Lucius atmete hektisch, doch er wusste nicht warum. Sein Herz pochte schnell und er fühlte sich, als wäre er gerade drei Meilen gelaufen. Er versuchte, sich zu orientieren. Seine Umgebung lag im Halbdunkeln, von rechts kam ein flackerndes Licht. Sein Untergrund war weich und über ihm war der klare Sternenhimmel.
„Lucius!" Sein Kopf zuckte nach rechts und er sah in das Gesicht seines Bruders. „Oh, den Göttern sei Dank. Dir geht es gut." Antonius sackte ein wenig in sich zusammen, die Erleichterung schien über ihn gekommen zu sein. Aber wieso denn? Lucius atmete wieder langsamer, das Herzklopfen hörte auf. Er hatte keine Ahnung, was los war. „Wieso sollte es mir nicht gut gehen?", fragte er. Ihm ging es nicht schlecht. Alles war doch in Ordnung. Antonius schüttelte den Kopf und je mehr Zeit verstrich, desto mehr fühlte Lucius sich, als könnte er heulen. Was war denn los mit ihm, es gab doch gar keinen Grund, zu weinen. Er schaute seinen Bruder wartend auf eine Antwort an. Dieser schien ungläubig angesichts von Lucius Unwissenheit zu sein.
„Lucius, du hast geschrien. Ich habe es bis zu mir hin gehört. Dir geht es nicht gut." Geschrien? Warum sollte er schreien? Und außerdem, Antonius Schlafzimmer war am Ende des Ganges. Also schon ein kleines Stückchen. Nicht ganz so weit, aber wenn er ihn hatte schreien hören... „Ich bin sofort hierher gekommen und ich glaube, du hast geschlafen. Also irgendwie jedenfalls. Du hast dich die ganze Zeit verkrampft und du warst irgendwie in Panik." Lucius setzte sich langsam auf. Sein Kopf dröhnte. „Davon weiß ich nichts. Habe ich etwas bestimmtes geschrien?" Antonius half ihm ein wenig auf und legte ihm die Kissen hinter seinem Rücken zurecht. „Nein, keine Worte. Jedenfalls nichts, was ich wirklich verstehen konnte. Es kann sein, dass man ein Mal ein ‚Geh nicht!' heraus hören konnte, aber ich könnte mich auch täuschen. Es war wirklich nicht deutlich, eigentlich einfach nur schrill. Ich habe versucht, dich zu wecken, aber es hat nichts geholfen. Ich weiß nicht, ob ich etwas gemacht habe, aber eben war es ganz plötzlich vorbei." Er sah Lucius ernst an. „Du hast uns ganz schön Angst gemacht, weißt du." „Uns?"
Antonius nickte hinter sich. Lucia stand bei der Tür und sah noch besorgter aus, als Antonius. Das Einzige, was Lucius dachte, war: ‚Oh, nein.' Sie hätte das nicht mitbekommen sollen. Lucius wusste immer noch nicht, was los war, aber wenn das, was Antonius erzählte, stimmte, dann hätte er ihr gerne alles erspart. Er überlegte noch, was er sagen sollte, aber seine Tochter kam schon auf ihn zu und setzte sich auf die Bettkante, nachdem Antonius ihr Platz gemacht hatte. Sie zog Lucius in eine Umarmung und nun wusste Lucius wirklich nichts mehr. Er legte dennoch seinerseits seine Arme um seine Tochter, und wenn es nur war, um die Situation nicht ganz komisch wirken zu lassen. „Es ist in Ordnung", flüsterte Lucia. „Ich vermisse sie auch. Das darfst du genauso." Oh. Das war es. Lucius schob sie sanft von sich, um ihr schönes Gesicht in seine Hände zu nehmen, dessen Augen so sehr denen seiner Freu glichen. „Es sollte nicht deine Aufgabe sein, dich um mich zu kümmern." „Du weißt aber doch selber, dass wir nicht gut darin sind, uns daran zu halten, was wir sollten." Er lächelte sich an. „Es ist alles gut, Lucia. Mit geht es wieder gut." Sie schien ihm nicht ganz zu glauben, doch sie wollte auch nicht weiter widersprechen.
Sie nickte und erhob sich wieder, sodass ihr Onkel sich wieder an das Bett stellen konnte. Er drückte Lucius Schulter. „Brauchst du noch irgendetwas?" Lucius schüttelte den Kopf. „Bist du sicher?" „Ja. Ich habe doch schon gesagt, mir geht es gut. Keine Sorge." Antonius lächelte schräg. „Das ist leichter gesagt als getan, wenn du nicht mitbekommen hast, was los war. Aber gut, wenn du sagst, es geht dir gerade gut, dann will ich es mal dabei belassen. Wenn du aber merkst, dass es wieder anfängt, dir schlecht zu gehen, ruf einfach. Am besten absichtlich." Lucius gluckste. „Ich werde es versuchen."
Mit einem letzten prüfenden Blick verließen beide den Raum. Lucius nahm sich einen Schluck Wasser aus seinem Becher auf dem kleinen Beistelltisch, dann atmete er tief durch und ließ sich in seine Kissen sinken. Was da wohl los gewesen war?
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Amor vincit omnia
Ficción histórica16 Jahre nach seinem vermeindlichen Tod wacht Apollo aus seinem Koma auf. Er befindet sich wieder auf dem Olymp und muss feststellen, dass seine große Liebe bereits verheiratet ist und ganze vier Kinder hat. Ob er es trotzdem schafft, Lucius wieder...
