Kapitel 23

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"Ich glaub das alles nicht." Sagte Thayer, während er dabei war, sein T-Shirt zu wechseln.

Ich hatte Thayer alles über Harry, Isaac und Nic erzählt. Vom Tag, an dem ich Harry zum ersten Mal begegnet war, bis zu dem Tag, an dem Nic wegen Emily ausgerastet war und weiter. Ich hatte beobachtet, wie sich seine Augenbrauen immer wieder ungläubig zusammen gezogen hatten, während ich ihm alles erzählte.

"Wie lang wusstest du schon, was er war?" Thayer schmiß sein dreckiges T-Shirt in den Mülleimer unter seinem Schreibtisch.

"Seid dem ersten Tag."

"Und du hast es mir nicht erzählt, weil..?" Offenbar war er enttäuscht darüber, dass ich es ihm verschwiegen hatte und das ich ihn, was die Wunde an meinem Hals anbelangte, belogen hatte.

Ich biss mir auf die Innenseite meiner Wange. "Weil er mit gedroht hat, wenn ich es jemandem sagen würde, würde er mir wieder weh tun."

"Und trotzdem ist er unten, in unserem Haus?" Es war merkwürdig, diesen Satz aus Thayers Mund zu hören. 'In unserem Haus' als würde er noch immer hier wohnen, als hätte sich nie etwas geändert.

"Es passiert nicht mehr." Sagte ich mit kleinlauter Stimme. War ich mir darüber überhaupt sicher, dass es nicht mehr passierte? Etwas hatte sich aufjedenfall zwischen mir und Harry geändert. Zwar hatte ich noch immer Angst vor ihm, aber aus irgendeinem Grund wusste ich, das er mir nicht mir Absicht weh tun wollte. Warscheinlich schloß ich diese Vermutung auch daraus, weil er sich wegen der einen Sache entschuldigt hatte. Dennoch war ich nicht ganz überzeugt darüber.

"Ach ja? Sagt wer?" Thayer verschränkte die Arme vor der Brust und nahm einen Schritt in meine Richtung. "Hope, er ist gefährlich!"

"Ich weiß!" Fuhr ich ihn etwas zu laut an.

Überrascht nahm er einen Schritt zurück, beobachtete mich dabei eindringlich.

"Menschen können sich ändern."

"Glaubst du, er würde sich ändern?" Wie er es aussprach, klang es, als wäre es eine Rhetorische Frage, die keine Antwort benötigte. Denn er wusste die Antwort bereits.

"Gerade du, solltest es verstehen!" Ich hatte keine Ahnung, was in diesem Moment in mich gefahren war und wieso ich Harry in Schutz nahm. Warscheinlich war ich einfach nur wütend auf meinen Bruder, denn genau er sollte es verstehen, dass Menschen sich ändern konnten. Er war auch einmal gefährlich gewesen, er hatte mich in Gefahr gebracht und ich hatte ihm verziehen, wieso sollte ich dann nicht auch Harry verzeihen könnnen? "Außerdem, hat er dir geholfen! Ohne ihn würdest du jetzt warscheinlich auf der Couch verrecken!"

"Du hast Recht." Sagte Thayer endlich, nach Minunten voller Schweigen. "Menschen können sich ändern. Nur leider ist Harry kein Mensch." Mit diesen Worten drückte er sich an mir vorbei und verschwand aus der Tür.

Zurück blieb ich mit einem flauem Gefühl in meiner Magengrube.

Nachdem ich eininge Minuten einfach nur da gestanden hatte, beschloß ich runter zu Emily zu gehen. Ich hatte gerade das Treppengeländer mit meiner Hand umschloßen, als mein Handy in meiner Hosentasche vibrierte. Ich nahm es heraus und entsperrte den Screen.

Sorry wegen letzter Nacht. Hab scheiße gebaut. Wie wärs mit einem wieder-gut-machungs-date?

- Jason

Ich schloß die Nachricht wieder und lies mein Handy in meiner Hosentasche verschwinden. Was genau ich darüber denken sollte, wusste ich nicht, deshalb beschloß ich, zu warten. Vielleicht würde ich später Emily um Rat fragen.

Als ich das Wohnzimmer betrat waren alle da, außer Thayer und Isaac. Isaac war bereits mehrere Stunden weg, solangsam sollte ich mir Sorgen machen. Das Thayer nicht hier war, erleichterte mich ein wenig, was würde er dazu sagen, wenn er heraus fand, dass ich ihm das mit dem Joint auch vorenthalten hatte? Um ehrlich zu sein, wollte ich es garnicht wissen.

Undead | H.S. (ON HOLD!)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt