Kapitel 15

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Es vergingen die Tage, zwar wurde mein Appetit nicht besser, doch durch den Exhäftling nahm ich nicht ab. Ich war komplet motivationslos. Mir fehlte morgens manchmal die Motivation aufzustehen. Auch schreiben tat ich kaum. Meistens schaute ich die Wand an. Das Gefühl in meiner Brust wurde einfach nicht besser. Es hörte einfach nicht auf wehzutun. Und ich konnte nicht darüber reden. Mit wem denn auch? James würde es einen scheiß interessieren und mit den anderen durfte ich nicht reden. Schrieben und mich selbst teraphieren? Wie sollte ich mich denn bei sowas selbst teraphieren? In den letzten Nächten konnte ich nicht anders, als mich in den Schlaf zu weinen. Meist ging ich gleich nach dem Abendbrot schlafen. James legte mitlerweile immer schon Boxershort und T-Shirt raus, damit ich nicht in meinen Alltagsklamotten schlief.

Doch ich hielt es nicht aus. Ich hielt diese Leere nicht in mir aus, diese Einsamkeit, welche mich drohte zu erdrücken. Ich legte das Tablett zur Seite. Es war ausgeschaltet, so wie meiste Zeit. James sah kurz von seinen Notizen auf, soviel wie ich mitbekommen hatte, plante er für die Mafia einen Menschenhandel, oder Transport, es interessierte mich nicht wirklich. Auf jeden Fall irgendwas großes. Würde auch erklären, wieso er momentan viel mit der Mafia zu tun hatte und wieso sie ihn halfen, wenn er ein Problem hatte.

Ich richtete mich auf. Eigentlich stand ich nur noch auf, wenn ich zur Toilette musste. Aber dieses mal, ging ich zu James. Der Mann sah erneut auf und rollte mit seinen Stuhl nach hinten. Ich setzte mich rittlings auf seinen Schoß und legte meien Kopf auf seiner Schulter am. Ich legte meine Arme unter seinen Oberkörper, sodass er in Ruhe weiterarbeiten konnte, was er auch tat.

"Wieso sucht mich keiner?" Hauchte ich.

Unsicher, ob ich das Thema überhaupt ansprechen solllte. Doch ich hielt es nicht mehr aus. Seit dem Meeting sind gut vier Tage vergangen. Ich hatte seit dem kaum was gesagt, wusste nicht, ob ich dafür zu ihn gehen konnte. Zu ihn gehen sollte. James hielt inne. Schien nicht wirklich darauf vorbereitet zu sein, dass ich was sagte.        

"Wie bitte?" Hakte er nach.

Ich spürte die Tränen über meine Wange laufen.

"Es sucht niemand nach mir oder? Es gibt niemanden. Es existiert noch nicht einmal eine Vermisstenanzeige." Ich versuchte das Schluchzen zu unterdrücken.

"Engel-"

"Hab ich irgendwas falsch gemacht? War ich keine gute Tochter, Schwester oder Freundin? Bin ich noch nicht einmal es Wert, dass man mich sucht? Verdammt, was soll das?" James Oberteil war schon an der Stelle nass, wo mein Kopf lag.

"Sag sowas nicht." Der volltattoowierte schloss mich in seine Arme und strich beruhigend über meinen Rücken.   

"Was soll ich denn sonst sagen? Es ist doch schließlich so. Ich bin hier bei dir, die Menschen die mir am nächsten standen, von denen ich dachte, dass sie mich mögen oder lieben würden, sucht mich niemand. Wenn ich noch nicht einmal für sie so viel Wert bin, welchen Wert habe ich dann für dich?" Weinte ich.

James stand auf und nahm mich mit. Er ließ sich rückwärts auf seine Couch fallen, sodass ich auf ihn lag.

"Vergleich mich nicht mit diesen Leuten."

"Musst du nicht arbeiten?" Wollte ich wissen.

"Das hier ist hundert mal wichtiger. Sina, bitte hör mir zu. Komm, sieh mich an." Er nahm mein Gesicht zwischen seine Hände und richtete sich mit mir auf, sodass keine Träne auf sein Gesicht fallen konnte.

"Hör auf dir einzureden, dass du nichts Wert bist, ok? Nur weil diese Leute deinen Wert nicht sehen, du keinen Wert in ihren Leben hast, heißt es nicht, dass du wertlos bist. Für mich, hast du einen Wert und glaub mir, du bist es Wert, dass man dich sucht. Natürlich hast du einen Wert und das ist ein großer. Und ich sage, verspreche und schwöre dir, egal wie sehr du mich hasst, ich werde dich suchen, egal ob du fliehst oder jemand dich mir wegnehmen will. Ich werde dich zurückholen. Ich habe es dir zwei mal schon bewiesen und wenn es sein muss werde ich es dir immer wieder beweisen. Du bist es Wert und wenn du für den Rest der Welt wertlos erscheinst, das ist doch egal. Konzentriere dich bitte nicht auf diese Menschen, verstanden?" seine Augen strahlten so eine eindringliche, beruhigende Erlichkeit aus.

Ich hatte zwar schon Tränen in den Augen, aber ich hätte schwören können, dass mir noch mal welche in die Augen stigen, nur um über meine Wangen zu laufen. Ich lächelte leicht und nickte. Der Mann legte seine Lippen kurz auf meine, schloss seine Arme um mich und ließ sich mit mir wieder auf die Couch fallen.

"Und bitte, lass mich nie wieder so kitschig sein." Meinte er plötzlich.

"Halt die Klappe." Verfluchte ich ihn schluchzend.

Ich konnte seinen leicht amüsierten Ton hören, doch das störte mich nicht. Ich fühlte mich seit Tagen halbwegs wohl. Die Tränen wurden weniger und ich merkte, wie ich mich langsam entspannte. Ich spüre die Wärme wieder, die ich in den letzten Tagen beim einschlafen vermisst hatte. Ich spürte deise vertraute Sicherheit, welche James ausstrahlte. Das Gefühl in meiner Brust nahm ab und die drückende Last der Einsamkeit wich von mir. Für diesen Moment, wollte ich hier bleiben. Nur dafür, dass das jetzige Gefühl nicht von mir wich. Sicherheit, Geborgenheit in den starken Armen von jemanden, für den ich es Wert war. Egal ob Lüge oder Wahrheit, mir war alles recht, nur sollte dieser Augenblick nicht von mir weichen. Sollte sich echt anfühlen.

Just ask me, little one IIIGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt