Kapitel 10

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Ein Bing ertönte aus Emilys Hosentasche und brach somit die Stille, die uns bis zu diesem Moment umgeben hatte. Der Bildschirm des Handys erhellte den bereits Dunkel gewordenen Raum. Emilys Finger flogen schnell über den Touchscreen ehe sie ihr Handy wieder sperrte und es neben sich aufs Bett fallen lies.

"Bock auf Party?"

Überrascht drehte ich mich auf die Seite um sie besser anschauen zu können.

"Party?"

"In einer der Studentenverbindungen steigt heute eine Party, bock zu gehen?"

Ich runzelte die Stirn.

"Sind die nicht immer voller College Studenten?"

"Und? Außerdem will ich nicht weiter im Zimmer rumliegen und über.. du weißt schon wen nachdenken. Ich brauch Ablenkung und wenn ich mich nicht irre, könnte dir ein wenig Ablenkung auch nicht schaden!"

Sie hatte Recht, ich konnte wirklich ein wenig Ablenkung gebrauchen, aber war eine Party wirklich eine guter Ort um seine Probleme zu vergessen? Waren das nicht die Orte, an denen Probleme normalerweise entstanden? Vielleicht sollte ich auch einfach nur aufhören alles zu überdenken und spontane Entscheidungen treffen.

"Was läuft eigentlich bei dir und Harry?"

Ich schluckte und legte einen verwirrten Blick auf.

"Ich und Harry? Nichts."

An ihrem Blick konnte ich erkennen, dass sie nicht locker lassen würde, bis sie etwas aus mir raus bekam. Seufzend vergrub ich mein Gesicht in meinen Händen.

"Ich weiss es nicht." Nuschelte ich, mein Gesicht immernoch in den Händen vergraben.

"Du weißt es nicht?"

Ich wusste es wirklich nicht, zwischen uns lief nichts, oder? Nein, er hatte was mit Stacy, nicht mit mir. Wollte ich überhaupt das zwischen uns was war? Nein. Oder etwa doch? Meine Gedanken spielten verrückt. Was war nur mit mir los?

Eine warme Hand legte sich auf meinen Rücken, die wärme die von ihr ausging erwärmte die Stelle an meinem Rücken und ich fühlte mich ein wenig besser.

"Vergess ihn, er ist es nicht Wert, das du dir über ihn den Kopf zerbrichst."

Wahrscheinlich hatte sie Recht. Er war es nicht Wert, dass ich mich wegen ihm verrückt machte. Er interessierte sich eh nicht für mich und genau so wenig interessierte er mich.

"Also?" Emily schaute mich erwartungsvoll an.

"Okey, lass uns gehen." Gab ich wiederwilig zurück, zwar war ich noch nicht wirklich überzeugt davon, dass es eine gute Idee war aber Emily schien unbedingt gehen zu wollen.

"Super!" Ein fröhliches lächeln, welches ich die vergangen paar Tage wirklich an ihr vermisst hatte, legte sich auf ihr Gesicht und verleitete mich dazu ebenfalls zu lächeln.

Ich hielt mir eine gemusterte Bluse vor die Brust und begutachtete sie vor dem Spiegel. Sie war schlicht und schick, einer meiner Lieblingsblusen. Emily tauchte hinter mir auf und riß mir die Bluse aus der Hand.

"Hey?!"

Sie hängte den Bügel mit der Bluse wieder auf die Stange und nahm stattdessen ein weißes Top hervor welches einen großzügigen Ausschnitt hatte und hielt es mir hin.

"Du, ziehst das an."

Misstrauisch nahm ich das Top in die Hände. Ich hatte die Bluse vor einem Jahr im Sale bei Zara gekauft, jedoch nie getragen, der Ausschnitt sagte alles.

Undead | H.S. (ON HOLD!)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt