Kapitel 18

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Ich wehrte mich nicht, als James mich ins Auto sezte. Ich blieb still und ließ die Tränen laufen. James sagte noch was zu Lyam, was ich scheinbar nicht hören sollte und setzte sich dann ins Auto. Die Fahrt zum Flughafen wurde schweigend in gang gesetzt. Doch noch bevor wir vom Berg runtergefahren waren, hörten die Tränen auf zu fließen und ich wischte sie einfach weg. Nachdem ich noch mal zittrig ausgeatmet hatte, schien ich komplett wieder ruhig zu sein. Als ich so weit war, sah James kurz zu mir und wollte seine Hand auf meinen Oberschenkel legen. Jedoch schlug ich sie weg. Ich hatte jetzt nicht den Nerv, mich anfassen zu lassen.

"Sina." Mehr sagte er nicht.

"Ich will nichts hören." Schüttelte ich ab.

"Du solltest dich an sowas gewöhnen."

"Ich will mich nicht daran gewöhnen, James. Ich will sowas nicht sehen müssen!" Zischte ich.

"Was willst du dann?" Wollte der Exhäftling wissen.

Ich wollte reflexartig erwiedern, dass ich nach Hause wollte, doch, da ich meiner Familie, meinen Freunden scheinbar nichts bedeutete, fragte ich mich, ob ich ein zu Hause hatte.

"Ich höre." Hakte James nach.

"Ich weiß, dass ich dieses Leben nicht will."

"Ich habe aber nicht dannach gefragt, was du nicht willst, sonder, was du willst."

Und ich konnte nicht antworten, alles was ich sagen konte, gab es nicht mehr. Ich hatte diesen Wunsch nicht mehr nach Hause zu kommen. Ich...will wissen, wo ich zu Hause sein darf? Ob es irgendwo in dieser Welt einen Ort gibt, abgeschotten von diesen Grausamkeiten. Einen Ort, wo ich gewollt bin, freiwillig bin. Doch konnte ich das sagen? James wollte mich, er war der einzige, der mich so sehr wollte, dass er mich festhielt. Doch hier bin ich ja nicht frewillig.

"Es gibt vieles im Leben, was man nicht will, nicht wissen oder erleben möchte. Doch das Leben ist kein Wunschkonzert. Ich bin in deinen Leben ein gutes Beispiel. Denn wenn dieses Leben ein Wunschkonzert wäre, dann wäre ich wohl gegangen, hätte dich kurz nach dem Ausbruch wieder freigelassen. Du hättest normal weiterleben können weiter in deiner kleinen Welt, die nie über die Dörfer, nie über Deutschland hinausgehen könnte. Zusamen mit deinen Freunden, deiner Fam-"

"Ich will nichts mehr von ihnen hören." Unterbrech ich James sofort.

Und er hörte, ich sah aus den Fenster, wand mich von ihn ab. Doch ich hätte schwören können, dass sich ein leichtes Lächeln auf seine Lippen gelegt hatte. Aber ich sagte nichts, sah ihn auch nicht an, um sicher zu gehen. Am Flughafen angekommen, kannte ich das Prinzip schon. Wir stiegen aus und James ging mit mir zum Jet. Ich stieg einfach ein, ohne das irgendwas gesagt werden musste. Ich setzte mich einfach auf irgendeinen Platz. Ich hatte das altbekante leere, drückende Gefühl in meiner Brust, welches einfach nicht gehen wollte. James setzte sich mir gegenüber. Anders wie bei Daniel, war hier alles kalt eingerichtet, nur das Licht war warm. Ich fror etwas, doch ich wollte mir nichts anmerken lassen. Die hintere Hälfte des Jets wurde von einen Vorhang zugedeckt.

Wir warteten gut eine viertel Stunde, dann ging es los. Der Versuch, mich abzuleken, klappte nicht wirklich. Ich spürte die Tränen, welche in meinen Augen brannten. Doch ich hielt sie zurück. Zwar schaute ich aus dem Fenster, doch ich erkannte nichts, meine Sicht war verschwommen. Als wir auf Flughöhe waren, schnallte James sich ab und sprach mit den Piloten. Ich schnallte mich auch ab, ging auf Toilette. Die Kapine war recht klein, aber modern eingerichtet. Als ich ferig war, stand ich noch einige Zeit vor dem Spiegel. Ich hatte mich nicht verändert. Nur, die noch immernoch zu sehenden blauen Flecken waren da, wobei man sie auch kaum noch erkannte. Es waren eigentlich keine dunklen mehr zu sehen, was ich ganz gut fand. Ich verließ das Badezimmer und lief fast in eine Stewardess hinein, welche etwas zu trinken bei sich trug. Ich ließ die Frau vorbeilaufen, sie beachtete mich kaum, nur ein kurzer erschrockener Blick war mir gegönnt.

Ich folgte ihr schlussendlich zu James, welcher wieder auf seinen Platz saß. Dieser sah vom Fenster zu der Frau, welche sich extra mit ihren Dekoltee über ihn beugte, als sie ihn das Glas hinstellte. Mir gefiel der Anblick nicht wie sie deutlich versuchte, sich an ihn ranzumachen. Doch James beachtete sie nicht und sah stattdessen zu mir. Ich setzte mich hin und die Frau stellte mir das zweite Glas hin, welches sie bei sich trug. Dabei machte sie es anständig und nicht auf die billige Art wie vorhin.

"Eifersüchtig?" Fragte der volltattoowierte, als die Frau weg war.

"Wie bitte?" Ich sah zu den Mann, welcher mich prüfend ansah.

"Ihr Busen." Er deutete mit den Kopf in die Richtung, indem die Stewadess gelaufen war.

"Wieso sollte ich darauf eifersüchtig sein?"

"Naja, deine sind ja r-"

"Ich weiß wie meine sind. Du auch, oder hast du schon vergessen wie sie aussehen?" Ich klang wohl giftiger als gewollt.

"Glaub mir. So einen Anblick vergisst man nicht." Er schien amüsiert.

Ich verdrehte meine Augen.

"Zieh dich aus." Meinte er plötzlich.

"Was?"

"Ausziehen." Wiederholte er kurz seine Forderung.

Er selbst stand auf und zog sich seinen Pollover und sein T-Shirt mit einem mal aus. Die Jacke hing schon über einen anderen Sessel hier. Ich verstand was er meinte, Doch am liebsten wollte ich es nicht verstehen. Nicht wissen, was er wollte, was er wieder mit mir machen wollte.

"Kannst du mir das, nach den Anblick heute morgen, ersparen?" Mann hörte meine Angst herraus.

"Wiederhole deine Regeln, laut und deutlich, dann kannst du es dir bestimmt selbst beantworten." James sah auf mich herrab und fing an seinen Gürtel zu öffnen.

Er fing an, ihn in Schlaufn zu machen und wickelte den überschüssigen Teil um die beiden Schlaufen.

"Ich soll das Anziehen, was du mir gibst. Das essen, was du mir erlaubst. Darf mit niemanden in jeglicher Art und Weise kommunizieren. Ich darf das Haus nicht ohne deine Erlaubnis verlassen und ich habe dir meinen Körper jederzeit und überall zur Verfügung zu stellen." Zählte ich sie auf.

"Also...." Er schien auf eine Reaktion zu warten.

Just ask me, little one IIIWo Geschichten leben. Entdecke jetzt