Meine neue Zukunft

720 16 0
                                        

Er sprach mit fester Stimme:
" Ich werde dich gleich ins Bad tragen, denn du darfst deinen Knöchel nicht mehr belasten!
Dort lege ich dich in die Badewanne und du kannst in Ruhe ein warmes Bad nehmen."

Als er auf mich zukam und die Hände nach mir ausstreckte, schrie ich und wehrte mich mit aller Kraft.
"Fass mich nicht an!"
Davon ließ er sich nicht beirren und fuhr in seinem Vorhaben vort.
"Nein lass das!
Geh weg!"
Schrie ich, aber auch dies brachte mir nichts.
Er packte mich und warf mich wieder über seine Schulter, aber diesmal etwas sanfter als beim erstenmal.
Es machte mir Sorgen, mit was für einer Leichtigkeit er das tat.
Ich klopfte ihm mit aller Kraft gehen den nackten Rücken, doch das interessierte ihn in keinster Weise.
Er trug mich zur zweiten Tür, welche mit dem Schlafzimmer verbunden war.
Dies war wohl ein Badezimmer.
Er ging durch das Badezimmer, bis er an der Badewanne ankam.
So ließ er mich wie zuvor versprochen, sanft in die Badewanne gleiten.

Sofort zischte ich ihn wütend an:
"Ich werde weder baden, noch etwas essen!
Lass mich gefälligst in Ruhe!"

Seine Miene wurde etwas finsterer.
"Entweder machst du es, oder  ich tu's!
Du kannst es dir ja raussuchen."

So ein Arschloch!

Mich baden?
Davon konnte er höchstens träumen!

Ich hatte Angst, dass er seine Drohung verwirklichen würde, so knick ich ein und sagte mit zusammengebissenen Zähnen:
"Geh raus!"

Zufrieden sagte er:
"Gut, wenn du fertig bist, ruf mich, dann helf' ich dir wieder aus der Wanne."
So ging er aus dem Bad und schloss die Tür hinter sich.

Einen Scheiß würde ich tun!

Erstmal sah ich mich im Bad um.
Es gab ein kleines Fenster, wodurch ich mich mit Sicherheit durchzwängen könnte.
Und so beschloss ich, mich nicht zu baden, sondern zu flüchten.

Ich stand vorsichtig auf und versuchte aus der Wanne wieder herauszukommen.
Das war nicht besonders einfach, da ich meinen rechten Fuß nicht aufsetzen konnte.
Mein Knöchel tat zu sehr weh.

Nach einigen Minuten schaffte ich es aus der Wanne und humpelte in Richtung Fenster.
Dort angekommen öffnete ich es, leider konnte man es nur kippen und nicht ganz aufmachen.
Das hätte ich mir auch denken können.
Ich sah mich um und dachte darüber nach das Fenster einzuschlagen, doch das wäre zu laut, das hätte er gehört und wäre innerhalb weniger Minuten hier.
Zu riskant, dachte ich mir und wartete lieber auf eine bessere Gelegenheit. Denn diese würde ihn nur noch mehr reizen und nicht zum Erfolg führen.

So ging ich zurück zur Wanne und zog mir hastig das Kleid aus bevor er vielleicht doch nochmal hereinkam. In diesem Moment sah ich die Spuren des letzten Tages.
Mein Körper war von Hämatomen und blauen Flecken übersäht.
An meinem Oberarm, wo er mich gestern festgehalten hat, während er versucht hat mich zu betäuben, hatte ein riesen Hämatom. Auch meine Schultern hatten große Hämatome, es war kein Wunder, bei dem Druck, mit dem er mich gegen das Auto gedrückt hatte.
Ich fuhr sie mit dem Zeigefinger entlang und selbst mit dieser Bewegung taten sie weh.
Meine Oberschenkel waren übersät mit blauen Flecken.
Mir stiegen Tränen in die Augen.
Was war das für ein Monster?

Wie geht's wohl meinen Eltern?
Sie müssten mein verschwinden mittlerweile gemerkt haben.
Ich setzte mich und ließ das warme Wasser auf mich prasseln.
Ich weinte, weinte mir die Seele aus.
Sie würden mich mit Sicherheit suchen und auch finden, davon bin ich überzeugt.
Nach einigen Minuten hatte ich mich wieder gefangen.
In Gedanken sprach ich mir zu:
"Summer, du schaffst das!
Du wirst von hier fliehen und er wird dir nichts mehr anhaben können.
Du wirst zurück zu deinen Eltern, zurück Nachhause gehen."

Get off me!Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt