Kapitel 41

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„Wie wär's, wenn wir Zelten gehen?" Schlug Isaac vor.

Isaac, Harry, Nic und ich saßen in der Küche und redeten darüber, was wir heute machen würden, da der Unterricht für mich bist zur Abschlussfeier offiziel beendet war. Geistesabwesend nickte ich und murmelte ein Ja, während meine Finger über den Bildschirm meines Handys flogen. Ich war gerade dabei die Bedeutung der Farbe Rot zu googeln. Als ich endlich eine passende Beschreibung darüber fand, lehnte ich mich weiter über meinen Bildschirm und passte auf, dass niemand sehen konnte, was ich gerade tat.

Rot steht für Stärke, Feuer, Leidenschaft und Liebe. Rot ist eine magische Farbe voller Macht und Vibrationen, die man direkt am eigenen Körper spüren kann.

Mein Herz machte einen Sprung. Harry hatte gesagt, dass ihm die Bedeutung der Farbe gefiel und das war sie. Unwillkürlich legte sich ein Lächeln auf meine Lippen.

„Was machst du da?" Fragte Harry, versuchte dabei einen Blick auf mein Handy zu erhaschen.

„Nichts." Ich sperrte den Bildschirm meines Handys und spürte, wie meine Wangen zu glühen begannen. Langsam lies ich mein Handy in meiner Jackentasche verschwinden. Ich nahm einen Keks aus der Keksdose, die vor einer Stunde noch randvoll gewesen war, und bis ein Stückchen ab, während ich Harrys blick weiterhin auf mir spürte. Harry gluckste, wahrscheinlich hatte er irgendwie mitgekriegt, was ich da gegoogelt hatte. Ich verschlag den Rest meines Kekses und hoffte, dass Harry nicht bemerkte, wie rot ich im Moment war.

„Dann gehen wir Zelten.", beschloss Isaac und alle nickten Zu stimmig.

-

Es war kurz vor Sonnenuntergang, die Äste raschelten im Wind und die Temperatur sank, je mehr wir uns dem Abend näherten. Ich hatte gerade den letzten Schlafsack in das Zelt von mir und Harry gelegt. Dann half ich den Anderen Holz für das Lagerfeuer zu sammeln. Ich lies die Holzscheitel neben der Feuerstelle fallen, die Nic errichtet hatte und klopfte mir die Holzsplitter von der Kleidung. Harry und Isaac warfen ihre Holz ebenfalls drauf und begannen, das Lagerfeuer anzuzünden.

Als das Holz endlich brannte, versammelten wir uns um das Feuer herum, setzten uns auf die Holzstämme die Harry aufgestellt hatte und hielten unsere Stöcke, an denen Marshmallows hingen, übers Feuer.

„Deiner ist angebrannt." Ich stieß Harry, der geistesabwesend in die Flamme schaute, mit meinem Ellbogen in die Rippen. Er erwachte aus seiner Starre und zog den bereits schwarz verkohlten Marshmallow aus dem Feuer. Ich pustete laut los, beim Anblick seines betrübten Blickes auf den Marshmallow.

„Ach und du kannst es besser?", neckte Harry. Ich nickte, zog meinen Marshmallow aus dem Feuer, ohne davor einen Blick auf ihn geworfen zu haben. Nun war es Harry, der anfing loszulachen. Fragend schaute ich auf meinen Marshmallow, der mindestens genau so verkohlt war wie Harrys, wenn nicht sogar verkohlter. Ich fing erneut an zu lachen, bis mir der Bauch schmerzte. Isaac und Nic schauten uns an, als wären wir zwei Verrückte, die einer Psychiatrie entsprungen waren. Doch das hielt uns nicht davon ab, uns weiterhin vor lachen zu krümmen.

Nach endlosen Minuten des Lachens beruhigte ich mich wieder, wischte mir dabei die vom lachen gekommen Tränen aus den Augenwinkeln.

Mir viel auf, dass es das erste Mal war, dass ich Harry lachen sah und er war noch viel schöner als sonst, wenn er das tat. Seine Augen wirkten heller und er war so unbeschwert, als hätten sich alle Probleme der Welt mit einem Mal in Luft aufgelöst. Plötzlich spürte ich das Bedürfnis, ihn immer so Glücklich sehen zu wollen. Die Welt war um längen schöner, wenn Harry glücklich war.

„Ich hau mich aus Ohr." Sagte Nic nach einer Weile. „Ich auch." Kam es von Isaac. Ich schaute auf meine Armbanduhr und stellte mit erstaunen fest, dass es bereits elf Uhr war. Die Zeit verging immer zu schnell, wenn man sich amüsierte.

Undead | H.S. (ON HOLD!)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt