Kapitel 65

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"Ich kann es immernoch nicht fassen, dass du es Tommy gesagt hast. Merkst du selber, was du angerichtet hast?"

"Maria es reicht jetzt. Ich glaube Luana hat genug Schuldgefühle. Es ist halb so schlimm.", sagte Caleb und hielt sich mit einem richtigen Eisbeutel sein Auge. Ich wusste genau, dass es morgen blau sein wird.

Währendessen Maria neben Caleb auf der Couch in unserer Wohnung saß, saß Luana am anderen Ende des Esstisches. Tessa und Charlotte waren in der Küche und redeten dort miteinander. Es war also der perfekte Moment um mit Luana zu reden. Ich ging langsam und ruhig auf sie zu und setzte mich gegenüber von ihr hin.

"Willst du mir auch noch ein paar Vorwürfe machen?", sagte sie als sie mich sah. Ich war nicht hier um ihr Vorwürfe zu machen. Davon bekam sie an diesen Abend schon genug ab.
"Alles gut bei dir Lu? Ich mache mir etwas Sorgen um dich. Du verhälst dich in letzter Zeit etwas komisch und ich mache mir Sorgen um dich. Ist was in der Schule passiert? Was mit Bruno? Oder jemand anderes?", fragte ich sie ruhig. Sie hatte wohl mit so einem Gespräch nicht gerechnet, denn sie schaute kurz irritiert.

Sie schaute mich kurz an und atmete dann auf, bevor sie nach oben in die Lampe schaute. Versuchte sie gerade nicht zu weinen?

"Vielleicht gibt es da etwas, was ich dir sagen muss. Aber nicht hier vor allen. Vielleicht fangen wir morgen oder so einen ruhigen Moment ab.", sagte Luana und brachte mich zum lächeln. Ich strich kurz über ihre Hand und brachte sie genauso zum lächeln.

Luana und ich schauten im nächsten Moment zur Tür, als sich diese öffnete. Zuerst war niemand zu sehen, aber Ben kam im nächsten Moment herein. Er machte die Tür hinter sich zu und zog sich direkt sein schwarzes Jackett aus, sodass er nur noch sein weißes Hemd anhatte. Er machte die Knöpfe an seiner Hand auf und krempelte es etwas hoch.

"Wie geht es deinen Auge Caleb?", fragte Ben ihn und lehnte sich etwas besorgt über die Couch. Er bekam nur einfaches Nicken von Caleb und ein zuversichtliches Nicken von Maria als Antwort. Ben stellte sich wieder ordentlich hin und schaute einmal durch den ganzen Raum.

"Geht es euch allen gut?", fragte er und war erleichtert, als wir ihn zu nickten. Tessa und Charlotte kamen aus der Küche und setzten sich zu Luana und mir an den Esstisch.
"Wie geht es dir?", fragte Tessa ihren Bruder etwas besorgt. Für Ben war es wohl auch eine anstrengende letzte Stunde.

"Ich bin gewöhnt, dass an jeden Ball was passiert. Ihr Internatsleute hasst wohl Langeweile.", sagte Ben und brachte uns alle kurz zum lachen. Er kam im nächsten Moment auf mich zu und setzte sich neben mich, bevor er seinen Kopf auf meiner Schulter ablegte. Er atmete einmal auf und nahm meine Hand.

Für einen kurzen Moment war es zum ersten Mal an diesen Abend ruhig. Niemand sagte etwas oder machte andere Geräusche und wir alle genossen diese Ruhe, bevor uns die Realität wieder einholte.

"Vielleicht sollten wir und langsam wieder auf dem Weg ins Internat machen. Es ist schon etwas spät und ich glaube wir brauchen alle mal etwas Ruhe von diesen Abend.", unterbrach Luana die Stille und stand von ihrem Platz auf. Ohne viel zu sagen stimmten die anderen zu.

"Halte mich auf dem laufenden.", sagte Ben und umarmte Caleb leicht lächelnd. Ich dagegen ging auf Maria zu und umarmte sie genauso lächelnd.

"Bis später Ade. Sei nicht so laut wenn du wieder kommst.", sagte Maria und lief mit Abstand von Luana mit Caleb den langen Flur entlang. Miguel stand am Ende und führte die drei nach unten.

"Wir lassen euch auch mal alleine. Ihr habt wahrscheinlich einiges zu bereden. Bis Morgen Bruderherz.", sagte Tessa und ging Arm in Arm und Charlotte aus der Wohnung heraus. Währendessen ich noch an der Tür stand, hörte ich schon wie Ben sich laut atmend auf die Couch setzte. Die Tür fand ihren Weg ins Schloss und ich fand meinen Weg zurück zu Ben.

"Ich will eigentlich über nichts reden und einfach nur schlafen gehen, aber es gibt einiges zu bereden.", sagte Ben und lehnte sich etwas nach vorne, bevor er mich ansah.
"Mister Tosny macht seine Drohungen ernst und schließt die Grenzen sobald das neue Schuljahr beginnt. Wir sind aber auf einen Nenner gekommen und wir haben noch vier Flüge frei. Wir dürfen damit machen was wir wollen, also können wir auch immer wieder Aredaner wieder holen. Es wird aber nicht für alle reichen.", sagte Ben und lehnte sich wieder nach hinten.

Er hatte keine Wahl. Die anderen werden es verstehen. Ich hoffte, dass die anderen es verstehen werden.

"Du musst es den anderen sagen."
"Wird gemacht. Direkt Morgen früh. Ich weiß nicht ob mich danach alle hassen werden oder nicht, aber das werden wir ja schnell genug heraus finden.", sagte Ben und lachte etwas ironisch. Ich strich Ben etwas über seinen Rücken, bevor er etwas näher zu mir kam und sich etwas an mich kuschelte.

"Sie werden es verstehen. Hoffentlich.", sagte ich und strich ihn etwas durch durch Haare. Ich hoffte, dass sie es verstehen werden. Ich würde lügen, wenn ich sage, dass ich keine Angst vor dem Moment habe.

* * *

Ich merkte, dass Ben etwas Freiraum brauchte und machte mich kurz danach wieder auf dem Weg ins Internat. Die meisten waren noch nicht am schlafen, denn ich sah noch viele Lichter und hörte viele Stimmen. Selbst in mein Zimmer war alles noch an.

"Ich hoffe es stört euch echt nicht. Ich kann heute Nacht nicht bei Tommy und Jason sein.", sagte Caleb und schaute durch unsere Runde.
"Wieso gehst du nicht zu deiner Mom? Oder ins Schloss?", fragte Charlotte etwas kritisch und schaute im nächsten Moment zu mir. Ich war genauso verwirrt von allen.

"Mom ist nicht da und ich glaube nicht, dass Ben nach dem Abend heute noch Besuch empfangen will. Immerhin wäre Ade sonst nicht hier.", sagte Caleb und brachte mich dazu zu nicken. Er hatte recht.
"Von mir aus. Ich habe sowieso keine Lust auf weiteren Trouble. Ich will einfach nur noch schlafen.", sagte Luana und legte sich schon bettfertig in ihr Bett. Calebs Blick war auf mich gerichtet.

"Tu nicht so als hättest du es nicht sowieso schon gemacht.", sagte ich und brachte ihn kurz zum lachen. Dieses Mal nickte er mir zu und schaute wieder zu Maria, die ihren Kopf auf seine Schulter ablegte.

"Hoffentlich sieht die Welt morgen schon besser aus. Ich kann keine weiteren Probleme oder Stress gebrauchen.", sagte Caleb und brachte die anderen dazu ihn zu zu stimmen. Ich sagte dazu nichts, immerhin wusste ich was uns morgen alles erwarten würde.

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