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Die Wochen vergingen wie im Flug.
Mein Leben normalisierte sich von Tag zu Tag.

Ich war sehr glücklich gewesen das die Presse nicht Wind von der Sache bekommen  hatte.
Das hätte mir noch gefehlt, dass die ganze Welt Bescheid wüsste und damit auch Damon.

Die Polizisten nerven mich nicht mehr täglich, sie informierten mich immer wieder über neue Ermittlungs Erkenntnisse und stellten ab und an noch fragen.
Was sich die Polizisten nicht erklären konnten, war wie die Entführer es geschafft hatten meine DNA mit der des Verstorbenen Mädchens auszutauschen.

Auch die Leiche des Mädchen wurde exhumiert, um ihre Identität zu klären.
Doch hatten sie bis jetzt noch nichts herausgefunden.
Mir tat es in der Seele weh.
Irgendwo da draußen warteten Eltern auf ihre Tochter, unklar ob es ihr gut ginge, ob sie in den Fängen von irgendwelchen Männern war, oder eben wie wir die Realität kannten, das sie tot war.
Das ließ mich nicht mehr los.

Vanessa hatte ihren Eignungstest absolviert und wartete noch auf das Ergebniss.
Auch ich sah mich nach einem passenden Job um.
Auch vor meiner Entführung wollte ich entweder Jura studieren, um Anwältin zu werden oder Medizin studieren und Psychiaterin werden.
Das waren zwar sehr verschiedene Berufe, jedoch interessierte ich mich für beide sehr und konnte mich in beiden wiedererkennen.
Da es mir sehr schwer fiel, mich für eins von beiden zu entscheiden.
Dachte ich mir, dass ich mich für beide Bewerben sollte um einen Studiumsplatz und schaue wo ich zuerst angenommen werden würde.
So wäre dann die Entscheidung gefallen.
Natürlich wusste ich auch dass es nicht so schnell ging, einen Studienplatz zu erhalten und sich auch mal bis zu zwei Jahren hin ziehen konnte.
Deswegen hatte ich mich bei mehreren Unternehmen beworben um etwas Geld für das Studium beiseite zu legen.
Es war mir egal gewesen, wo ich arbeiten würde, denn es war ja nur übergangsweise.

Meine Eltern sagten immer wieder, dass sie so stolz seien, dass ich alles nach diesen grauenhaften Dingen so gut meisterte und mein Leben weiter lebte wie zuvor.
Sie baten mich auch einen Termin bei einer Psychologin auszumachen um die Geschehnisse der letzten Monate zu verarbeiten.
Ich jedoch weigerte mich vehement dagegen, denn es ging mir gut.

Das einzigste was ich brauchte, war meine Familie.
Achso und natürlich fernab von Damon zu sein!

Ich unternahm jeden Tag etwas, entweder mit Vanessa, Mum, Dad und auch mit Aiden.
Ja ihr habt richtig gehört, auch mit Aiden.
Er kam mich vor einigen Wochen besuchen, als er von Vanessa gehört hatte was passiert war.
Ich mochte es mit ihm Zeit zu verbringen, er war witzig und unglücklich heiß!
Auch meine Eltern mochten ihn, er war ein richtiger Charmeur neben meinen Eltern.
Vanessa sagte immerwieder das er auf mich stehen würde, doch glaube ich das nicht.
Wieso sollte er auch plötzlich?
Wenn er mich vorher schon nicht mochte, wieso sollte er es jetzt?

~~~

"Summer, Post für dich."
Rief meine Mutter durchs Haus.

Ich lief schnell die Treppen herunter und stürzte zu meiner Mutter.
"Ist es von der Uni?"
Sagte ich aufgeregt.

"Summer, langsam!
Nein es ist von einer Firma."

"Hm.
Wie heißt sie denn?"
Fragte ich interessiert.

Meine Mum Versuche es zu lesen, doch hatte sie schlechte Augen.
Sie zuckte unwissend mit den Schultern und reichte mir den Brief.
Ich nahm in an mich und las denn Absender vor.

"Pro und Partner.
Ich schau mal was sie geschrieben haben."
Sagte ich und riss den Brief hastig auf.

"Was ist das denn für ein Unternehmen?"
Fragte meine Mutter interessiert.

"Ach keine Ahnung Mum.
Ich hab mich bei so vielen Unternehmen beworben, dass ich garnicht mehr weiß, wo ich mich alles beworben hab."

Meine Mutter lachte auf und ging in die Küche.

Ich lief ihr hinterher und begann den Brief vorzu lesen.
"Vielen Dank für Ihre Bewerbung und das in Pro und Partner gesetzte Vertrauen.
Leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass wir uns im Bewerbungsprozess für andere Kandidaten entschieden haben, die unseren Qualifikationsprofil für diese Stelle noch treffender entsprechen.
Es tut uns leid dass wir Ihnen keine positive Nachricht...

Ach so ein scheiss!
Schon wieder eine Absage!
Das ist schon die vierte Absage."
Ich war verzweifelt.
Wenn das so weiter ging hätte ich erst in zwei Jahren einen Job.

"Schatz sei doch nicht so ungeduldig.
Das wird schon.
Gib der Sache ihre Zeit."

Genervt schmiss ich denn Brief in den Mülleimer und ging in mein Zimmer um mich fertig zu machen.
Aiden wollte mich abholen um mit mir etwas spazieren zu gehen.

Ich zog mir ein schönes Sommerkleid an.
Gerade als ich fertig war klingelte es bereits an der Türe.
Schnell lief ich runter um Aiden die Türe zu öffnen.
Bevor ich sie öffnete rief ich meiner Mutter noch zu.
"Mum ich bin dann weg.
Hope schläft noch.
Kannst du ihr bitte Futter geben wenn sie aufwacht?"
Ohne ihre Antwort abzuwarten öffnete ich die Türe.

"Summer du siehst toll aus!"
Sagte Aiden mit einem Grinsen im Gesicht.

Ich spürte die Röte in meinem Gesicht.
Bestimmt sah ich aus wie eine Tomate, solche Komplimente war ich nicht gewohnt.

"Danke."
Sagte ich leise.


Wir liefen einen schönen Feldweg entlang.

Aidan erzählte mir das er bereits einen Job hatte.
Naja Job ist eigentlich die falsche Bezeichnung.
Er war der zukünfige Nachfolger im Unternehmen seines Vaters.

Er erzählte mir was seine Aufgaben waren, was er zu beachten hatte und vieles mehr.
Wenn ich ihm so zuhörte, merkte ich dass unsere einfachen Tage im leben vorbei waren.
Jetzt begann für uns alle, der Ernst des Lebens.

Als wir uns einem Wald näherten, stoppe ich abrupt.
"Was ist los?"
Fragte Aiden.

"Ich möchte da nicht hin.
Können wir bitte umkehren?"

Meine Gefühle spielen verrückt.
Ich hatte ein unglaublich unwohles Gefühl.
Auch Angst kroch sich durch meinen Körper.

"Warum?
Was ist den los?"
Lies Aiden nicht locker.

"I-ich hab Angst."
Mehr brachte ich nicht zustande.

Aidan kam sofort zu mir gelaufen, nahm meine Hände in seine und sagte.
"Hey, keine Angst.
Ich bin doch bei dir.
Solange ich bei dir bin, kann dir niemand etwas antun.
Okay?"

Ich wollte ihm so gerne glauben, doch die Angst war zu groß.
Ich zog meine Hände wieder zurück.
"Ich kann das nicht.
Bitte lass uns zurück gehen."
Gerade als ich weglaufen wollte hielt er mich am Arm zurück.

"Summer, vertraust du mir nicht?"
In seiner Stimme war etwas Enttäuschung zu hören.

"Doch ich vertau dir."

"Dann komm."
Er umklammerte meine Hand mit seiner und gab mir damit ein sicheres Gefühl.
Wir liefen immer tiefer in den Wald.
Umso tiefer wir hinein gingen umso mulmiger wurde mir.

Diese Stille in diesem Wald war unerträglich für mich.
Doch hätte ich sie mal genossen.

Als ein Holz ganz in meiner Nähe knackte, schrie ich auf und umklammerte Aidens Arm.

"Alles gut.
Ich bin doch da."
Sagte er um mich zu beruhigen.
Nur leider war meine Angst zu groß um noch an irgendetwas anderes zu denken als aus diesem Wald so schnell wie möglich zu verschwinden.
Ich schüttelte wie wild mit dem Kopf.
"I-ich will weg hier!"

Panisch sah ich mich um.
Doch konnte ich niemanden erkennen.

Aidan nahm mein Gesicht in seine Hände und sagte mit ruhiger Stimme.
"Summer schau mich an."

Doch konnte ich nicht aufhören die Umgebung nach Damon ab zu suchen.
Bis ich etwas auf meinen Lippen spürte.

Get off me!Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt