den Antrag gemacht, ich habe zugestimmt." Jetzt war es raus.
„Wie bitte?"
„Ich werde Lucius heiraten." Apollo hatte das Gefühl, dass ihm die Worte zu wiederholen mehr Mut kostete, als jeder Kampf, den er zuvor bestritten hatte. Egal.
„Und du glaubst tatsächlich, du könntest so einfach einen sterblichen Mann heiraten? Du könntest jeden Unsterblichen auswählen, wenn du gesagt hättest, du würdest heiraten wollen, hätten die Damen längst Schlange gestanden. Aber nein, du suchst dir diesen kleinen, sterblichen Römer mittleren Alters aus, verwitweter Familienvater?"
Apollo schluckte und nickte.
„Ich weiß nicht mehr, was ich mit dir noch anstellen soll", seufzte sein Vater und die ehrliche Enttäuschung tat viel mehr weh, als Herumgeschreie es je getan hatte. „Ich will ganz ehrlich sein, mir gefällt es nicht, mir gefällt es ganz und gar nicht. Ihr habt meinen Segen nicht."
Apollo senkte seinen Kopf. Warum hatte er eigentlich noch auf anderes gehofft? „Gut. Dann haben wir deinen Segen nicht." Er stand auf und verließ wortlos den Thronsaal.
Wie gut es doch war, dass er als erwachsener, männlicher Gott den Segen seines Vaters gar nicht brauchte.
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Amor vincit omnia
Fiksi Sejarah16 Jahre nach seinem vermeindlichen Tod wacht Apollo aus seinem Koma auf. Er befindet sich wieder auf dem Olymp und muss feststellen, dass seine große Liebe bereits verheiratet ist und ganze vier Kinder hat. Ob er es trotzdem schafft, Lucius wieder...
