Kapitel 38

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Sie war wirklich sehr aufgedreht. Ihr rapenschwarzes Haar war zusammengeflochten und ihr Bauchfreies Oberteil zeigte ihr Piercing. Wer auch immer bei solchen Außentemperaturen sowas trug. Sie war die Frau von Tatjana und sie war eine aufgedrehte Schönheit. Jedoch verstand ich kein Wort von den was sie sagte. Deshalb könnte es auch nur so wirken, als sei sie aufgedreht. Deutsch konnte sie nicht, soweit ich es mitbekam. Tatjana übersetze immer wieder was sie sagte.

Ich saß einfach still da, wärend Rebecca mir die Haare kämmte. Es war ein komisches Gefühl. Seit Ewigkeiten hatte das niemand mehr gemacht. Aber ich ließ die Frau tun, was sie tun wollte. Viel sagen konnte ich ja nicht wirklich. Regeln sind Regeln. Wenn ich in dieser Welt überleben wollte, musste ich mich daran halten, was vorgeschrieben war. Ich beschwerte mich nicht, als die Frau anfing meine Haare zu flechten. Was sie sehr fest tat. Jedoch konnte ich es nicht unterlassen, mein Gesicht zu verziehen. Sie flechtete vorne zwei Strähnen ein, ließ aber davor noch Strähnen draußen hängen. Sie flechtete die Haare nicht komplett, sondern so, dass sie hinten noch offen waren die Stähnen machte sie hinten mit einen Gummi zusammen.

Ich beobachtete Tatjana wärendessen, wie sie verschiedene Tücher vor mich hielt. Zuerst verstand ich nicht, doch dann holte sie zwei Tafeln raus und ich glaubte zu verstehen. Sie schaut, welche Farben mich blass machen. Etwas übertrieben. Dunkelblau steht jeden, damit kann man nichts falsch machen. Also einfach das nehmen.

Es kehrte Ruhe ein. Die beiden Frauen wussten, was sie zu machen hatten. Ich empfand die Stille als unangenehm. Doch keiner von den beiden schien es genauso zu gehen, wie mir. Zudem kam noch, dass Rebecca wohl kein deutsch konnte. Ich meine, reden ging so oder so nicht, doch es wäre schön zu wissen, was sie wirklich sagte und ich mich nicht einfach auf irgendeine Übersetzung verlassen. Drei Stunden vergingen, drei Stunden und ich konnte nichts sagen, ließ die Frauen alles entscheiden. Meine Haare legten sich in leichten locken über meine Schulter und ich sah auf meine Nägel, welche zuvor noch nir eine Maniküre gesehen hatten. In einen schönen Beigeton waren meine Nägel lackiert. Ich trug schlichte aber schicke Absatzschuhe. Das dunkelblaue Kleid hatte den selben dunkelblauen wie diese und war an der Taillie mit einen beigen Gürtel. Die Schultern, das Dekolté und die Ärmel bestanden nur aus Spitze. Bei den Rest war zusätzlich noch Stoff drunter. Es ging mir bis ungefähr eine Handbreite über die Knie. Die Feinstumpfhose hatte perfekt meinen Hautton und war eigentlich gar nucht zu sehen.

Ich schaute nucht in den Spiegel, nickte nur dankend den beiden Frauen zu, welche sehr zufrieden zu sein schien. Und dann ging es los. Ich frage nicht nach einer Jacke, ob man etwas ändern könnte. Ich hatte kein Recht dazu. Auch wenn eine Jacke das einzige war was fehlte...und ich nicht in den Schuhen laufen konnte. Alleine zur Tür zu laufen war schon eine Qual. Aber die beiden Frauen beobachteten mich nur und warteten geduldig. Als ich es dann endlich mal geschafft hatte zu ihnen zu kommen, öffnete Rebecca die Tür und wir gingen hinaus. Doch mein Blick blieb an den Türknauf von außen hängen. Dort war ein kleines Säckchen mit den Initialen von James.

"Ist für dich." Meinte Tatjana.

Ihre Stimme war alles andere als herrisch. Es klang eher wie eine fürsorglich Mutter, die der Tochter Bescheid gab, dass ihr Freund da war. Doch was dachte ich da. Natürlich war es nicht so. James war mein Herr, weniger ein Freund. Auch wenn er nicht wirklich mein Herr war. Ich verstand das alles hier nicht wirklich. Vielleicht weigerte ich mich auch das hier verstehen zu wollen. Vor einen halben Jahr saß ich noch auf dem Bett.

Vor einen halben Jahr, da war ich noch komplett versunken im Menschenhandel, Stockholmsymdrom, Enführungen, Versklavung, Vergewaltigung und Mord, was alles von Psychos ausgeführt wurde. Das was damals für mich so weit entfernt war, so weit, dass ich fast vergaß, dass es das wirklich gab, das war für mich nun Alltag. Ich war von den allen umgeben. Konnte mich hinter digitalen Seiten nicht mehr verstecken. Nicht mehr mich vor den ausgeschriebenen schützen. Ich war nicht mehr das Mädchen, dass auf dem Bett saß und sich den Kopf zerbrach, was im nächsten Kapitel passieren würde, damit meine Leser nicht enttäuscht sind. Damit die Geschichte nicht zu einer 0815 Geschichte wird, wie man sie hunderte Male auf der App fand. Ja manchmal hat es mich fertig gemacht. Doch nun, nun wünschte ich mir, diese Probleme wieder zu haben.

Doch das Blatt ließ sich nicht wenden. Die Zeilen ließen sich nicht löschen. Ich konnte diese Geschichte nicht umschreiben. Nicht nochmal ändern. Nicht darüber nachdenken, ob genau das die richtige Handlung war. Das hier war das Leben, ich kontrollierte nicht jeden einzelnen, so wie in meinen Büchern. Ich konnte früher nur meine Leser durch Handlungen überraschen, heute war ich es, die von den Handlungen anderer überrascht war.

Das Säckchen bestand aus zarten Stoff. Ich hatte fast Angst es kaputt zu machen so edel fühlte es sich an. Vorsichtig öffnete ich es. Es war schwerer als gedacht und schon bald sollte mir bewusst werden wieso. Es lagen zwei Teile darin. Zwei mit blauen Edelsteinen. Das Gold brachte das blau des Safirs zur Geldung und auch wenn das Armband und die Kette sehr schlicht waren, die Ketten sehr zart und die Anhänger nicht sehr groß, so war ich mir sicher, dass das Gold nicht so billig war, wie das bei den billigschmuck, dass der Stein nicht einfach gefärbt wurde. Ich wusste wo ich war und auch wenn ich es nicht wahrhaben wollte, so war ich mir sicher, das war echter Safir, das war echtes Gold. Ich war geschockt, was man mir wohl sehr ansah. Erst als die Hand in meinen Blickfeld auftauchte, sah ich auf. Tatjana war es, welche mir die Hand entgegenhielt. Ich gab ihr vorsichtig den Schmuck und sie legte ihn mir um. Das Blau des Steins passte zum Kleid, als wäre es abgesprochen gewesen.

"Na dann, ich denke, du bist nun fertig."

Rebecca hackte sich bei mir ein und sagte irgendwas aus russisch, was mich nur verwirrt aussehen ließ.

"Wir können nun gehen, my lady. Ich hoffe du bist bereit für das Date." Lächelte Tatjana und nahm die andere Seite von mir.

Ich musste leicht Lächeln, merkte, wie ich knallrot wurde und so machten wir uns schließlich auf den Weg zur Eingangshalle.

Just ask me, little one IIIGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt