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Auf dem Boden liegend, krümmte ich mich vor Schmerz immer wieder hin und her.
Ich konnte keinen klaren Gedanken fassen, ich wollte einfach nur diese Schmerzen loswerden.

Um mich herum nahm ich ein schwaches Gewirr aus Stimmen wahr.
Doch das Rauschen vom Blut in meinem Kopf, machten es mir unmöglich die Wörter die gesprochen wurden zu verstehen.

Mit aller Kraft die mir geblieben war versuchte ich denn Stimmen zu folgen.

"Vanessa wo ist dein Handy?

Schnell ruf einen Krankenwagen!"

Hörte ich die besorgte Stimme meiner Mutter.

Noch bevor ich realisieren konnte was die Worte zu bedeuten hatten, hörte ich bereits Vanessas zittrige Stimme:
"Wir brauchen einen Krankenwagen.
Meiner Freundin geht es nicht gut.
Sie hat starke Schmerzen.

Nein sie ist nicht ansprechbar.

Sum..."

Sofort schoss mir Panik durch meinen Körper.
Bilder von Damon, Dave, Nathan und den Polizisten die mir nicht glaubten schossen mir durch den Kopf.
Ich hatte es nicht soweit geschafft um jetzt geschnappt zu werden.

Noch bevor sie wichtige Daten weiter geben konnte, wie Namen oder die Adresse musste ich sie aufhalten.
Ich biss die Zähne aufeinander und atmete einmal kräftig durch.
"Van... Vanessa!...
Stop!..
Bitte!"

Vanessa sah mich mit großen Augen an.

"Du brauchst Hilfe Schatz!
Wir sind bei dir.
Du brauchst dich vor niemandem mehr zu fürchten!"
Versuchte mich meine Mutter zu beruhigen.

Mit Tränen in den Augen schüttelte ich den Kopf.
Sie kannten Damon nicht.
Sie wussten nicht zu was er fähig war.
Und vorallem wie mächtig er war.

Ich versuchte nach dem Telefon in Vanessas Hand zu greifen, doch kam ich nicht mal in die Nähe ihrer Hand, sobald ich den Arm ruckartig anhob, schoss der Schmerz erneut durch meinen Körper.
Zischend ließ ich die Hand sinken und konnte die Schmerzen nicht länger im Zaun halten.
Sie nahmen meinen bereits geschwächt Körper ein und drängten mich in die Dunkelheit.
....

Ein kitzeln auf meiner Hand weckte mich.
Ich sah auf und direkt in das Gesicht meiner Mutter die mir sanft die Hand streichelte.
Sie sprang auf als sie sah das ich aufgewacht bin.

"Summer Schatz du bist endlich wach!
Oh Gott sei Dank!
Wie fühlst du dich?"

Ich antwortete um ihr die Sorgen zu nehmen.
"Mir geht's gut Mum.
Mach dir keine Sorgen."

Die Schmerzen waren zwar noch da, doch sie waren um einiges schwächer.

Als ich die Hand anheben wollte um wieder die  Hand meiner Mutter zu halten, ging dies nicht, irgendetwas hielt mich davon ab.
Ich sah an meiner Hand zu meinem Handgelenk.
Doch war die mit einer Handschelle ans Bett  gefesselt.
Sofort schoss mir die Angst wieder durch den Körper.
Wie wild zog ich immer wieder daran doch löste sie sich nicht.

"Summer, Schatz beruhig dich.
Die wärden es dir bald abnehmen, dass verspreche ich dir!"

Doch so optimistisch wie meine Mutter war ich leider nicht.

"Mum bitte, d-du musst mir helfen.
Die... die glauben mir nicht.
Ich... ich bin Summer.
Aber die glauben mir nicht.
Die werden mich zurück nach Amerika abschieben, weil ich keinen Pass hatte.
Und d-der verrückte Psychopath wird dort auf mich warten.
Mum, ein zweites Mal werd ich das nicht überleben.
Ich möchte es auch ein zweites Mal nicht überleben!
Ich muss hier weg Mum, bitte!"

Sofort zog mich meine Mutter in eine feste Umarmung.

"Psss Schatz.
Alles wird gut.
Ich lass es nicht mehr zu, das uns irgendjemand trennt."

Schluchzend murmelte ich in die Schulter meiner Mutter:
"D-die glaube-n mit doch nicht.
Sie haben mir sogar Ho-pe weggenommen."

Als mein schluchzen immer lauter wurde und ich meine Gefühle einfach nicht mehr kontrollieren konnte, nahm meine Mutter mein Gesicht in ihre Hände und sprach mit sanfter Stimme:
"Schatz!
Dein Vater kümmert sich um alles okay?
Wir haben bereits ein DNA Test durchführen lassen, damit die Polizisten alles schwarz auf weiß haben.
Das Ergebnis müsste morgen früh da sein.

Alles wird gut, okay Summer!
Wir haben dich endlich wieder und glaub mir wir geben dich mit Sicherheit nicht mehr einfach so her."

Ich verstand es nicht.
Wie hatte sie es geschafft einen DNA-Test anzufordern?
Ich hatte es so oft angesprochen und immer wieder hatten sie es nicht akzeptiert.
Oder lügt sie mich an, damit ich mir keine Sorgen machte?

"Wie habt ihr es geschafft einen DNA-Test zu machen?
Ich hab es so oft angesprochen und immer wieder hieß es 'Die tote wurde bereits identifiziert' wie habt ihr das geschafft?"

"Summer ich bin deine Mutter.
Ich werde ja wohl mein Kind wieder erkennen.
Und das hab ich der Polizei zu verstehen gegeben."

Ich verstand genau was sie damit andeuten wollte.
Sie hatte den Polizisten mit Sicherheit den Arsch aufgerissen.
Jetzt musste ich sogar etwas schmunzeln, meine Mutter war einfach die beste.

Etwas später habe ich vom Arzt erfahren dass ich mir zwei Rippen gebrochen hatte, sie waren wohl angebrochen gewesen und durch die feste Umarmung meiner Mutter, sind sie wohl durchgebrochen.
Weswegen meine Mutter sich auch sehr schuldig fühlte.

Ich hatte auch eine Gehirnerschütterung, doch war diese nicht bedenklich und musste bloß beobachtet werden.

Spät in der Nacht öffnete sich meine Zimmertür.
Ich zuckte kurz zusammen, denn wer würde schon um diese Uhrzeit herkommen?
Meine Mutter streichelte mir über die Schulter und sagte:
"Keine Angst, es ist bestimmt dein Vater "

Jetzt war ich noch gespannter, ich hatte ihn schon so lange nicht mehr gesehen und ihn so unendlich vermisst!
Er kam ganz leise in das Zimmer um mich warscheinlich nicht zu wecken.
Als er zu mir gelaufen kam sah man wie seine Hände zitterten, er musste genauso aufgeregt sein wie ich.
Ich setzte mich im Bett langsam auf und sah ihm mit Tränen in den Augen an.
Er stand wie angewurzelt da und hatte große Augen.
Als er sich vom ersten Schock erholt hatte rannte er zu mir und nahm mich in den Arm.
"Oh Gott sei dank, du lebst.
Wir dachten unser Leben wäre vorbei.
Du kannst dir garnicht vorstellen wie sehr wir dich vermisst haben!"

Ich hatte meinen Vater noch nie weinen gesehen, das war wirklich sehr schlimm für mich, sie so bestürzt zu sehen.
Doch wie die Augen von meinem  Vater und deren meiner Mutter leuchteten, gab mir wieder Hoffnung.

Ich erzählte meiner Mutter und meinem Vater noch was mir alles widerfahren ist, doch nannte ich keine Namen und auch keine Details.

Meine Vater war rasend vor Wut.
Er sagte immer und immer wieder, das er diese Arschlöcher höchstpersönlich umbringen wird, was mir Sorgen bereitete.
Ich  betete das niemand auf die Spur von Damon kommen würde, und er für ein und alle mal aus meinem Leben verschwand.

Wie zu erwarten war der DNA Test am nächsten  Morgen natürlich positiv.
Die Polizisten bekamen große Augen und entschuldigen sich viele Male, sie entfernten mir sofort die Handschelle.
Doch so einfach ließ meine Mutter nicht locker.
Sie beschimpfte sie und schrie sie an, wie es passieren konnte, das ein Mädchen das Hilfe suchend zu ihnen kam, noch eine Hetzjagd aufgesetzt wurde.
Die Polizisten ließen es übersich ergehen und brachten keinen Mucks von sich.
Ich hatte ihnen nur eins zusagen.
"Geben sie mir Hope zurück!"

Get off me!Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt