Kapitel 26

3.6K 127 30
                                        

Ich verstand ihn nicht, doch sagte nichts. Ich machte die Bandagen fertig ab und ließ mich von ihn durch das Anwesen führen. Der Weg führte uns nach unten. Die Stille war bedrückend und auch wenn ich die richtigen Worte suchte, so fand ich sie nicht, alles schien einfach so unpassend in diesen Moment zu schien, alles so falsch.

"Hasst du mich?" Fragte James plötzlich.

Ich atmete tief ein und aus, sah kurz zu ihn. Dch sein Blick war auf dem weg fixiert.

"Nein, ich hasse dich nicht." Meinte ich dann.

Ich könnte ihn nicht hassen, selbst wenn ich wollte, selbst wenn ich es vielleicht tun sollte. Ich hasste ihn nicht. Wenn ich ihn hassen würde, würde ich die letzte Person verlieren, die bei mir war. Vielleicht hielt genau das mich davon ab, ihn vollständig zu hassen.

"Doch bei den Dingen die du tust, da verabscheue ich dich manchmal."

"Das ist ok. Ich weiß, dass du mich als Monster siehst. Hast du ja sogar selbst zugegeben vorhin. An sich ist daran nichts falsch. Ich hoffe nur, dass du mich nicht immer so siehst." Die Stimmung war bedrückend, ihn schien es nicht zu gefallen, dass ich ihn so genannt hatte.

James versuchte herrauszufinden, wie ich zu ihn stand, doch ich wusste es ja selbst nicht ein mal. Ich hasste ihn, zeitgleich weigerte ich mich ihn zu hassen. Zum einen mochte ich ihn, aber auch nicht immer und wenn er in der Rolle seines Berufs war, mochte ich ihn nicht.

"Umso mehr du mir deinen Beruf näherbringst, desso mehr baut es sich auf."

Ich konnte im Augenwinkel sehen, wie Jams nickte.

"Verständlich. Leider muss ich dich anpassen. Sowie du in kauf nehmen musst, vor anderern dich zu verstellen, so muss ich schienbar in kauf nehmen, dass ich für dich teils ein Monster bin. Ich hatte eigentlich gedacht, dass du dich bis zum Ende weigerst, mich so zu bezeichnen, doch ich scheine mich geirrt zu haben."

"Ich denke, ich bin an meine eigene Grenzen gekommen." Erkannte ich selbst.

"Scheint so, doch ich muss dich etwas mehr an den Abgrund bringen. Doch keine Sorge, dannach wirst du keine Schmerzen mehr erleiden."

Wir kamen an einer Treppe an, welche in den Keller führte. Ich merkte, wie mir mulmig wurde, ich wustse nicht ganz, wie ich reagieren, seine Anspielung deuten sollte. Für mich ergab es nicht so viel Sinn.

"Sobald ich mich daneben benehme, werde ich schmerzen erleiden." Erinnerte ich ihn.

"Das stimmt schon, doch ich werde darauf achten, dass sie nicht so schlimm werden. Ich will dich ja nicht vollkommen brechen, dafür mag ich dich zu sehr."

James wollte die Treppe runtergehen, doch ich blieb stehen. Wollte da nicht runter. Natürlich bemerkte der Exhäftling schon nach wenigen Stufen, dass ich nicht mehr neben ihn war, sondern stehen geblieben war.

"Nur dieses eine mal." Er streckte seine Hand nach mir aus.

"Tut es sehr weh?" Fragte ich.

Ich glaube, ich wollte gar nicht wissen, was man mir antun wird. James wollte was erwiedern, doch bevor er es sich erlaubte, mich anzulügen....

"Du brauchst es nicht gutzureden, dass ist dir hoffentlich bewusst."

"Es wird die Hölle. Aber es geht schnell und keine Sorge, ich kümmere mich dannach um dich. Du darfst mich dann nur nicht wegstoßen. Bitte, Engel, auch wenn ich derjenige bin, der dich zum Abgrund treibt, vergiss nicht, dass ich auch derjenige sein werde, der dich fangen wird."

Ich zögerte, wer würde es denn nicht tun. Doch schlussendlich ergriff ich nach seiner Hand, welche er nach mir ausgestreckt hatte. Wenn ich mich wehren würde, würde es doch auf das Gleiche hinauslaufen. Ich könnte mich nicht wehren. Er war doch sowieso stärker wie ich.

"Es dauert auch nicht lange, wir sind vielleicht eine viertel Stunde hier unten." Er bemerkte mein Zittern, ging jedoch zum Glück nicht darauf ein.

Ich fühlte mich schwach auf meinen Beinen, fast sogar schon hilflos. Die Treppen runterzulaufen war anstrengend, meine Beine schmerzen. Normalerweise wurde es, wenn man in einen Keller ging immer kühler. Doch hier traf es nicht zu. Der Flur war von einen orangefarbenen Licht beleutet. Doch diese Licht kam nicht von einer Lampe, sondern aus einem Raum. Die Tür zu diesen Raum wurde geöffnet und ein Mann kam uns entgegen. Trotz der, ja man konnte es schon Hitze nennen, trug er eine Maske, welche sein Gesicht verbergte. Mir wurde übel und ich wich zurück, als der Mann mich scheinbar mitnehmen wollte. Doch James, welcher noch immer meine Hand hielt,  zog mich zu den Mann, welcher seine Arme um mich schlang und mich hochhob. Obwohl ich wusste, dass der volltattoowierte mir nicht helfen würde, so landete mein letzter hilfloser Blick bei ihn, bevor ich in den Raum gezogen wurde und die schwere Tür geschlossen wurde.

Es waren drei weitere Leute in diesen Raum. Ich wurde an irgendeinen Platz gezerrt und auf den Boden gedrückt. Schon kurz darauf schlossen sich um meine Fußknöchel Ketten, welche dafür sorgen, dass ich nciht aufstehen konnte. Ich sagte nichts, flehte nicht. Ich hatte einfach Angst. Meine Sinne schienen geschärft und die Hitze, welche vom Ofen hinter mir kam, machte es nicht besser. Mein Kopf war in Richtung des Fensterns, hinter dessen noch extra ein Gitter war. Da stand James, sah schon fast gleichgültig zu mir. Meine Arme wurden gepackt und an den Ketten befestigt, welche an der Wand ihren Anker hatten.

Auf den Knien, mit den Armen zur Seite ausgestreckt, kniete ich nun da. Verstand, was auf mich zukam und das jetzige Wissen machte es nicht besser. Hätte James mir gesagt, was hier auf mich zukommen würde, hätte ich ihn wohl in die Eier getreten und hätte Versucht ihn zu entkommen. Doch jetzt brachte es nichts mehr, jetzt hockte ich hier, hörte die Männer in einer Sprache, welche ich nicht verstand, reden und hoffte, dass es nicht so schlimm war, wie es wahrcheinlich sein würde. Zu meinen Glück arbeiteten die Männer zügig. Es dauerte keine zwei Minuten und es würde, wie James meinte, zur Hölle. Zuerst spürte ich die Hitze nicht, merkte nicht, wie sich das Metall in meine Haut drückte. Doch als der Schmerz dann realisiert wurde, schrie ich nur noch. Es ähnelte einen Tier, welches zum Schlachter geführt wurde. Es war ekelhaft, ein Gefühl, welches ich nie missen werde. Ich spürte, wie die Tränen über meine Wangen liefen und ich versuchte an den strammgezogenen Ketten zu zerren. Irgendwie wollte ich weg, doch es gab keinen Ausweg.

 

Just ask me, little one IIIGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt